🌿 Pflanze · Gefahr sehr hoch
Der Gemeine Stechapfel (Datura stramonium) ist ein weltweit in warmen Klimazonen verbreitetes Nachtschattengewächs, das in Deutschland an Wegrändern, Bahndämmen und Schuttplätzen vor allem in wärmeren Regionen wächst und an seinen stacheligen Fruchtkapseln erkennbar ist. Alle Pflanzenteile, besonders Blüten und Samen, enthalten Tropanalkaloide wie Atropin, Hyoscyamin und Scopolamin, die als Anticholinergika kompetitiv die Acetylcholinrezeptoren des vegetativen Nervensystems blockieren. Diese Blockade hebt die parasympathische Bremse auf und führt zu einer paradoxen Übererregung des zentralen Nervensystems bei gleichzeitiger Lähmung glatter Muskulatur. Für Hunde sind schon kleine Mengen der Pflanze potenziell gefährlich, eine genaue Schwellendosis ist nicht gut belegt, in schweren Fällen kann die Vergiftung tödlich enden.
Charakteristisch sind stark erweiterte, auf Licht kaum reagierende Pupillen sowie ein trockenes, warmes Maul durch die anticholinerge Wirkung. Betroffene Hunde zeigen Herzrasen, Unruhe, Desorientierung und Koordinationsstörungen, teils begleitet von Sehstörungen. Im weiteren Verlauf können Halluzinationen und Verhaltensauffälligkeiten sowie Muskelzittern bis hin zu Krampfanfällen auftreten. In schweren Fällen drohen extreme Erregungszustände, Herzrhythmusstörungen, Koma und Tod, weshalb bei Verdacht auf Stechapfel-Aufnahme immer umgehend tierärztliche Hilfe aufgesucht werden muss.
Sofort Notfall-Tierarzt!
Weltweit in warmem Klima; in D an Wegrändern, Bahndämmen, Schuttplätzen, bes. in wärmeren Gebieten
Saison: Sommer–Herbst (Jul–Okt)
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.