🌿 Pflanze · Gefahr sehr hoch
Der Goldregen (Laburnum anagyroides) ist ein in Süd- und Mitteleuropa heimischer Zierstrauch aus der Familie der Hülsenfrüchtler, dessen bohnenähnliche Samen in Hülsen oft bis weit in den Herbst hinein am Strauch hängen bleiben. Alle Pflanzenteile enthalten das Alkaloid Cytisin, das strukturell dem Nikotin ähnelt und an denselben Rezeptoren im Nervensystem andockt, den nikotinischen Acetylcholinrezeptoren. In niedriger Dosis wirkt Cytisin anregend auf diese Rezeptoren, in höherer Dosis blockiert es sie jedoch, was zu einem Lähmungsbild führt, das letztlich die Atemmuskulatur erreichen kann. Samen sind mit einem Alkaloidgehalt von etwa 1,5 bis 3 Prozent am giftigsten, weshalb schon eine kleine Anzahl verschluckter Samen für einen Hund gefährlich werden kann, besonders wenn Welpen die Schoten mit essbaren Bohnen verwechseln.
Die Vergiftung beginnt oft sehr schnell, teils schon innerhalb weniger Minuten nach dem Verschlucken der Samen, starkes Erbrechen, vermehrtes Speicheln und Durchfall setzen ein. Kurz darauf können Zittern, Unruhe und Muskelkrämpfe hinzukommen, während sich der zunächst anregende Effekt des Cytisins zunehmend in eine Lähmung wandelt. In schweren Fällen führt dies zu Bewusstlosigkeit und letztlich zum Tod durch Atemlähmung, ein spezifisches Gegenmittel steht nicht zur Verfügung. Wegen des schnellen Verlaufs ist bei jedem Verdacht auf verschluckte Goldregen-Samen sofortiges tierärztliches Handeln wichtig.
Sofort Notfall-Tierarzt! Aktivkohle innerhalb der ersten Stunde. Intensivüberwachung. Beatmung kann nötig werden.
Süd- und Mitteleuropa heimisch. In Deutschland beliebter Zierstrauch in Gärten, Parks und Alleen, besonders in älteren Gärten häufig. Die Samenschoten hängen im Herbst noch lange am Baum.
Saison: Frühling–Sommer (Mai–Jun)
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.