🌿 Pflanze · Gefahr sehr hoch
Die Engelstrompete (Brugmansia) stammt ursprünglich aus Südamerika und wird in Deutschland als Kübelpflanze mit großen, trompetenförmigen Blüten kultiviert. Sie enthält wie die verwandte Tollkirsche und der Stechapfel Tropanalkaloide, vor allem Scopolamin, Hyoscyamin und Atropin, die in allen Pflanzenteilen vorkommen, besonders konzentriert jedoch in Samen und Blüten. Diese Alkaloide wirken als Anticholinergika, sie blockieren die Andockstellen des Botenstoffs Acetylcholin im Nervensystem, wodurch parasympathisch gesteuerte Funktionen wie Speichelfluss, Verdauung und Pupillenverengung ausfallen, während zentrale Erregung und Herzfrequenz zunehmen können. Wegen der stark schwankenden Alkaloidkonzentration einzelner Pflanzenteile lässt sich keine verlässliche gefährliche Dosis angeben, weshalb jede Aufnahme als potenziell ernst einzustufen ist.
Die anticholinerge Wirkung zeigt sich meist innerhalb der ersten Stunde durch stark erweiterte, kaum auf Licht reagierende Pupillen sowie auffallend trockene Schleimhäute und Nase. Parallel dazu entwickeln sich Herzrasen, Harnverhalt und Unruhe, die bei manchen Hunden in Desorientierung oder ungewöhnliches, unruhiges Verhalten übergehen kann. Im weiteren Verlauf können Krämpfe auftreten, gefolgt von zunehmender Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit. Da die Wirkung mitunter länger anhält als bei anderen Pflanzenvergiftungen, ist eine tierärztliche Überwachung über mehrere Stunden angezeigt.
Sofort Notfall-Tierarzt! Intensivmedizinische Überwachung. Physostigmin als Gegengift möglich. Aktivkohle in der ersten Stunde.
Ursprünglich aus Südamerika. In Deutschland als Kübelpflanze in Gärten und auf Terrassen, besonders in milden Regionen (Rheintal, Bodensee, Weinbaugebiete). Wird im Herbst ins Haus geholt.
Saison: Sommer–Herbst (Jul–Okt)
← Zur kompletten Giftliste für Hunde (251 Einträge)
Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.