🌿 Pflanze · Gefahr sehr hoch
Der Wasserschierling (Cicuta virosa) ist ein Doldenblütler, der an Ufern, in Gräben und auf feuchten Wiesen vor allem Norddeutschlands und der Flussauen wächst, und gilt als eine der giftigsten Pflanzen Europas. Der Wirkstoff Cicutoxin, ein Polyacetylenalkohol, konzentriert sich besonders in der Wurzel und wirkt als Gegenspieler des hemmenden Botenstoffs GABA im zentralen Nervensystem, wodurch Nervenzellen unkontrolliert überaktiv werden. Diese Übererregung löst die charakteristischen, oft binnen 15 bis 90 Minuten einsetzenden schweren Krampfanfälle aus, die unbehandelt zum Tod durch Atemlähmung führen können. Bereits kleine Mengen der Wurzel gelten als potenziell tödlich; eine zusätzliche, praxisrelevante Gefahr besteht darin, dass der Wasserschierling essbaren Doldenblütlern zum Verwechseln ähnlich sieht und Hunde zudem aus Gräben trinken, in denen die Pflanze wächst.
Der Giftstoff Cicutoxin sitzt am höchsten konzentriert in der Wurzel, wirkt jedoch bereits nach Aufnahme kleinerer Pflanzenmengen. Typischerweise setzen die Symptome sehr rasch ein, meist innerhalb von 15 bis 90 Minuten, mit starkem Speicheln, erweiterten Pupillen und einsetzenden Muskelkrämpfen. Die Krämpfe können sich schnell zu heftigen, wiederkehrenden Anfällen steigern, begleitet von Zittern und Unruhe. In schweren Fällen kommt es zu Atemlähmung und Tod; da der Verlauf sehr schnell und dramatisch sein kann, ist bei jedem Verdacht auf Kontakt mit Wasserschierling sofortiges tierärztliches Handeln lebenswichtig.
Sofort Notfall-Tierarzt! Kein Gegengift, nur symptomatische Behandlung. Krämpfe müssen medikamentös kontrolliert werden. Prognose bei rechtzeitiger Behandlung gut.
Ganz Mitteleuropa an Ufern, in Gräben und auf feuchten Wiesen. In Deutschland besonders in Norddeutschland und Flussauen verbreitet. Gefahr: Hunde trinken aus Gräben, in denen die Pflanze wächst.
Saison: Sommer (Jun–Aug)
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.