🌿 Pflanze · Gefahr hoch
Die Robinie oder Scheinakazie (Robinia pseudoacacia) ist ein Schmetterlingsblütler aus Nordamerika, der in Deutschland, besonders in Ostdeutschland, als häufiger Straßen- und Parkbaum gepflanzt wird und sich zudem als eingewanderte Art in Naturgebieten ausbreitet. Rinde, Samen, Blätter und junge Triebe enthalten das Toxalbumin Robin, ein Eiweißgift, das die Proteinsynthese der Zellen hemmt und zudem rote Blutkörperchen verklumpen lassen kann; die höchste Konzentration findet sich in Rinde und Samen. Die Giftwirkung geht beim Erhitzen weitgehend verloren, weshalb geröstete Robiniensamen und -schoten in manchen Regionen sogar als verzehrbar gelten, während roh aufgenommene Rinde oder Samen für Hunde ein reales Risiko darstellen. Belastbare Schwellendosen für Hunde sind kaum dokumentiert; in der Praxis besteht die Gefahr vor allem darin, dass Hunde gerne auf heruntergefallenen Ästen und Rindenstücken herumkauen, etwa nach einem Baumschnitt.
Rinde und Samen enthalten das Eiweißgift Robin in der höchsten Konzentration. Nach der Aufnahme kommt es typischerweise zu heftigem Erbrechen und blutigem Durchfall sowie ausgeprägten Bauchkrämpfen. Da Robin auch die roten Blutkörperchen schädigen kann, sind zusätzlich Herzrhythmusstörungen und eine allgemeine Kreislaufschwäche möglich. Besonders gefährdet sind Hunde, die auf heruntergefallenen Ästen, Rindenstücken oder Schoten kauen, etwa nach dem Rückschnitt eines Baumes; bei entsprechenden Symptomen sollte zeitnah ein Tierarzt aufgesucht werden.
Tierarzt aufsuchen. Bei blutigen Symptomen: Notfall! Infusionstherapie und Kreislaufunterstützung.
Ursprünglich aus Nordamerika. In Deutschland weit verbreitet als Straßen- und Parkbaum, besonders in Ostdeutschland (Berlin, Brandenburg, Sachsen). Breitet sich als invasive Art auch in Naturgebieten aus.
Saison: Frühling–Sommer (Mai–Jun)
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.