🌿 Pflanze · Gefahr hoch
Rhododendren und Azaleen gehören zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) und zählen zu den häufigsten Ziersträuchern in deutschen Gärten und Parks. Der Giftstoff Grayanotoxin sitzt vor allem in Blättern, Blüten und Nektar und bindet an spannungsabhängige Natriumkanäle der Nerven- und Muskelzellen, wo er den Kanal im geöffneten Zustand blockiert. Dadurch bleiben die Zellen dauerhaft depolarisiert und erregbar, was Herzmuskel und Skelettmuskulatur gleichermaßen betrifft und die typische Kombination aus Herzrhythmusstörungen und Koordinationsverlust erklärt. Als Anhaltspunkt gelten bereits wenige Blätter bei einem kleinen Hund als potenziell gefährlich, wobei die genaue Grayanotoxin-Konzentration je nach Art und Standort schwankt.
Erste Symptome zeigen sich meist innerhalb weniger Stunden: starkes Speicheln, Erbrechen und Durchfall als erste Reizreaktion. Anschließend entwickeln sich zunehmende Schwäche und Koordinationsstörungen bis hin zu Taumeln, während am Herzen ein verlangsamter Puls und ein Blutdruckabfall auftreten können. In ausgeprägten Fällen kann es zu einem Kreislaufkollaps kommen, gelegentlich begleitet von vorübergehenden Bewusstseinsstörungen. Die meisten Hunde erholen sich mit rechtzeitiger tierärztlicher Behandlung vollständig, schwere Verläufe mit Todesfolge sind bei ausreichend aufgenommener Menge jedoch beschrieben.
Immer sofort zum Tierarzt, auch bei kleinen Mengen. Aktivkohle und Infusionstherapie, Herz überwachen lassen.
Beliebte Gartenpflanze in ganz Deutschland. Wild in Mittelgebirgen und großen Parks, besonders in Norddeutschland (Ammerland in Niedersachsen ist das größte Rhododendron-Anbaugebiet Europas). Auch als Zimmerpflanze (Azalee) verbreitet.
Saison: Frühling–Sommer (Mai–Jul)
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.