🌿 Pflanze · Gefahr hoch
Das Gemeine Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) ist ein in ganz Mitteleuropa an Waldrändern, Hecken und Gebüschen flächendeckend verbreiteter Strauch, dessen auffällig pinkfarbene Fruchtkapseln im Herbst reifen. Die Samen enthalten herzwirksame Glykoside (Cardenolide wie Evomonosid und Evobiosid mit dem Aglykon Digitoxigenin) sowie das Alkaloid Evonin, zusätzlich finden sich Triterpene in der gesamten Pflanze. Die Cardenolide wirken wie pflanzliche Verwandte des Digitalis und stören die elektrische Erregungsleitung im Herzmuskel, was zu Rhythmusstörungen führen kann. Für Hunde sind vor allem die Früchte gefährlich, da sie die höchste Wirkstoffkonzentration enthalten; die Symptome treten oft verzögert auf, eine genaue toxische Schwellenmenge für Hunde ist nicht gut belegt.
Zunächst zeigen sich Magen-Darm-Symptome wie Erbrechen, teils blutiger Durchfall, Bauchschmerzen und vermehrtes Speicheln. Im weiteren, oft verzögerten Verlauf können neurologische Symptome wie Zittern, Krämpfe, Schwäche und Koordinationsstörungen hinzukommen. Die herzwirksamen Glykoside können außerdem Herzrhythmusstörungen mit beschleunigtem oder unregelmäßigem Herzschlag auslösen, in schweren Fällen bis hin zu Kreislaufversagen. Da die Herzsymptome erst Stunden nach der Aufnahme auftreten können, während der Hund zunächst nur an Magen-Darm-Beschwerden leidet, ist bei bekanntem Verzehr von Pfaffenhütchen-Früchten auch ohne akute Symptome eine tierärztliche Überwachung ratsam.
Tierarzt aufsuchen. Symptome erst nach 12–18 Stunden!
Ganz Mitteleuropa; Waldränder, Hecken, Gebüsche, in D flächendeckend verbreitet
Saison: Herbst (Sep–Nov, Früchte)
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.