💊 Medikament · Gefahr mittel
Ohrentropfen für Hunde enthalten meist eine Kombination aus einem Antibiotikum, häufig einem Aminoglykosid, einem Mittel gegen Pilze und einem Kortikosteroid, gedacht für die lokale Anwendung im äußeren Gehörgang. Wird das Fläschchen zerbissen oder ausgeleckt, steht bei der oralen Aufnahme meist keine spezifische Vergiftung im Vordergrund, sondern eine unspezifische Reizung von Magen und Darm durch Trägerstoffe, Duftstoffe und die Wirkstoffkonzentration. Aminoglykoside gelten bei sachgemäßer Anwendung im Ohr als wenig bedenklich für den restlichen Körper, bei versehentlicher oraler Aufnahme größerer Mengen sind aber grundsätzlich Nieren- und Hörschäden als mögliche, seltene Folge zu bedenken. Eine dauerhafte, unsachgemäße Anwendung kortisonhaltiger Ohrentropfen kann zudem selten die körpereigene Hormonproduktion der Nebennieren beeinträchtigen, für die einmalige versehentliche Aufnahme ist das jedoch nicht die Hauptsorge.
Innerhalb weniger Stunden nach dem Verschlucken zeigen sich meist Erbrechen, Durchfall, vermehrter Speichelfluss durch den bitteren Geschmack, Appetitlosigkeit und Mattigkeit, die etwa zwölf Stunden anhalten kann. Bei sehr großer aufgenommener Menge oder wiederholter falscher Anwendung über die Haut hinaus sind in seltenen Fällen auch Hinweise auf Hörprobleme oder, bei Dauerbelastung, auf eine gestörte Hormonlage möglich, akut überwiegen aber die Magen-Darm-Beschwerden.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.