💊 Medikament · Gefahr sehr hoch
Betablocker wie Propranolol oder Atenolol blockieren Beta-Adrenozeptoren am Herzen und an den Blutgefäßen und werden in der Human- wie in der Tiermedizin gegen Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder bestimmte Herzerkrankungen eingesetzt. Bei Hunden ist die therapeutische Breite gering, weil dieselbe Blockade, die am kranken Herzen erwünscht ist, im Überdosisfall die Pumpleistung und den Herzschlag so stark bremst, dass Kreislauf und Sauerstoffversorgung zusammenbrechen können, schon kleine versehentliche Überdosen können schwere Vergiftungen auslösen. Betroffene Hunde entwickeln eine ausgeprägte Verlangsamung des Herzschlags und einen Blutdruckabfall, der sekundär auch die Nieren schädigen kann. Da solche Vergiftungen rasch lebensbedrohlich werden können und die Notfallbehandlung, etwa mit Atropin oder in schweren Fällen einer speziellen Insulin-Glukose-Therapie, tierärztliches Fachwissen erfordert, ist bei jedem Verdacht sofortiges Handeln nötig.
Die Beschwerden beginnen meist innerhalb weniger Stunden mit Schwäche, Lethargie, langsamem Puls und kühlen Extremitäten. Im weiteren Verlauf kommt es zu einem Blutdruckabfall bis zum Kollaps, Herzrhythmusstörungen und Atemnot. In schweren Fällen folgen Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und ein Versagen von Herz und Kreislauf, der Zustand kann sehr schnell kippen, weshalb eine engmaschige tierärztliche Überwachung notwendig ist.
Sofort Notfall-Tierarzt!
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.