💊 Medikament · Gefahr sehr hoch
Paracetamol (Acetaminophen) ist ein Schmerz- und Fiebermittel, das anders als klassische NSAR kaum entzündungshemmend wirkt und dessen genauer Wirkmechanismus beim Menschen bis heute nicht vollständig geklärt ist. Hunden fehlt im Vergleich zum Menschen ein ausreichend leistungsfähiger Abbauweg über die Leber, sodass sich beim Abbau vermehrt ein hochtoxisches Zwischenprodukt bildet, das die schützenden Glutathion-Reserven der Leberzellen aufbraucht und diese direkt schädigt. Nach gängigen tierärztlichen Angaben sind bei Hunden ab etwa 75 bis 100 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht toxische Wirkungen zu erwarten, Dosen um 150 Milligramm pro Kilogramm gelten als potenziell tödlich, die individuelle Empfindlichkeit kann aber stark schwanken. Anders als bei der Katze steht beim Hund das Leberversagen im Vordergrund, eine Blaufärbung durch Methämoglobin (siehe Symptome) tritt eher bei sehr hohen Dosen auf.
In den ersten Stunden nach der Aufnahme zeigen betroffene Hunde häufig Erbrechen, Appetitlosigkeit, Lethargie und Bauchschmerzen. Im weiteren Verlauf, oft innerhalb von ein bis zwei Tagen, treten Anzeichen einer fortschreitenden Leberschädigung auf, etwa eine gelbliche Verfärbung von Zahnfleisch und Lidbindehaut, dunkler Urin sowie zunehmende Schwäche und Teilnahmslosigkeit. Beim Hund ist die Blausucht (Methämoglobinämie), die bei Katzen typisch ist, seltener und eher bei sehr hohen Dosen zu erwarten, erkennbar an bräunlich verfärbtem Zahnfleisch, schneller Atmung und Schwellungen im Gesicht oder an den Pfoten. Unbehandelt kann die Vergiftung in ein akutes Leberversagen mit Gerinnungsstörungen, Kreislaufschwäche und Tod übergehen, der Verlauf kann sich über mehrere Tage hinziehen.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.