💊 Medikament · Gefahr sehr hoch

Warfarin und Marcumar, auch Phenprocoumon genannt, sind Cumarin-Derivate, die die Vitamin-K-abhängige Bildung der Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X in der Leber hemmen, sie werden beim Menschen zur Blutverdünnung eingesetzt und sind chemisch eng mit vielen Rattengift-Wirkstoffen verwandt. Bei Hunden führt eine Überdosierung, sei es durch versehentliches Verschlucken menschlicher Tabletten oder durch Rattengiftköder, zu einem allmählichen Verbrauch der bereits vorhandenen Gerinnungsfaktoren, deren Halbwertszeiten im Blut unterschiedlich lang sind. Deshalb zeigen sich äußere Anzeichen typischerweise nicht sofort, sondern erst nach etwa drei bis sieben Tagen, wenn die Gerinnungsreserve erschöpft ist und spontane, teils innere Blutungen auftreten. Diese verzögerte, zunächst unauffällige Anfangsphase macht die Vergiftung besonders tückisch, da Hundehalter oft erst reagieren, wenn bereits deutliche Blutungssymptome sichtbar sind, während eine frühzeitige tierärztliche Behandlung mit Vitamin K1 die Prognose erheblich verbessert.
In den ersten ein bis zwei Tagen bleibt der Hund meist unauffällig. Ab etwa drei bis sieben Tagen nach Aufnahme zeigen sich Mattigkeit, blasse Schleimhäute und Atemnot durch Blutungen in den Brustkorb, äußerlich sichtbar werden Nasenbluten, blutiger oder schwarz gefärbter Kot, Blut im Urin, Blutergüsse ohne erkennbares Trauma und Zahnfleischbluten. In schweren Fällen kommt es zu Blutungen in Gelenke, den Bauchraum oder das Gehirn mit entsprechenden neurologischen Ausfällen, Kollaps und Tod, wenn keine rechtzeitige Behandlung erfolgt.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.