💊 Medikament · Gefahr sehr hoch
Naproxen ist ein NSAR aus der Gruppe der Propionsäure-Derivate, das beim Menschen bei Schmerzen und Entzündungen, etwa bei Gelenkbeschwerden, eingesetzt wird und für eine vergleichsweise lange Wirkdauer bekannt ist. Wie andere NSAR hemmt es die Cyclooxygenase-Enzyme und unterdrückt damit Prostaglandine, die die Magenschleimhaut schützen und die Nierendurchblutung sichern. Hunde bauen Naproxen sehr viel langsamer ab als Menschen, wodurch sich der Wirkstoff im Körper anreichert und die therapeutische Breite extrem gering ist. Nach Angaben des Pet Poison Helpline können bereits Dosen ab etwa 5 Milligramm pro Kilogramm Vergiftungssymptome auslösen, tägliche Dosen ab etwa 6 Milligramm pro Kilogramm Magengeschwüre verursachen, Naproxen wird in der Tiermedizin grundsätzlich nicht eingesetzt.
Erste Anzeichen sind meist Erbrechen, Appetitlosigkeit und Bauchschmerzen. Magengeschwüre können sich bereits innerhalb von 12 Stunden, mitunter aber auch erst nach bis zu vier Tagen entwickeln und zeigen sich durch blutiges Erbrechen oder schwarzen, teerartigen Kot, im schlimmsten Fall durch einen Darmdurchbruch. Parallel dazu kann sich ein akutes Nierenversagen entwickeln, erkennbar an verändertem Trink- und Urinierverhalten sowie zunehmender Lethargie. Wegen der langsamen Ausscheidung bei Hunden kann sich der Zustand auch noch Tage nach der Aufnahme verschlechtern, blasse Schleimhäute und ausgeprägte Schwäche als Zeichen einer Blutarmut durch die Blutungen sind möglich.
Sofort Notfall-Tierarzt!
← Zur kompletten Giftliste für Hunde (251 Einträge)
Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.