💊 Medikament · Gefahr sehr hoch
Tramadol und Codein sind Opioide, die über die Bindung an Opioidrezeptoren, vor allem den Mu-Rezeptor, schmerzlindernd und dämpfend wirken, Tramadol wird in angepasster Dosis auch tierärztlich beim Hund eingesetzt, Codein findet sich vor allem in menschlichen Hustensäften. Bei Überdosierung, etwa durch das Verschlucken menschlicher Hustensaft- oder Schmerzmittelpräparate, verstärkt sich die dämpfende Wirkung auf das Atemzentrum im Gehirn so stark, dass die Atmung gefährlich flach und langsam werden kann, begleitet von ausgeprägter Sedierung. Hunde verstoffwechseln Tramadol anders als Menschen und bilden weniger von dessen eigentlich wirksamem Abbauprodukt, dennoch bleibt bei stark erhöhter Dosis das Risiko einer Atemdepression bestehen, wie sie von Opioiden generell bekannt ist. Codeinhaltiger Hustensaft enthält zudem häufig weitere Wirkstoffe wie Paracetamol, die für Hunde zusätzlich giftig sein können, weshalb solche Kombipräparate besonders vorsichtig zu bewerten sind.
Die Wirkung kann bereits innerhalb einer Stunde einsetzen: zunehmende Schläfrigkeit, Muskelschwäche, je nach Wirkstoff verengte oder geweitete Pupillen sowie Koordinationsstörungen. Im weiteren Verlauf folgt eine fortschreitende Atemdepression mit langsamer, flacher Atmung, eine Blaufärbung der Schleimhäute und ein Absinken der Körpertemperatur. In schweren Fällen kommt es zu Bewusstlosigkeit, Koma und Atemstillstand, bei manchen Hunden zeigen sich statt reiner Dämpfung auch Erregung, Zittern oder Krämpfe.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.