💊 Medikament · Gefahr hoch
Xylometazolin ist ein abschwellender Wirkstoff aus der Gruppe der Imidazolin-Derivate, der beim Menschen als Nasenspray gegen verstopfte Nase bei Erkältung eingesetzt wird und lokal die Blutgefäße der Nasenschleimhaut verengt. Es wirkt als Alpha-2-Agonist, der nach Aufnahme auch beim Hund systemisch wirkt und dort Blutdruck und Herzfrequenz absenken kann, ähnlich wie bestimmte in der Tiermedizin genutzte Beruhigungsmittel. Hunde reagieren nach Angaben des Pet Poison Helpline extrem empfindlich auf Imidazoline, bereits sehr kleine Mengen, etwa der Rest einer angebrochenen Nasensprayflasche oder ausgelaufene Tropfen, können zu ernsthaften Vergiftungen führen, eine sichere Aufnahmemenge ist praktisch nicht definiert. Symptome können bereits 15 Minuten bis vier Stunden nach der Aufnahme auftreten, weshalb jede Aufnahme als tierärztlicher Notfall gilt.
Betroffene Hunde zeigen häufig zunächst Erbrechen, gefolgt von einer auffälligen Verlangsamung der Herzfrequenz und Blutdruckveränderungen, die sowohl zu niedrigem als auch anfänglich zu erhöhtem Blutdruck führen können. Es kann zu Herzrhythmusstörungen, vermehrtem Hecheln und veränderten Atemgeräuschen kommen. Zusätzlich sind Verhaltensänderungen möglich, die von Teilnahmslosigkeit und Schwäche bis zu Unruhe, Nervosität oder Zittern reichen. In schweren Fällen drohen ausgeprägte Kreislaufinstabilität und ein lebensbedrohlicher Kollaps, weshalb auch bei nur vermuteter Aufnahme rasches tierärztliches Handeln angezeigt ist.
Tierarzt aufsuchen.
← Zur kompletten Giftliste für Hunde (251 Einträge)
Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.