🌿 Pflanze · Gefahr hoch

Ist Lebensbaum (Thuja) giftig für Hunde?

⚠️ hoch
Verdacht auf Vergiftung? Rufe sofort deinen Tierarzt, die nächste Tierklinik oder den tierärztlichen Notdienst an, auch nachts.
Was es ist & warum es gefährlich ist

Der Lebensbaum (Thuja occidentalis und verwandte Arten) ist ein Zypressengewächs aus Nordamerika und Ostasien und zählt in Deutschland zu den mit Abstand häufigsten Heckenpflanzen in Gärten und an Grundstücksgrenzen. Die Zweige enthalten ein ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil Thujon, das im zentralen Nervensystem einen hemmenden Rezeptor blockiert und dadurch eine Übererregung der Nervenzellen bis hin zu Krämpfen auslösen kann; zusätzlich wirkt das Öl reizend auf Schleimhäute und schädigend auf Leber und Nieren. Für Hunde liegen keine allgemein anerkannten Schwellendosen vor, in der Praxis gilt aber gerade das häufige Kauen auf Heckenschnitt und abgeschnittenen Zweigen als relevantes Risiko, weil Thuja aufgrund ihrer enormen Verbreitung wahrscheinlich die giftige Pflanze ist, mit der Hunde im Alltag am häufigsten in Kontakt kommen. Die Beschwerden reichen von leichten Magen-Darm-Symptomen bei kleinen Mengen bis zu ernsteren Leber- und Nierenproblemen bei wiederholtem oder umfangreichem Kauen.

Symptome einer Vergiftung

Das ätherische Öl mit dem Hauptbestandteil Thujon sitzt vor allem in den frischen, grünen Zweigspitzen. Nach der Aufnahme zeigen sich meist Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall, bei empfindlichen Hunden auch Reizungen im Maulbereich. Bei größeren Mengen oder wiederholter Aufnahme, etwa wenn ein Hund regelmäßig auf Heckenschnitt kaut, können Muskelkrämpfe sowie Leber- und Nierenschäden hinzukommen, erkennbar unter anderem an Blut im Urin. Da die Symptome bei kleinen Mengen mild ausfallen können, wird die Gefahr im Alltag leicht unterschätzt; bei wiederholtem Kauverhalten sollte der Zugang zu Heckenschnitt konsequent unterbunden werden.

🚨 Was hilft im Notfall

Tierarzt aufsuchen. Leber- und Nierenwerte kontrollieren lassen. Bei Krämpfen: Notfall!

Vorkommen in Deutschland

Ursprünglich aus Nordamerika und Ostasien. In Deutschland extrem häufige Heckenpflanze, in fast jedem Garten, an Grundstücksgrenzen und in Parks zu finden. Wahrscheinlich die häufigste giftige Pflanze im direkten Wohnumfeld von Hunden.

Saison: Ganzjährig

← Zur kompletten Giftliste für Hunde (251 Einträge)

Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.