💊 Medikament · Gefahr mittel
Kortison-Präparate wie Prednisolon sind synthetische Glukokortikoide, die die Wirkung des körpereigenen Cortisols nachahmen und in der Tiermedizin gezielt gegen Entzündungen, Allergien und Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden. Bei versehentlicher Überdosierung, etwa durch Verwechslung, doppelte Gabe oder Zugriff auf einen ganzen Tablettenblister, verstärkt sich die stoffwechselbremsende und wassertreibende Wirkung über das gewünschte Maß hinaus. Kurzfristig äußert sich das in verstärktem Durst, Hunger und Harndrang, bei länger andauernder Überversorgung entwickelt sich das Bild eines medikamentenbedingten, sogenannten iatrogenen Cushing-Syndroms mit den entsprechenden Hormonstörungen. Eine einmalige versehentliche Überdosis ist meist deutlich weniger dramatisch als eine chronische Überversorgung, dennoch schwächt Kortison die Infektabwehr und kann Magenschleimhautschäden begünstigen, weshalb die Dosis nie eigenmächtig verändert werden sollte.
Kurzfristig zeigen sich vermehrter Durst und Hunger, häufigeres Urinieren, Hecheln und Unruhe. Bei chronischer Überdosierung über Wochen entwickeln sich Cushing-typische Anzeichen wie Muskelabbau, ein Hängebauch, dünne, leicht verletzliche Haut, schlechtes Fell und eine erhöhte Anfälligkeit für Haut- und Harnwegsinfekte, dazu Lethargie. In manchen Fällen kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu Magengeschwüren mit Erbrechen oder Blut im Stuhl, hier ist eine tierärztliche Kontrolle sinnvoll.
Tierarzt kontaktieren.
← Zur kompletten Giftliste für Hunde (251 Einträge)
Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.