🌿 Pflanze · Gefahr hoch
Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) stammt ursprünglich aus Kleinasien und dem Kaukasus und ist heute die häufigste immergrüne Heckenpflanze in deutschen Gärten und Wohnsiedlungen. Blätter und vor allem die Samen im Inneren der Steinfrüchte enthalten cyanogene Glykoside wie Prunasin und Amygdalin, die erst beim Zerkauen durch pflanzeneigene Enzyme gespalten werden und dabei giftige Blausäure freisetzen. Blausäure blockiert die Zellatmung, indem sie ein Schlüsselenzym der mitochondrialen Atmungskette hemmt, wodurch die Körperzellen trotz ausreichend Sauerstoff im Blut keinen Sauerstoff mehr verwerten können. Ganze, unzerkaut verschluckte Beeren sind deutlich weniger gefährlich als zerbissene Kerne, da die Blausäure nur bei mechanischer Zerstörung der Zellstruktur freigesetzt wird.
Werden Blätter oder zerkaute Kerne aufgenommen, können bereits nach kurzer Zeit Speicheln, Atemnot und auffallend leuchtend rote Schleimhäute auftreten, ein Hinweis darauf, dass der Sauerstoff im Blut nicht mehr verwertet werden kann. Ein Bittermandelgeruch aus dem Maul kann ein zusätzlicher Hinweis sein, ist jedoch nicht bei jedem Hund wahrnehmbar. Im weiteren Verlauf können Krämpfe, Koordinationsstörungen und ein rascher Kreislaufzusammenbruch auftreten, da die Zellen im ganzen Körper keinen Sauerstoff mehr nutzen können. Weil verschluckte, aber nicht zerkaute Beeren deutlich weniger Blausäure freisetzen, verläuft die Vergiftung sehr unterschiedlich, weshalb bei jedem Verdacht auf gekaute Kerne umgehend tierärztliche Hilfe gesucht werden sollte.
Tierarzt aufsuchen. Bei Atemnot oder Krämpfen: sofort Notfall-Tierarzt! Sauerstoffgabe kann nötig sein.
Ursprünglich aus Kleinasien und dem Kaukasus. In Deutschland die häufigste immergrüne Heckenpflanze, in Wohnsiedlungen, Parks und Gärten flächendeckend verbreitet. Beeren reifen im Spätsommer und fallen zu Boden.
Saison: Ganzjährig
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.