🌿 Pflanze · Gefahr hoch
Die Hundspetersilie ist ein einjähriges Doldengewächs, das häufig mit echter Petersilie, Kerbel oder Schierling verwechselt wird und deshalb oft unbeabsichtigt in Gärten und auf Äckern wächst. Der Giftstoff verteilt sich über die gesamte Pflanze und besteht aus dem Alkaloid Aethusin sowie verwandten Polyinverbindungen, die in Struktur und Wirkung dem Schierlingsgift Coniin ähneln. Diese Stoffe greifen das zentrale Nervensystem und die neuromuskuläre Reizübertragung an, wodurch Nerven zunächst überreizt und anschließend gelähmt werden. Für Hunde ist die Pflanze besonders tückisch, weil sie unauffällig zwischen Küchenkräutern oder Gemüse wachsen kann und der unangenehme Geruch nicht immer vom Fressen abhält. Belastbare Dosisangaben für Hunde fehlen weitgehend, die Giftwirkung ist aber aus Fällen bei Nutztieren und Menschen gut dokumentiert.
Erste Anzeichen wie Unruhe, vermehrter Speichelfluss und Erbrechen zeigen sich meist innerhalb der ersten ein bis zwei Stunden nach der Aufnahme. Danach kann sich eine zunehmende motorische Unruhe mit Muskelzittern entwickeln, die in Krämpfe übergeht. In schweren Fällen kommt es zu einer fortschreitenden Lähmung der Atemmuskulatur, die unbehandelt binnen weniger Stunden zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Da der Verlauf sehr schnell fortschreiten kann, ist bei Verdacht auf Aufnahme sofortiges tierärztliches Eingreifen entscheidend.
Tierarzt aufsuchen. Leicht mit Petersilie verwechselbar!
Ganz Europa; Äcker, Gärten, Wegränder, in D häufig, oft in Gemüsegärten als Unkraut
Saison: Sommer (Jun–Sep)
← Zur kompletten Giftliste für Hunde (251 Einträge)
Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.