🌿 Pflanze · Gefahr sehr hoch

Ist Blauer Eisenhut giftig für Hunde?

sehr hoch
Verdacht auf Vergiftung? Rufe sofort deinen Tierarzt, die nächste Tierklinik oder den tierärztlichen Notdienst an, auch nachts.
Was es ist & warum es gefährlich ist

Der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) ist ein Hahnenfußgewächs und gilt gemeinhin als giftigste heimische Pflanze Europas; er wächst wild in Alpen und Mittelgebirgen, wird aber auch als Zierstaude in Gärten kultiviert. Der Wirkstoff Aconitin ist in allen Pflanzenteilen enthalten, am höchsten konzentriert jedoch in der Wurzel, und wirkt an spannungsabhängigen Natriumkanälen der Nerven- und Herzmuskelzellen, wodurch diese dauerhaft aktiviert bleiben und ihre normale Erregungsleitung verlieren. Das erklärt sowohl die Kribbel- und Taubheitsgefühle als auch die lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen, die im Vordergrund einer Vergiftung stehen. Für Hunde wird die tödliche Aconitin-Dosis in tierärztlichen Quellen mit etwa 7,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht angegeben, was bereits wenigen Gramm Pflanzenmaterial pro Kilogramm entsprechen kann. Ein spezifisches Gegenmittel existiert nicht, sodass jede Aufnahme oder auch nur ausgeprägter Hautkontakt als Notfall gilt.

Symptome einer Vergiftung

Bereits intensiver Hautkontakt mit der Pflanze kann bei empfindlichen Hunden erste Vergiftungszeichen auslösen, deutlich gefährlicher ist jedoch das Anfressen von Blättern, Blüten oder vor allem der Wurzel. Meist innerhalb von 15 bis 60 Minuten nach der Aufnahme setzen ein Kribbeln und Taubheitsgefühl im Maulbereich, starkes Speicheln, Erbrechen und Durchfall ein. Im weiteren Verlauf drohen Herzrhythmusstörungen, ein starker Blutdruckabfall, Muskelzittern und Koordinationsstörungen. In schweren Fällen kommt es zu Atemlähmung und Herzstillstand; ohne rasche intensivmedizinische Behandlung verläuft eine ausgeprägte Vergiftung häufig tödlich, weshalb bei jedem Verdacht auf Kontakt mit Eisenhut sofortiges tierärztliches Handeln entscheidend ist.

🚨 Was hilft im Notfall

Sofort Notfall-Tierarzt! Jede Sekunde zählt, kein Gegengift verfügbar. Intensivmedizin mit Herzüberwachung und Beatmung. Prognose bei schneller Behandlung besser.

Vorkommen in Deutschland

Alpen, Mittelgebirge und feuchte Bergwiesen. In Deutschland wild in alpinen Regionen und Mittelgebirgen (Schwarzwald, Bayerischer Wald, Harz). Auch als Zierpflanze in Gärten, besondere Gefahr für Hunde und Kinder.

Saison: Sommer (Jun–Aug)

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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.