🌿 Pflanze · Gefahr sehr hoch
Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) ist ein in ganz Europa verbreiteter Doldenblütler, der an Wegrändern, Schuttplätzen und Brachflächen wächst und sich am rötlich gefleckten, kahlen Stängel von ähnlichen Doldenblütlern unterscheiden lässt. Die gesamte Pflanze, besonders Samen und junge Blätter, enthält die Piperidin-Alkaloide Coniin und Gamma-Coniceïn, die nikotinartig an Acetylcholinrezeptoren der neuromuskulären Endplatte wirken. Diese Alkaloide werden über Schleimhäute gut aufgenommen und führen zunächst zu einer Übererregung, dann zu einer zunehmenden Blockade der Nervenreizübertragung auf die Muskulatur. Für Hunde ist die Pflanze deshalb hochgefährlich, weil die Lähmung von den Gliedmaßen aufsteigend die Atemmuskulatur erreichen kann; eine gesicherte tödliche Dosis für Hunde ist nicht beziffert, generell gilt Schierling aber schon in kleinen Mengen als potenziell lebensbedrohlich.
Erste Anzeichen sind vermehrter Speichelfluss, Zittern der Muskulatur und ein schwankender, unsicherer Gang. Im Verlauf entwickelt sich eine aufsteigende Lähmung, die zunächst die Hintergliedmaßen betrifft und sich zunehmend nach vorne ausbreitet, begleitet von Muskelschwäche und Koordinationsstörungen. Erreicht die Lähmung die Atemmuskulatur, kommt es zu Atemnot und im weiteren Verlauf zu Atemstillstand, häufig ohne dass zuvor Krampfanfälle auftreten. Da der Verlauf innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann, ist bei jedem Verdacht auf Schierlingskontakt sofortige tierärztliche Notfallbehandlung notwendig.
Sofort Notfall-Tierarzt!
Ganz Europa; Wegränder, Schuttplätze, Brachflächen, in D zerstreut, bes. in wärmeren Lagen
Saison: Sommer (Jun–Aug)
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.