🌿 Pflanze · Gefahr sehr hoch
Blaualgen sind trotz des Namens keine echten Algen, sondern Cyanobakterien, die sich in warmen, nährstoffreichen und stehenden Gewässern wie Seen und Teichen massenhaft vermehren können und dabei sichtbare grünliche Wasserblüten bilden. Der Giftstoff ist nicht einheitlich, sondern umfasst verschiedene Cyanotoxine, vor allem lebertoxische Microcystine und das nervengiftige Anatoxin-a, die je nach Algenart und Blütephase in stark schwankenden Mengen produziert werden. Microcystine hemmen wichtige Enzyme in Leberzellen und führen so zu fortschreitendem Leberversagen, während Anatoxin-a wie Acetylcholin an nikotinergen Rezeptoren wirkt und dadurch eine massive Übererregung der Muskulatur bis zur Lähmung auslöst. Für Hunde ist die Gefahr besonders groß, weil sie beim Schwimmen und anschließenden Fellablecken oder direkt beim Trinken aus betroffenen Gewässern große Mengen Toxin aufnehmen können, und weil die Konzentration im Wasser optisch kaum einzuschätzen ist. Da die genaue Toxinmenge einer Wasserblüte praktisch nie vorab bekannt ist, gilt grundsätzlich jedes sichtbar grün-blau schillernde oder trüb-schaumige stehende Gewässer im Sommer als potenziell hochgefährlich.
Bei Aufnahme von anatoxinhaltigem Wasser können Symptome dramatisch schnell einsetzen, teils binnen weniger Minuten bis zu einer Stunde, mit Muskelzittern, Steifheit, Koordinationsstörungen und rasch fortschreitender Atemlähmung, die unbehandelt innerhalb kurzer Zeit tödlich enden kann. Bei überwiegend microcystinhaltigen Blüten stehen dagegen zunächst Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Mattigkeit im Vordergrund, während sich im Verlauf von Stunden bis wenigen Tagen ein fortschreitendes Leberversagen mit Gelbsucht, blutigem Erbrechen oder Durchfall und Bewusstseinstrübung entwickeln kann. Da beide Verlaufsformen ohne sofortige Behandlung tödlich enden können und sich äußerlich kaum unterscheiden lassen, ist nach jedem Kontakt mit verdächtigem Wasser bei ersten Anzeichen sofortige Notfallversorgung beim Tierarzt notwendig. Vorsorgeverhalten wie das Abspülen des Fells nach dem Schwimmen in unbekannten Gewässern kann das Risiko einer zusätzlichen oralen Aufnahme über das Fell verringern.
Sofort Notfall-Tierarzt! Nicht aus stehenden Gewässern trinken lassen.
Weltweit in stehenden Gewässern; in D bes. in Seen und Teichen in Brandenburg, Mecklenburg, Schleswig-Holstein
Saison: Sommer (Jun–Sep, warme Gewässer)
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.