🌿 Pflanze · Gefahr sehr hoch
Das Schwarze Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) ist ein in Mittel- und Südeuropa verbreitetes Nachtschattengewächs, das bevorzugt auf Schuttplätzen, an Wegrändern und alten Mauern wächst und in Deutschland zwar selten, aber verbreitet vorkommt. Alle Pflanzenteile, vor allem Wurzeln und Samen, enthalten die Tropanalkaloide L-Hyoscyamin und Scopolamin, die wie beim Stechapfel anticholinerg wirken und Acetylcholinrezeptoren blockieren. Zentral wirken diese Alkaloide sowohl erregend als auch dämpfend, peripher stören sie Kreislauf und vegetatives Nervensystem. Für Hunde gelten bereits Blattmengen über etwa einem halben Gramm als giftig; eine gesicherte Dosis-Wirkungs-Beziehung speziell für Hunde ist jedoch nicht ausführlich dokumentiert, sodass jede Aufnahme vorsichtshalber ernst genommen werden sollte.
Die Vergiftung äußert sich durch stark erweiterte Pupillen, trockene, gerötete Schleimhäute, heiße Haut und beschleunigten Herzschlag. Hunde können Schluckbeschwerden, Heiserkeit und Sehstörungen zeigen, im Verlauf kommen Erregungszustände und Halluzinationen hinzu, teils wechselnd mit Phasen von Sedierung und Benommenheit. Bei stärkerer Vergiftung sind Krampfanfälle möglich, in schweren Fällen führt eine Atemlähmung zum Tod. Da der Verlauf unvorhersehbar zwischen Erregung und Dämpfung wechseln kann, ist bei Verdacht auf Bilsenkraut-Kontakt sofortige tierärztliche Behandlung erforderlich.
Sofort Notfall-Tierarzt!
Mittel- und Südeuropa; Schuttplätze, Wegränder, alte Mauern, in D selten, aber verbreitet
Saison: Sommer (Jun–Aug)
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.