💊 Medikament · Gefahr hoch
Diazepam und verwandte Benzodiazepine verstärken die Wirkung des hemmenden Botenstoffs GABA im zentralen Nervensystem und werden bei Hunden tierärztlich gegen Angst, Krampfanfälle oder Muskelverspannungen eingesetzt. Bei Überdosierung nimmt die dämpfende Wirkung so stark zu, dass neben Schläfrigkeit auch die Koordination und im Extremfall die Atmung beeinträchtigt werden können, Studien beschreiben bereits ab etwa 0,22 Milligramm pro Kilogramm Sedierung und Ataxie, ab etwa 0,6 Milligramm pro Kilogramm Zittern, Lautäußerungen und Unruhe. Ein Teil der Hunde zeigt bei hohen Dosen statt Beruhigung eine paradoxe Erregung mit Hyperaktivität, die anschließend in eine ausgeprägte Dämpfung übergehen kann, dieses wechselhafte Bild erschwert die Einschätzung von außen. In seltenen Fällen, insbesondere bei bestimmten Rassen wie Australian Shepherds, Collies oder verwandten Hütehundrassen, kann Diazepam zudem eine unvorhersehbare, nicht dosisabhängige Leberschädigung auslösen.
Die Wirkung setzt meist innerhalb der ersten ein bis zwei Stunden ein: ausgeprägte Schläfrigkeit, Muskelschwäche, ein wackeliger Gang, Orientierungslosigkeit und Übelkeit. Bei einigen Hunden zeigt sich stattdessen oder im Wechsel eine paradoxe Erregung mit Unruhe, Zittern und Vokalisieren. In schweren Fällen folgt eine fortschreitende Atemdepression bis zum Atemstillstand, selten und meist erst Tage später zeigen sich Anzeichen einer Leberschädigung wie Gelbsucht, Appetitlosigkeit und Erbrechen.
Tierarzt aufsuchen.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.