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Ist Bärlauch giftig für Hunde?

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Verdacht auf Vergiftung? Rufe sofort deinen Tierarzt, die nächste Tierklinik oder den tierärztlichen Notdienst an, auch nachts.
Bärlauch, giftig für Hunde
Was es ist & warum es gefährlich ist

Bärlauch (Allium ursinum) gehört botanisch zur selben Gattung wie Zwiebel, Knoblauch und Lauch und enthält ähnliche schwefelhaltige Verbindungen, sogenannte Cystein-Sulfoxide, die beim Zerkleinern der Pflanze zu reaktiven Schwefelmetaboliten umgewandelt werden. Diese Stoffe oxidieren das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen des Hundes und lösen sogenannte Heinz-Innenkörperchen aus, ein Vorgang, der die Zellen brüchig und funktionsuntüchtig macht. Hunde verfügen im Vergleich zum Menschen über eine geringere körpereigene Kapazität, diese oxidativen Schäden an den Erythrozyten abzupuffern, was sie deutlich empfindlicher für Lauchgewächse macht. Der Wirkmechanismus ist für die Gattung Allium insgesamt gut erforscht, während spezifisch zu Bärlauch im Vergleich zu Zwiebel und Knoblauch weniger eigenständige Studien vorliegen.

Symptome einer Vergiftung

In den ersten Stunden nach der Aufnahme stehen Magen-Darm-Beschwerden im Vordergrund, Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Da sich die Schädigung der roten Blutkörperchen erst mit einer Verzögerung von etwa 1 bis 5 Tagen aufbaut, folgen erst danach die eigentlich besorgniserregenden Anzeichen der Blutarmut, blasse Schleimhäute, zunehmende Schwäche und Mattigkeit sowie ein rötlich-brauner Urin durch den Zerfall des Hämoglobins. Schreitet die Anämie unbehandelt fort, kann es zu beschleunigtem Herzschlag, Kreislaufschwäche und Kollaps kommen. Wegen dieser Verzögerung sollte auch dann tierärztlich untersucht werden, wenn der Hund nach dem Spaziergang zunächst wieder unauffällig wirkt.

🚨 Was hilft im Notfall

Tierarzt aufsuchen. Blutbild kontrollieren lassen. Bei großen Mengen: Infusionstherapie und Bluttransfusion können nötig sein.

Vorkommen in Deutschland

Ganz Mitteleuropa in feuchten Laub- und Auwäldern. In Deutschland besonders häufig in Süddeutschland und Mittelgebirgen. Massenvorkommen z.B. im Leipziger Auwald, Schwarzwald und an der Donau. Gefahr beim Spaziergang: Hunde fressen die Blätter.

Saison: Frühling (Mär–Mai)

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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.