💊 Medikament · Gefahr hoch

Als Antidepressiva werden hier vor allem selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI, zum Beispiel Sertralin, Fluoxetin) sowie verwandte Wirkstoffgruppen bezeichnet, die beim Menschen gegen Depressionen, Angststörungen und Zwangsstörungen eingesetzt werden. Sie erhöhen die Verfügbarkeit des Botenstoffs Serotonin im Gehirn, indem sie dessen Wiederaufnahme in die Nervenzellen blockieren. Bei Hunden kann eine Überdosierung, besonders die versehentliche Aufnahme mehrerer Tabletten oder die Kombination mit anderen serotonin-aktiven Substanzen, ein Serotonin-Syndrom auslösen, eine potenziell lebensbedrohliche Überstimulation des Nervensystems. Nach tierärztlichen Fallserien treten klinische Symptome meist innerhalb von 30 Minuten bis vier Stunden nach Aufnahme auf, eine allgemeingültige toxische Schwelle lässt sich wegen der Vielzahl unterschiedlicher Wirkstoffe nicht angeben, die Prognose ist bei rechtzeitiger Behandlung aber überwiegend gut.
Erste Anzeichen sind meist Erbrechen, vermehrter Speichelfluss und Unruhe, die sich innerhalb weniger Stunden zu ausgeprägter Erregung und Aggressivität steigern können. Charakteristisch für ein Serotonin-Syndrom sind zudem Zittern, gesteigerte Reflexe, Muskelzuckungen und geweitete Pupillen. Im weiteren Verlauf können sich Herzrasen, erhöhte Körpertemperatur und in schweren Fällen Krampfanfälle entwickeln, wobei die Übererregung des Nervensystems selbst zur Überhitzung beiträgt. Bei sehr hohen Dosen sind zudem Gleichgewichtsstörungen und eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands möglich, die rasche tierärztliche Behandlung erfordert.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.