💊 Medikament · Gefahr hoch
Methylphenidat (etwa Ritalin) und verwandte Wirkstoffe gehören zu den Amphetamin-ähnlichen Stimulanzien, die beim Menschen zur Behandlung von ADHS und Narkolepsie eingesetzt werden. Sie erhöhen die Verfügbarkeit der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin im Gehirn und wirken dadurch stark stimulierend auf das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System. Hunde reagieren besonders empfindlich, nach Angaben des Pet Poison Helpline gelten bereits Dosen ab etwa 0,5 Milligramm pro Kilogramm als toxisch, retardierte, also langsam freisetzende Formulierungen bergen zudem ein höheres Risiko, da die Wirkung verzögert einsetzt und länger anhält. Bemerkenswert ist, dass die Schwere der Symptome nicht immer mit der aufgenommenen Menge übereinstimmt, weshalb auch kleine Mengen ernst genommen werden sollten.
Betroffene Hunde zeigen häufig rasch einsetzende Unruhe, Hyperaktivität und geweitete Pupillen. Im weiteren Verlauf treten deutliches Herzrasen, erhöhter Blutdruck, Zittern und vermehrter Speichelfluss sowie Erbrechen auf. Die starke Übererregung des Nervensystems kann zu einer gefährlichen Erhöhung der Körpertemperatur führen, begleitet von Muskelzittern bis hin zu Krampfanfällen. In schweren Fällen sind Herzrhythmusstörungen und ein lebensbedrohlicher Kreislaufkollaps möglich, ein spezifisches Gegenmittel existiert nicht.
Sofort Tierarzt.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.