🍫 Lebensmittel · Gefahr mittel
Grüner Tee stammt wie schwarzer Tee von der Pflanze Camellia sinensis, wird aber kaum fermentiert, wodurch neben Koffein auch die verwandten Methylxanthine Theobromin und Theophyllin sowie viel Catechin erhalten bleiben. Wird der Tee stark aufgebrüht, als Matcha zubereitet oder als Extrakt beziehungsweise Kapsel verabreicht, steigt die Methylxanthin-Konzentration pro Milliliter deutlich über die einer normalen Tasse. Hunde bauen Methylxanthine erheblich langsamer ab als Menschen, sodass sich der Wirkstoff im Blut anreichert und länger wirkt als beim Menschen bei vergleichbarer Dosis. Als grobe Orientierung gelten in der veterinärmedizinischen Literatur Belastungen ab etwa 9 Milligramm Koffein-Äquivalent je Kilogramm Körpergewicht als Schwelle für erste Symptome und ab etwa 18 Milligramm je Kilogramm als deutlich gefährlicher; diese Werte stammen aus Vergiftungsfällen mit Koffein und Schokolade und sind auf grünen Tee gut übertragbar, auch wenn Einzelfälle je nach Sorte und Zubereitung variieren.
Auch grüner Tee enthält Koffein sowie verwandte Methylxanthine, die über dieselbe Blockade der Adenosinrezeptoren Herz und Nervensystem stimulieren wie bei schwarzem Tee oder Kaffee. Besonders zu beachten ist Matcha, bei dem das gesamte fein gemahlene Teeblatt verzehrt wird, statt wie beim Aufbrühen nur einen Teil der Wirkstoffe ans Wasser abzugeben, wodurch die aufgenommene Koffeinmenge deutlich höher ausfällt als bei normalem grünem Tee. Symptome wie Herzrasen, Erbrechen und Unruhe zeigen sich meist innerhalb von 1 bis 2 Stunden nach der Aufnahme. Konzentrierte Aufgüsse oder das direkte Fressen von Teeblättern beziehungsweise Matchapulver sind daher deutlich riskanter als eine verdünnte Tasse Tee.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.