🧪 Stoff · Gefahr hoch
Terpentin und andere Lackverdünner sind Gemische leichtflüchtiger Lösemittel wie Terpentinöl, Testbenzin oder Aceton, die zum Verdünnen und Entfernen von Farben und Lacken verwendet werden. Diese Substanzen werden über Magen-Darm-Trakt und Lunge gut aufgenommen und reichern sich vor allem in Leber, Nieren und Gehirn an, wo sie über Wochen hinweg Gewebeschäden verursachen können; die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Nieren. Die größte unmittelbare Gefahr ist jedoch die Aspiration: Wegen der geringen Viskosität gelangen diese Lösemittel besonders leicht beim Schlucken oder Erbrechen in die Lunge und lösen dort eine schwere, mitunter tödliche chemische Lungenentzündung aus. Deshalb darf nach Kontakt mit Terpentin oder Verdünner unter keinen Umständen Erbrechen ausgelöst werden, auch wenn größere Mengen verschluckt wurden.
Nach dem Kontakt mit Terpentin oder Verdünner zeigen sich meist rasch starker Speichelfluss, ein deutlicher Lösemittelgeruch aus dem Maul, Erbrechen sowie Reizungen von Haut und Augen bei äußerem Kontakt. Wird Flüssigkeit eingeatmet oder gelangt sie beim Erbrechen in die Lunge, können sich innerhalb weniger Stunden Husten, beschleunigte Atmung und zunehmende Atemnot als Zeichen einer Aspirationspneumonie entwickeln, die auch tödlich verlaufen kann. Zusätzlich wirken diese Lösemittel dämpfend auf das Nervensystem, was sich in Benommenheit, Koordinationsstörungen, niedrigem Blutdruck und in schweren Fällen einer Bewusstseinstrübung äußert. Über die folgenden Tage können durch die Anreicherung in Leber und Nieren zudem Anzeichen einer Organschädigung wie eine Gelbfärbung der Schleimhäute, vermehrter Durst oder verminderter Urinabsatz hinzukommen.
NICHT erbrechen lassen! Sofort Tierarzt.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.