🧪 Stoff · Gefahr sehr hoch
Ethylenglykol ist eine süß schmeckende, farblose Alkohol-Verbindung, die als Frostschutzmittel in Kühlerflüssigkeit, teils auch in Bremsflüssigkeit oder Enteisern steckt. Der süße Geschmack macht ausgelaufene Pfützen aus der Garage für Hunde attraktiv, weshalb schon kleine Mengen aufgeleckt werden. Im Körper wird Ethylenglykol über die Alkoholdehydrogenase zu Glykolaldehyd, Glykolsäure und schließlich Oxalsäure abgebaut; die Oxalsäure bindet Kalzium zu Kalziumoxalat-Kristallen, die sich in den Nierenkanälchen ablagern und die Nieren binnen Tagen zerstören. Als grobe Orientierung aus der Fachliteratur gilt bereits eine sehr geringe Menge von etwa 4,4 Millilitern unverdünntem Ethylenglykol pro Kilogramm Körpergewicht als möglicherweise tödlich, kleine Hunde sind entsprechend besonders gefährdet. Entscheidend ist das enge Zeitfenster: Nur in den ersten Stunden nach der Aufnahme kann ein Tierarzt den Abbau zu den giftigen Zwischenprodukten noch bremsen, danach ist die Nierenschädigung meist nicht mehr umkehrbar.
Der Verlauf gliedert sich typischerweise in drei Phasen. In den ersten dreißig Minuten bis etwa zwölf Stunden wirkt der Hund wie betrunken: Er taumelt, ist unkoordiniert, sabbert, erbricht und trinkt sowie uriniert auffällig viel; manche Hunde scheinen sich in dieser Phase kurzzeitig sogar zu erholen, was leicht täuscht. In der zweiten Phase, etwa zwölf bis vierundzwanzig Stunden nach der Aufnahme, verschlechtert sich der Kreislauf: Herzschlag und Atmung beschleunigen sich, der Blutdruck wird instabil, und es können erste Krämpfe auftreten, während die eigentliche Vergiftung im Hintergrund weiter fortschreitet. Ab etwa sechsunddreißig bis zweiundsiebzig Stunden setzt die dritte, oft tödliche Phase ein: Durch Kalziumoxalat-Kristalle in den Nieren kommt es zu akutem Nierenversagen mit starker Apathie, Erbrechen, fehlendem oder sehr geringem Urinabsatz und schließlich Koma. Erste Kristalle im Urin lassen sich laborchemisch teils schon nach etwa sechs Stunden nachweisen, weshalb bei jedem Verdacht auf Kontakt mit Frostschutzmittel sofort und ohne Abwarten von Symptomen ein Tierarzt aufgesucht werden sollte.
Sofort Notfall-Tierarzt! Süßlicher Geschmack lockt Hunde an.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.