🧪 Stoff · Gefahr sehr hoch
Metaldehyd ist der Wirkstoff klassischer Schneckenkorn-Präparate und liegt meist als Pellets vor, die optisch und geruchlich Trockenfutter oder Leckerlis täuschend ähnlich sehen, was Hunde zum Fressen größerer Mengen verleitet. Nach der Aufnahme wird Metaldehyd im Magen teilweise zu giftigem Acetaldehyd umgewandelt und senkt im Gehirn den Spiegel des hemmenden Botenstoffs GABA sowie von Serotonin und Noradrenalin, wodurch Nervenzellen unkontrolliert feuern. Die Folge sind Muskelzittern, Krämpfe und eine gefährlich erhöhte Körpertemperatur, die wiederum weitere Organschäden nach sich ziehen kann. Als grober Anhaltspunkt aus der Literatur gilt eine mittlere letale Dosis von etwa 100 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht beim Hund, wobei die tatsächliche Empfindlichkeit individuell schwanken kann. Überlebt ein Hund die ersten vierundzwanzig Stunden nach der Vergiftung, ist die Prognose nach tierärztlicher Literatur meist deutlich besser.
Die Symptome setzen oft schon innerhalb von einer bis drei Stunden nach der Aufnahme ein und können sehr schnell fortschreiten. Zunächst fallen Unruhe, vermehrter Speichelfluss und ein unsicherer, wackeliger Gang auf, gefolgt von Muskelzittern, das sich zu ausgeprägten Zuckungen steigert. Im weiteren Verlauf treten generalisierte Krampfanfälle auf, die sich gegenseitig verstärken können, während die Körpertemperatur durch die anhaltende Muskelaktivität stark ansteigt (Hyperthermie). In schweren, unbehandelten Fällen kommt es durch die Kombination aus Dauerkrämpfen, Überhitzung und Erschöpfung der Atemmuskulatur zum Atemstillstand. Da sich der Zustand innerhalb kurzer Zeit dramatisch verschlechtern kann, zählt jeder Verdacht auf eine Schneckenkorn-Aufnahme zu den akutesten Notfällen dieser Liste.
Sofort Notfall-Tierarzt!
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.