🧪 Stoff · Gefahr sehr hoch
Knopfzellen sind kleine, scheibenförmige Batterien, häufig Lithium- oder Alkali-Zellen, wie sie in Uhren, Fernbedienungen, Hörgeräten und Lichterketten verbaut sind. Für Hunde extrem gefährlich, weil beim Kontakt der Batterie mit feuchtem Gewebe ein elektrischer Stromkreis entsteht, der an der negativen Batteriepolseite eine lokale Hydroxidbildung auslöst; dieser stark alkalische, ätzende Effekt kann Gewebe direkt an der Kontaktstelle zerstören. Bleibt eine Knopfzelle in der Speiseröhre stecken, kann diese Verätzung nach tierexperimentellen Untersuchungen bereits nach wenigen Minuten beginnen und sich innerhalb der folgenden ein bis zwei Stunden bis in tiefere Gewebeschichten fortsetzen; in besonders schweren Fällen wurde sogar ein Durchbruch bis zur Luftröhre beschrieben. Zusätzlich zur Verätzung kann aus einer beschädigten Zelle Batteriesäure oder Schwermetall austreten und die Vergiftung verstärken. Wegen dieses sehr schnellen Verletzungsverlaufs zählt eine verschluckte Knopfzelle zu den dringlichsten Notfällen der Kleintiertoxikologie.
Erste Anzeichen können vermehrtes Speicheln, Würgen, Schluckbeschwerden und allgemeines Unwohlsein sein, oft schon innerhalb der ersten Stunde. Bleibt die Batterie in der Speiseröhre stecken, entwickeln sich rasch Schmerzäußerungen beim Schlucken, Appetitverweigerung, Würgereiz und mitunter sichtbares Unwohlsein im Halsbereich. Innerhalb weniger Stunden können durch die fortschreitende Verätzung Anzeichen einer Speiseröhren- oder Magenverletzung hinzukommen: Erbrechen, teils mit Blutbeimengung, Teerstuhl als Zeichen innerer Blutungen sowie zunehmende Lethargie. In schweren Fällen mit tiefer reichender Gewebeschädigung sind Atembeschwerden möglich, falls die Verletzung bis in Richtung Luftröhre fortschreitet. Da sich die schwerwiegendsten Komplikationen innerhalb weniger Stunden entwickeln können und die äußerlich sichtbaren Frühsymptome die tatsächliche Schwere der inneren Verätzung oft unterschätzen lassen, gilt jeder Verdacht auf eine verschluckte Knopfzelle als dringlicher Notfall, der ohne Zeitverzug tierärztlich abgeklärt werden muss.
Sofort Notfall-Tierarzt! Keine Wartezeit!
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.