🧪 Stoff · Gefahr sehr hoch
Unter „Rattengift“ werden mehrere chemisch völlig unterschiedliche Wirkstoffgruppen zur Nagetierbekämpfung verkauft, die auf den Hundeorganismus jeweils anders wirken. Antikoagulanzien wie Warfarin oder stärkere Cumarin-Derivate der zweiten Generation hemmen die Vitamin-K-abhängige Bildung von Gerinnungsfaktoren in der Leber, sodass die Blutgerinnung erst nach Tagen versagt. Bromethalin ist kein Gerinnungshemmer, sondern ein Nervengift, das die Energieproduktion in Nervenzellen stört und dadurch eine Hirnschwellung auslöst. Cholecalciferol (Vitamin D3) führt zu einem massiven Anstieg des Blutkalziums, der Nieren und Blutgefäße schädigt, während Phosphide im Magen giftiges Phosphingas freisetzen, das Magen-Darm-Trakt, Leber und Kreislauf akut schädigt. Da von außen nicht erkennbar ist, welcher Wirkstoff in einem Köder steckt, gilt jede Aufnahme von Rattengift als tierärztlicher Notfall, idealerweise mit Vorlage der Verpackung zur Wirkstoffbestimmung.
Je nach Wirkstoff sehr unterschiedlich und teils zeitlich stark verzögert: Bei Antikoagulanzien (Warfarin und ähnliche Wirkstoffe) zeigen sich in den ersten ein bis drei Tagen oft noch keine Anzeichen, dann folgen Mattigkeit, Blässe, Nasenbluten, blutiger Stuhl oder Urin, Blutergüsse und im schlimmsten Fall lebensbedrohliche innere Blutungen. Bromethalin (Nervengift) verursacht je nach Dosis nach Stunden bis wenigen Tagen Koordinationsstörungen, Muskelzittern, Krämpfe und Lähmungen bis hin zum Tod durch Hirnschwellung. Cholecalciferol (Vitamin D3) macht sich meist erst nach ein bis zwei Tagen bemerkbar, mit starkem Durst, vermehrtem Urinabsatz, Erbrechen und fortschreitendem Nierenversagen. Phosphide reizen den Magen unmittelbar nach Kontakt mit Magensäure, sodass innerhalb weniger Stunden starkes Erbrechen, Bauchschmerzen, Kreislaufschock und Atemnot auftreten können.
Sofort Notfall-Tierarzt! Verpackung MITNEHMEN, der Wirkstoff entscheidet über die Behandlung.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.