🧪 Stoff · Gefahr hoch
Mottenkugeln bestehen meist aus Naphthalin oder Paradichlorbenzol, zwei aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen, die als Repellent gegen Kleidermotten in Schränken und Kleidersäcken ausgelegt werden. Für Hunde gefährlich, weil Naphthalin oxidative Schäden an roten Blutkörperchen auslöst und dadurch eine hämolytische Anämie sowie eine Methämoglobinbildung verursachen kann; zusätzlich reizt der Stoff den Magen-Darm-Trakt direkt. Nach vorliegenden Angaben kann bei Hunden bereits eine Aufnahme im Bereich von etwa eineinhalb Gramm pro Kilogramm Körpergewicht eine hämolytische Anämie auslösen, wobei eine einzelne Mottenkugel je nach Produkt bereits mehrere Gramm wiegt, sodass kleine Hunde mit wenigen Kugeln in den kritischen Bereich kommen können. Campherhaltige Varianten gelten als noch giftiger als Naphthalin, gefolgt von Paradichlorbenzol. Aufnahme über Verschlucken ist am häufigsten, Einatmen der Dämpfe in schlecht belüfteten Räumen und Aufnahme über die Haut sind aber ebenfalls möglich.
Zunächst stehen Magen-Darm-Symptome im Vordergrund: Erbrechen, Appetitlosigkeit und Bauchschmerzen treten meist innerhalb weniger Stunden nach der Aufnahme auf. Bei größeren aufgenommenen Mengen entwickelt sich im Verlauf von Stunden bis ein bis zwei Tagen eine hämolytische Anämie mit blassen oder gelblichen Schleimhäuten, dunkel verfärbtem Urin, Schwäche sowie schnellerer Atmung und schnellerem Herzschlag. Eine begleitende Methämoglobinbildung kann zu bläulich-grauen Schleimhäuten und Atemnot führen. In selteneren, schweren Fällen wurden auch neurologische Zeichen wie Zittern, unsicherer Gang und Krampfanfälle beschrieben. Ohne Behandlung kann die Anämie so ausgeprägt werden, dass eine Bluttransfusion notwendig wird; der Schweregrad hängt stark von der aufgenommenen Menge und dem jeweiligen Wirkstoff, Naphthalin, Paradichlorbenzol oder Campher, ab.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.