🧪 Stoff · Gefahr hoch
Motoröl ist ein Gemisch aus Mineralölkohlenwasserstoffen, das während des Betriebs im Motor zusätzlich Schwermetalle wie Blei, Zink oder Chrom sowie Verbrennungsrückstände aufnimmt, die die Giftwirkung von gebrauchtem Öl gegenüber frischem Öl noch verstärken. Die eigentliche Hauptgefahr liegt weniger in der systemischen Giftwirkung als in der Aspiration: Gelangen beim Schlucken oder beim nachfolgenden Erbrechen feine Öltröpfchen in die Lunge, zerstören sie dort das Surfactant, jene Substanz, die die Lungenbläschen offenhält, wodurch diese kollabieren. Dies kann innerhalb kurzer Zeit zu einer schweren, teils tödlichen chemischen Lungenentzündung führen, selbst wenn nur eine kleine Menge Öl eingeatmet wurde. Zusätzlich kann Motoröl über eine Magen-Darm-Reizung sowie durch die aufgenommenen Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe die Leber belasten. Wegen der hohen Aspirationsgefahr darf nach Ölaufnahme kein Erbrechen ausgelöst werden.
Nach dem Kontakt mit Motoröl fallen zunächst starker Speichelfluss, Lecken am Maul und ein deutlicher Ölgeruch auf, häufig gefolgt von Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung sowie Appetitlosigkeit. Die gefährlichste Entwicklung betrifft die Atemwege: Gelangt Öl beim Schlucken oder Erbrechen in die Lunge, können sich innerhalb weniger Stunden Husten, beschleunigte Atmung und zunehmende Atemnot entwickeln, die sich zu einer schweren Aspirationspneumonie ausweitet. Zusätzlich sind Mattigkeit, Zittern oder auch ungewöhnliche Erregung als Zeichen einer Beteiligung des Nervensystems möglich. Über mehrere Tage können durch die enthaltenen Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe zudem Anzeichen einer Leberbelastung wie eine Gelbfärbung der Schleimhäute oder ausgeprägte Mattigkeit hinzukommen.
NICHT erbrechen lassen! Tierarzt aufsuchen.
← Zur kompletten Giftliste für Hunde (251 Einträge)
Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.