🧪 Stoff · Gefahr mittel
Sekundenkleber besteht meist aus Cyanoacrylaten, die bei Kontakt mit Feuchtigkeit, wie sie im Maul immer vorhanden ist, innerhalb von Sekunden aushärten und dabei Wärme freisetzen. Auf feuchten Schleimhäuten wie Zunge, Lefzen oder Gaumen kann diese Reaktionswärme in Verbindung mit der raschen Verklebung leichte thermische Reizungen des Gewebes verursachen. Die eigentliche Gefahr liegt aber meist weniger in einer chemischen Vergiftung, ausgehärteter Sekundenkleber gilt als weitgehend ungiftig, sondern in der mechanischen Verklebung von Kiefer oder Lefzen sowie im Verschlucken größerer ausgehärteter Klumpen, die im Magen oder Darm einen Verschluss verursachen können. Kleinere, im Maul verklebte Reste lösen sich meist innerhalb ein bis zwei Tagen von selbst und dürfen nicht gewaltsam entfernt werden, um das darunterliegende Gewebe nicht zu verletzen.
Direkt nach dem Kontakt mit Sekundenkleber fallen meist ein plötzliches Zusammenkleben von Lefzen, Zunge oder Zähnen sowie eine dadurch bedingte Schwierigkeit beim Öffnen des Mauls, Fressen oder Trinken auf. Betroffene Hunde zeigen häufig Unruhe, vermehrten Speichelfluss und Pfoten am Maul; in leichten Fällen bleibt es bei einer grauweißen, festen Verklebung, die sich über ein bis zwei Tage von selbst löst. Wird eine größere Menge Klebstoff verschluckt, kann sich dieser im Magen oder Darm zu einem festen Klumpen verbinden, der Erbrechen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und im weiteren Verlauf Anzeichen eines Darmverschlusses wie einen aufgeblähten Bauch und ausbleibenden Kotabsatz auslöst. In seltenen Fällen kann es bei sehr starker Verklebung des Rachenraums auch zu Atembeschwerden kommen, weshalb bei ausgeprägter Verklebung oder Verschlucken größerer Mengen tierärztlicher Rat eingeholt werden sollte.
Tierarzt kontaktieren. Nicht versuchen zu entfernen.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.