🧪 Stoff · Gefahr mittel
Dauerhafte Haarfärbemittel enthalten häufig para-Phenylendiamin (PPD) als Farbstoff-Vorstufe sowie Ammoniak oder andere alkalische Verbindungen und Wasserstoffperoxid als Entwicklerkomponente. PPD kann beim Verschlucken schwere, typischerweise verzögert einsetzende Reaktionen auslösen: zunächst Schwellungen im Mund- und Rachenraum, später Muskelzerfall und daraus folgendes Nierenversagen sowie Leberschäden. Belastbare Dosisangaben für Hunde fehlen weitgehend, da die meisten Daten aus Humanfällen mit absichtlicher Einnahme großer Mengen stammen, bereits kleine Mengen der unverdünnten Farbcreme sollten aber ernst genommen werden. Die alkalischen Bestandteile wirken zusätzlich reizend bis leicht ätzend auf die Schleimhäute.
Kurz nach der Aufnahme zeigen sich Speichelfluss, Erbrechen und eine Reizung der Maulschleimhaut. Besonders zu beachten ist der verzögerte, zweizeitige Verlauf: Nach einigen Stunden bis Tagen können Schwellungen im Rachenbereich mit Schluckbeschwerden, dunkel gefärbter Urin als Zeichen von Muskelzerfall sowie Anzeichen von Leber- oder Nierenschäden wie Appetitlosigkeit, Erbrechen und verändertes Wasserlassen hinzukommen. Bei Schwellungen im Rachen- oder Halsbereich besteht die Gefahr einer Atemwegsverlegung, weshalb auch bei zunächst mildem Verlauf eine engmaschige tierärztliche Beobachtung über mehrere Tage ratsam ist.
Tierarzt kontaktieren.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.