🧪 Stoff · Gefahr hoch
Geschirrspültabs und Geschirrspülmaschinen-Reiniger sind im Gegensatz zu Handspülmittel deutlich stärker alkalisch, viele Produkte liegen laut Fachliteratur bei einem pH-Wert über elf und gelten damit als echte Ätzstoffe. Die kompakte, oft bunte und gummiartige Form der Tabs verleitet Hunde dazu, das gesamte Tab ins Maul zu nehmen und darauf zu beißen, wodurch die konzentrierte, ätzende Füllung schlagartig freigesetzt wird und direkten Kontakt mit Zunge, Gaumen und Rachen bekommt. Auswertungen von Vergiftungsfällen zeigen, dass ein sehr großer Anteil der betroffenen Hunde nach dem Kontakt mit solchen Kapseln Symptome entwickelt, am häufigsten Erbrechen sowie Atemwegsreizungen durch eingeatmete Dampfblasen oder Spritzer. Wegen der Verätzungsgefahr darf nach Kontakt mit Geschirrspültabs kein Erbrechen ausgelöst werden.
Unmittelbar nach dem Zerbeißen eines Geschirrspültabs zeigen sich meist starker Speichelfluss, Pfoten am Maul, Schmerzäußerungen und sichtbare Rötungen oder Verätzungen an Zunge, Lippen und Gaumen. Häufig folgt Erbrechen, das durch die ätzende Wirkung mit Blutbeimengungen einhergehen kann, sowie Schluckbeschwerden durch eine schmerzhafte Reizung des Rachens. Gelangen Dämpfe oder Spritzer des Reinigungsmittel-Konzentrats in die Atemwege, können Husten, Würgen und zunehmende Atemnot hinzukommen. In schweren Fällen kann sich die Verätzung innerhalb von Stunden bis Tagen zu tiefen Geschwüren der Speiseröhre mit Vernarbung oder in seltenen Fällen sogar zu einem Durchbruch ausweiten, weshalb auch bei zunächst mild wirkenden Symptomen eine tierärztliche Vorstellung angezeigt ist.
NICHT erbrechen lassen! Sofort Tierarzt.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.