🧪 Stoff · Gefahr mittel
Farben und Lacke unterscheiden sich chemisch stark danach, ob sie wasserbasiert (Dispersionsfarben, viele moderne Wandfarben) oder lösemittelbasiert sind. Wasserbasierte Farben enthalten meist nur geringe Mengen an Konservierungsstoffen und wirken beim Hund überwiegend als milder Magen-Darm-Reizstoff. Lösemittelhaltige Farben und Lacke enthalten dagegen häufig aromatische Kohlenwasserstoffe, Ketone oder Glykolether, die ähnlich wie Terpentin sowohl das Nervensystem dämpfen als auch beim Verschlucken oder Erbrechen in die Lunge gelangen und dort eine Aspirationspneumonie auslösen können. Wie gefährlich ein konkretes Produkt ist, hängt stark von seiner genauen Zusammensetzung ab, weshalb bei Kontakt mit Farben oder Lacken die Produktverpackung zur Einordnung wichtig ist; bei lösemittelhaltigen Produkten darf wegen der Aspirationsgefahr kein Erbrechen ausgelöst werden.
Bei wasserbasierten Farben zeigen sich nach der Aufnahme meist innerhalb weniger Stunden Erbrechen, Durchfall und eine leichte Reizung der Magen-Darm-Schleimhaut, die in der Regel folgenlos abklingt. Bei lösemittelhaltigen Farben und Lacken kommen zusätzlich ein deutlicher chemischer Geruch aus dem Maul, starker Speichelfluss und Reizungen von Augen und Atemwegen hinzu. Gelangt lösemittelhaltiges Material beim Schlucken oder Erbrechen in die Lunge, können sich innerhalb weniger Stunden Husten, beschleunigte Atmung und zunehmende Atemnot als Zeichen einer beginnenden Aspirationspneumonie entwickeln. Zusätzlich sind bei größeren Mengen Benommenheit, Koordinationsstörungen und über mehrere Tage auch Anzeichen einer Leberbelastung möglich.
Tierarzt kontaktieren. Produktinfo mitnehmen.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.