🐛 Tier · Gefahr mittel
Die Erdkröte (Bufo bufo) ist die häufigste Krötenart Deutschlands und besitzt hinter den Augen paarige, bohnenförmige Hautdrüsen, die Parotiden, aus denen bei Bedrohung ein milchiges Sekret austritt. Dieses Sekret enthält unter anderem Bufadienolide, die in ihrer Wirkung den Herzglykosiden des Fingerhuts ähneln, sowie biogene Amine wie Bufotenin, die auf Herz-Kreislauf-System und Nervensystem wirken können. Hunde geraten meist beim Spielen, Schnappen oder versehentlichen Ins-Maul-Nehmen der Kröte in Kontakt mit dem Sekret, das über die Maulschleimhaut aufgenommen wird. Bei der heimischen Erdkröte fällt die Reaktion in aller Regel deutlich milder aus als bei tropischen Krötenarten wie der Aga-Kröte, die in Deutschland nicht vorkommen und deren Gift wesentlich stärker konzentriert ist; schwere Herzrhythmusstörungen sind bei der Erdkröte selten. Dennoch sollte jeder Kontakt ernst genommen werden, da die individuelle Reaktion abhängig von Kontaktdauer und Menge des aufgenommenen Sekrets variieren kann.
Nach dem Kontakt mit dem Hautsekret zeigt der Hund typischerweise sofort einsetzendes, starkes Speicheln, häufiges Schlecken und Reiben des Mauls sowie eine gereizte, geschwollene Maulschleimhaut. Es folgen oft Würgen und Erbrechen sowie eine allgemeine Unruhe oder Nervosität. Bei der heimischen Erdkröte bleiben die Symptome in aller Regel auf diese lokalen Reizerscheinungen und leichte Magen-Darm-Beschwerden beschränkt und klingen meist innerhalb weniger Stunden von selbst ab. In seltenen Fällen, etwa bei besonders empfindlichen Hunden oder größerer aufgenommener Menge, können zusätzlich Herzrhythmusstörungen oder Kreislaufbeschwerden auftreten, die dann tierärztlich abgeklärt werden sollten. Schwere, potenziell lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen sind vor allem von tropischen Krötenarten bekannt, die in Deutschland nicht heimisch sind, weshalb bei Kontakt mit einer einheimischen Erdkröte in der Regel keine Lebensgefahr besteht, eine Beobachtung des Hundes aber dennoch sinnvoll ist.
Maul gründlich mit fließendem Wasser ausspülen (Kopf nach unten, damit das Wasser nicht in die Lunge läuft). Bei anhaltenden Symptomen Tierarzt.
Ganz Europa; in D die häufigste Krötenart, Gärten, Wälder, Parks, Gewässernähe
Saison: Frühling–Sommer (Mär–Jun, Wanderung)
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.