🐛 Tier · Gefahr hoch
Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist die häufigste Zeckenart in Deutschland und gehört zu den Spinnentieren; er lauert in Gras, Gebüsch und Unterholz und lässt sich beim Kontakt mit einem vorbeistreifenden Wirt abstreifen, um sich danach festzubeißen und über Tage Blut zu saugen. Für Hunde selbst ist der Stich meist harmlos, die eigentliche Gefahr liegt in den Krankheitserregern, die die Zecke während der Blutmahlzeit über ihren Speichel überträgt. Borrelien wandern erst nach einiger Zeit im Darm der Zecke in die Speicheldrüsen und werden nach vorliegenden Angaben meist erst nach etwa 16 bis 24 Stunden Saugzeit übertragen, weshalb rasches Entfernen der Zecke das Infektionsrisiko deutlich senkt. Anaplasmen werden dagegen bereits nach etwa 36 bis 48 Stunden übertragen, während FSME-Viren, die beim Hund insgesamt selten Erkrankungen auslösen, schon innerhalb von Minuten in den Speichel gelangen können. Da Symptome oft erst Wochen nach dem eigentlichen Stich auftreten, wird der Zusammenhang mit einer Zecke von Haltern häufig nicht sofort erkannt.
Der Zeckenstich selbst verursacht meist keine oder nur eine geringe lokale Reaktion mit leichter Rötung. Bei einer Borreliose zeigen sich, wenn überhaupt, meist erst Wochen bis Monate nach dem Stich Symptome wie wechselndes Fieber, Mattigkeit, Lahmheit, die zwischen verschiedenen Gliedmaßen wechseln kann, sowie geschwollene, schmerzhafte Gelenke; viele infizierte Hunde bleiben allerdings dauerhaft ohne erkennbare Symptome. Eine Anaplasmose äußert sich typischerweise mit Fieber, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Blutarmut und gelegentlich Gelenkschmerzen, die einige Tage bis wenige Wochen nach dem Stich auftreten. FSME ist bei Hunden selten und verläuft, wenn überhaupt, meist mild, kann in Einzelfällen aber neurologische Symptome wie Bewegungsstörungen oder Krämpfe verursachen. Weil mehrere Erreger gleichzeitig übertragen werden können und die Symptome unspezifisch sind, sollte bei ungeklärtem Fieber oder Lahmheit nach Zeckenkontakt eine tierärztliche Blutuntersuchung erfolgen.
Zecke sofort mit Zeckenzange gerade herausziehen, nicht drehen oder quetschen. Bissstelle desinfizieren. Bei Symptomen (Fieber, Lahmheit) in den folgenden Wochen: Tierarzt. Zeckenschutz-Prophylaxe empfohlen.
Ganz Deutschland flächendeckend; FSME-Risikogebiete bes. in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen
Saison: Frühling–Herbst (Mär–Nov)
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.