🐛 Tier · Gefahr hoch
Die Aspisviper (Vipera aspis) ist eine Vipernart, die in Deutschland ausschließlich im Südschwarzwald vorkommt und dort ihre einzige heimische Population bildet; ansonsten ist sie in Frankreich, der Schweiz und Italien verbreitet. Wie die Kreuzotter beißt sie fast ausschließlich zur Verteidigung, wenn sie sich beim Sonnen oder Verstecken bedrängt fühlt und ein neugieriger Hund zu nah kommt. Ihr Gift enthält neben gewebeschädigenden und gerinnungsaktiven Bestandteilen auch eine neurotoxische Komponente, weshalb Bisse im Vergleich zur Kreuzotter tendenziell schwerere lokale und teils auch neurologische Folgen haben können. Die Schwellung an der Bissstelle setzt meist innerhalb der ersten zwei Stunden ein und kann sich bläulich verfärben, was auf die gewebezerstörende Wirkung hindeutet. Da Bissunfälle beim Menschen insgesamt selten sind, ist die Datenlage zu Hunden dünner als bei der Kreuzotter; unbehandelt gilt der Biss aber als potenziell lebensbedrohlich.
Der Biss verursacht eine rasch fortschreitende, meist ausgeprägtere Schwellung als bei der Kreuzotter, häufig mit bläulicher Verfärbung der Haut durch absterbendes Gewebe rund um die Bissstelle. Der Hund zeigt sofort einsetzende starke Schmerzen, wird unruhig oder teilnahmslos, es folgen Erbrechen und Durchfall. Durch die neurotoxische Komponente des Gifts können zusätzlich Atemprobleme und Herzrhythmusstörungen auftreten, die über Stunden fortschreiten. In schweren Fällen kommt es zu Kreislaufkollaps, und ohne tierärztliche Behandlung mit Gegengift und intensivmedizinischer Betreuung kann der Biss tödlich enden. Wegen der insgesamt selteneren Bissunfälle und des kleinen Verbreitungsgebiets im Südschwarzwald ist die Datenlage zum Krankheitsverlauf bei Hunden begrenzt, jede Bissverletzung sollte aber als Notfall behandelt werden.
Hund ruhig stellen und sofort zum nächsten Tierarzt! Antivenin-Gabe ist meist nötig. Nicht selbst behandeln. Bissstelle fotografieren für den Tierarzt.
Südwestdeutschland (Südschwarzwald) einziges Vorkommen in D; sonst Frankreich, Schweiz, Italien
Saison: Frühling–Herbst (Apr–Sep)
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.