🧪 Stoff · Gefahr hoch
Blei ist ein Schwermetall, das früher in Farben und Lacken vorkam, vor allem in Gebäuden aus der Zeit vor entsprechenden Verboten, aber auch heute noch in Angelbleigewichten, manchen Lötzinnen, Kittmasse und alten Rohrleitungen zu finden ist. Hunde nehmen Blei meist durch Anknabbern abblätternder alter Farbe, verwitterten Bauschutts oder verschluckter Bleigewichte auf. Gefährlich ist Blei, weil es sich im Körper anreichert und praktisch jedes Organsystem schädigen kann, besonders das Nervensystem, wo es die Signalübertragung stört, sowie das blutbildende System. Da die Aufnahme oft schleichend über kleinere Mengen und längere Zeit erfolgt, entwickeln sich die Symptome häufig langsam und unspezifisch, was eine frühzeitige Diagnose ohne gezielte Blutuntersuchung erschwert.
Bei akuter, größerer Aufnahme, etwa eines ganzen Bleigewichts, stehen zunächst Magen-Darm-Symptome im Vordergrund: Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Mit fortschreitender Vergiftung treten neurologische Symptome hinzu, darunter Verhaltensänderungen wie plötzliche Ängstlichkeit oder Aggressivität, Zittern, unsicherer Gang, Krampfanfälle und in manchen Fällen Sehstörungen bis hin zu vorübergehender Erblindung. Bei chronischer, über längere Zeit erfolgter Aufnahme kleinerer Mengen, etwa durch wiederholtes Ankauen alter Farbe, entwickeln sich die Symptome schleichender: Lethargie, Gewichtsverlust, wiederkehrendes Erbrechen und subtile Verhaltensänderungen können über Wochen bestehen, bevor die Diagnose gestellt wird. Eine Bleivergiftung lässt sich nur durch eine Blutuntersuchung sicher bestätigen, weshalb bei entsprechendem Verdacht, etwa bekanntem Zugang zu alter Farbe oder Bleigegenständen, auch bei unklaren, länger bestehenden Symptomen eine tierärztliche Abklärung sinnvoll ist.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.