🐛 Tier · Gefahr mittel
Bienen sind staatenbildende Insekten, deren Arbeiterinnen zur Verteidigung des Nests oder aus Schreckreaktion stechen; anders als Wespen hinterlassen Honigbienen ihren Stachel meist samt Giftblase in der Haut, sodass weiterhin Gift nachgepumpt wird. Bienengift besteht zu etwa der Hälfte aus dem Peptid Melittin, das Zellmembranen angreift und Schmerz sowie Gewebeschwellung auslöst, dazu aus dem Nervengift Apamin und dem Enzym Phospholipase A2, das als Hauptallergen für allergische Reaktionen gilt. Hunde schnappen aus Neugier oder Spieltrieb häufig nach fliegenden Insekten oder stecken die Nase in Blüten, weshalb Stiche oft im empfindlichen Maul- und Rachenbereich landen. Die meisten Stiche verlaufen harmlos mit lokaler Schwellung, bei einer allergischen Veranlagung kann jedoch schon ein einzelner Stich eine Anaphylaxie auslösen; nach vorliegenden Zahlen kommt es bei ein bis mehreren Prozent der Gestochenen zu einer solchen Sofortreaktion. Wie stark ein einzelner Hund reagiert, lässt sich vorab nicht zuverlässig einschätzen, da es keine verlässliche Dosis-Wirkungs-Grenze gibt.
Ein einzelner Stich verursacht meist eine örtlich begrenzte, schmerzhafte Schwellung, Rötung und Juckreiz, die nach einigen Stunden bis zu ein bis zwei Tagen von selbst zurückgeht. Sitzt der Stich im Maul, an der Zunge oder im Rachen, kann die Schwellung binnen kurzer Zeit die Atemwege einengen und zu Atemnot, starkem Speicheln und Würgen führen, was als Notfall gilt. Bei einer Giftallergie treten zusätzlich oder auch unabhängig von der Einstichstelle innerhalb von Minuten Symptome wie Quaddelbildung am ganzen Körper, Erbrechen, Unruhe, Schwäche und Atemnot auf, die bis zum anaphylaktischen Schock mit Kreislaufkollaps fortschreiten können. Mehrere gleichzeitige Stiche, etwa bei einem versehentlich gestörten Bienenschwarm, erhöhen die Giftmenge insgesamt und damit auch das Risiko für eine systemische Reaktion, unabhängig von einer Allergie. Da eine Anaphylaxie innerhalb weniger Minuten lebensbedrohlich werden kann, sollten ein Stich im Rachenraum sowie jedes Anzeichen einer Kreislaufreaktion sofort tierärztlich abgeklärt werden.
Stachel entfernen. Bei Schwellung im Maul/Rachen sofort Tierarzt!
Ganz Deutschland flächendeckend; Wild- und Honigbienen überall
Saison: Frühling–Herbst (Apr–Okt)
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.