24 Türchen, ein Hund und die Frage, was eigentlich hinein darf. Hier stehen Ideen mit und ohne Futter, die richtige Menge pro Tag, die Tabu-Liste und zwei Rezepte zum Selberbacken.

rster Dezember, sieben Uhr morgens. Du hängst noch halb im Schlaf am Kaffee, und hinter dir sitzt jemand mit gespitzten Ohren und sehr klarer Erwartung. Er weiß nicht, was ein Kalender ist. Er weiß nur: Gestern hat es an dieser Stelle geraschelt, und Rascheln bedeutet Gutes.
Ein Adventskalender für den Hund ist genau so ein kleines Ritual, und gebastelt ist er an einem Nachmittag. Damit er nicht zur Kalorienbombe oder zur Verschluckungsfalle wird, lohnt sich ein kurzer Plan, bevor die erste Tüte hängt.
Einen Adventskalender für den Hund selber zu machen ist einfach: 24 Tüten oder Säckchen, gut erreichbar für dich und unerreichbar für deinen Hund. Befülle sie gemischt mit kleinen Leckerli, Kauartikeln, Spielzeug und Türchen ohne Futter, etwa einem Suchspiel. Alle Snacks eines Tages sollten zusammen höchstens etwa 10 Prozent seiner Tageskalorien ausmachen; die Hauptmahlzeit fällt an diesen Tagen etwas kleiner aus. Tabu sind Schokolade, Xylit, Rosinen, Nüsse und Weihnachtsgebäck.

Du brauchst kein Bastelgeschick, nur etwas, das sich 24 Mal öffnen lässt. Bewährt haben sich diese Varianten:
| Variante | Gut zu wissen |
|---|---|
| Papiertüten mit Wäscheklammer an einer Schnur | schnell gemacht, Nummern draufmalen, fertig |
| Leere Klopapierrollen, Enden eingeklappt | kostet nichts, Öffnen ist gleich ein kleines Spiel |
| Stoffsäckchen oder Jutebeutel | jedes Jahr wiederverwendbar, auch für frische Snacks |
| Eierkartons (vier Stück à sechs) | passt für Mini-Leckerli, stapelbar im Schrank |
| Eine Kiste mit 24 Briefumschlägen | ideal für Türchen ohne Futter, etwa Zettel mit Ideen |

Beim Aufhängen gilt eine einfache Regel: höher, als dein Hund springen kann, und weiter weg vom Sofa, als er denkt. Ein Kalender voller Leckerli auf Nasenhöhe überlebt keine Nacht.
Beim Verpacken selbst lohnt ein zweiter Blick. Schnüre, Bänder, Folie, Klebeband, Tackernadeln, Glitzer und Glöckchen gehören nicht in die Tüte und nicht an die Stelle, die dein Hund aufreißt. Verschluckt können sie den Darm verletzen oder verschließen. Wenn dein Hund die Tüte selbst öffnen darf, dann nur unter Aufsicht und nur bei Papier ohne Deko.
Kurz gesagt: alles, was dein Hund ohnehin gut verträgt, in kleinen Stücken. Weihnachtliches für Menschen bleibt draußen.
| Zutat oder Idee | Für den Kalender |
|---|---|
| Kleine Trainingsleckerli, getrocknetes Fleisch, Käsewürfel in Mini-Größe | ja, in kleinen Mengen |
| Selbstgebackene Hundekekse ohne Zucker und Salz | ja |
| Karotte, Apfel ohne Kerngehäuse, gekochter Kürbis | ja |
| Kauartikel in passender Größe | ja, nur unter Aufsicht |
| Spielzeug, das größer ist als sein Maul | ja |
| Banane, Erdnussbutter ohne Xylit, Salz und Zucker | nur wenig, sehr kalorien- oder zuckerreich |
| Zimt | nur winzige Mengen, besser weglassen |
| Schokolade, Kakao, Pralinen | nein, giftig |
| Kaugummi, zuckerfreie Bonbons, Produkte mit Xylit (Birkenzucker, E967) | nein, giftig |
| Weintrauben, Rosinen, Sultaninen, Korinthen | nein, können Nierenversagen auslösen |
| Macadamia, Walnüsse und andere Nüsse | nein |
| Lebkuchen, Stollen, Marzipan, Plätzchen | nein |
| Muskatnuss | nein, giftig |
| Gekochte Knochen | nein, splittern |
| Kleinteile, Folie, Lametta | nein, Verschluckungsgefahr |
Schokolade ist umso gefährlicher, je dunkler sie ist; Backkakao und Zartbitter sind besonders riskant. Weiße Schokolade enthält kaum Theobromin, ist aber so fett und süß, dass sie Magen und Bauchspeicheldrüse belasten kann. Xylit ist schon in sehr kleinen Mengen gefährlich und senkt den Blutzucker stark ab; prüfe deshalb bei Erdnussbutter jedes Mal die Zutatenliste. Bei Rosinen und Trauben gibt es keine sichere Menge, das betrifft auch Stollen und Plätzchen mit Rosinen.
Eine ausführliche Übersicht mit über 200 Einträgen findest du in unserer Giftliste für Hunde. Was im Alltag in den Napf darf, steht im Ratgeber Was dürfen Hunde essen?.
Hier unterscheidet sich ein guter Hunde-Adventskalender von einem, der im Januar auf der Waage auffällt. Als Faustregel empfehlen Tierärzte: Alle Leckerli, Snacks und Kauartikel eines Tages zusammen höchstens etwa 10 Prozent der Tageskalorien. Rechne das Türchen also in diese 10 Prozent ein und gib an diesem Tag entsprechend weniger Hauptfutter.
Grobe Richtwerte für erwachsene, normal aktive Hunde:
| Gewicht | Tagesbedarf, grob | Davon höchstens für Snacks |
|---|---|---|
| 2,5 kg | ca. 220 kcal | ca. 22 kcal |
| 5 kg | ca. 375 kcal | ca. 38 kcal |
| 10 kg | ca. 630 kcal | ca. 63 kcal |
| 20 kg | ca. 1.060 kcal | ca. 106 kcal |
| 30 kg | ca. 1.440 kcal | ca. 144 kcal |
Ein Toypudel mit 2,35 Kilo hat also für den ganzen Tag nur rund 21 Kalorien Snack-Spielraum. Das Türchen ist bei ihm ein Leckerli so groß wie eine Erbse, kein Kauknochen. Welpen, sehr aktive, ältere oder kastrierte Hunde liegen teils deutlich darüber oder darunter. Den Bedarf deines eigenen Hundes rechnet dir der Futterrechner in der Souldog-App aus. Hat dein Hund ohnehin ein paar Gramm zu viel, hilft der Ratgeber Hund zu dick beim Gegensteuern.
Ein Trick für Vielfresser: Nimm einen Teil seines normalen Trockenfutters und verteile ihn auf die Türchen. Dann ist der Kalender Beschäftigung statt Extra-Portion.
Am meisten Freude macht die Mischung. Ein grobes Muster: an etwa der Hälfte der Tage etwas Essbares, an den übrigen Spielzeug, Kauen oder ein Erlebnis.
Zum Naschen: selbstgebackene Kekse, getrocknete Hähnchen- oder Rinderstreifen, ein Stück Karotte, Apfelscheibe ohne Kerngehäuse, Käsewürfel in Erbsengröße, ein Löffel Kürbispüree in einem Schleckspielzeug.
Zum Kauen: ein Kauartikel, der zur Größe deines Hundes passt, gefüllt in ein Kauspielzeug, ein Stück Trockenfisch, ein weicher Kaustreifen. Gib Kauartikel nur, wenn du dabei bist, und nimm große Reste wieder weg. Als Faustregel von Tierzahnärzten gilt: Lässt sich der Kauartikel nicht mit dem Daumennagel eindrücken, ist er eher zu hart; Geweih, Hufe oder Nylon können Zähne brechen lassen. Rohhaut kann im Hals stecken bleiben oder einen Darmverschluss auslösen.
Zum Spielen: ein neuer Ball, ein Zerrtau, ein Schnüffelteppich, ein Futterball, ein Quietschtier in passender Größe. Spielzeug, das kleiner ist als das Maul deines Hundes, gehört nicht in den Kalender.
Für die großen Tage: am Nikolaus ein neues Halsband oder ein Leuchthalsband für die dunklen Runden, an Heiligabend das Lieblingsspielzeug in Neu oder ein langer Ausflug zu seinem Lieblingsort.
Gerade bei Allergikern, Diät-Hunden und kleinen Rassen sind diese Türchen Gold wert. Statt eines Leckerli steckt ein Zettel in der Tüte, und die Überraschung ist gemeinsame Zeit:
Für trübe Dezembertage findest du weitere Ideen im Ratgeber Hund beschäftigen bei Schlechtwetter.
Bei Welpen halte die Leckerli winzig und die Menge klein, und führe Neues lieber nacheinander ein, weil der junge Magen empfindlicher ist. Harte oder zähe Kauartikel und Rohhaut sind für junge Zähne ungeeignet. Wie viel ein Welpe insgesamt braucht, steht im Ratgeber Welpen füttern.
Toy-Rassen haben, wie oben gerechnet, kaum Spielraum. Hier lohnt es sich, Leckerli in Krümel zu teilen und öfter Türchen ohne Futter einzuplanen.
Hat dein Hund Allergien oder einen empfindlichen Magen, kommen nur Snacks in den Kalender, die er sicher verträgt; im Zweifel nimmst du Stücke seines gewohnten Futters. Getreidefreie Kekse backst du mit Hafer- oder Reismehl, sofern Hafer und Reis vertragen werden.
Ältere Hunde freuen sich über weiche Snacks statt harter Kauartikel, über kleine Mengen und über ruhige Türchen: ausgiebiges Bürsten oder die Lieblingsrunde im eigenen Tempo.
Beide Rezepte kommen ohne Zucker, Salz und Gewürze aus. Die Mengen ergeben jeweils grob 30 bis 40 kleine Kekse; bei kleinen Hunden lieber noch kleiner ausstechen.

Kürbis-Hafer-Taler
Alles zu einem festen Teig verkneten, etwa einen halben Zentimeter dick ausrollen und kleine Taler ausstechen. Bei 170 °C Ober- und Unterhitze etwa 20 bis 25 Minuten backen, dann im ausgeschalteten Ofen bei leicht geöffneter Tür trocknen lassen. Die Kekse müssen vollständig durchgebacken sein, schon wegen des Eis.
Apfel-Karotten-Kekse
Zu einem Teig verkneten; ist er zu klebrig, etwas Mehl dazu. Ausrollen, Formen ausstechen und bei 170 °C etwa 25 Minuten backen, danach gut auskühlen und nachtrocknen lassen.
Selbstgebackenes hat keine Konservierungsstoffe. Bewahre die Kekse luftdicht im Kühlschrank auf und verbrauche sie innerhalb von etwa einer Woche; für den ganzen Advent backst du besser zweimal oder frierst einen Teil ein. Und auch Selbstgebackenes zählt zu den 10 Prozent.
Fertige Hunde-Adventskalender gibt es in jeder Drogerie und im Zoofachhandel. Sie sind bequem, aber nicht immer passend: Ein Würfel für einen Labrador ist für einen Chihuahua schon eine halbe Mahlzeit. Wenn du kaufst, schau auf drei Dinge: die Zutatenliste (keine Zuckerzusätze, keine Unverträglichkeiten), die Kalorien pro Stück und die Größe im Verhältnis zu deinem Hund.
Beim selbstgemachten Kalender kennst du jedes Stück, kannst die Menge auf deinen Hund abstimmen und Türchen ohne Futter einbauen. Billiger ist er meistens auch.
Hat dein Hund Schokolade, Xylit, Weintrauben, Rosinen oder Weihnachtsgebäck gefressen:
Auch verschluckte Kleinteile, Folie oder Schnüre gehören tierärztlich abgeklärt, vor allem bei Erbrechen, Würgen, Bauchschmerzen oder wenn kein Kot mehr kommt.
Der Weihnachtsstern auf der Fensterbank ist übrigens harmloser als sein Ruf. Er kann Maul und Magen reizen und zu Speicheln oder Erbrechen führen, ist aber kein tödliches Gift. Außer Reichweite steht er trotzdem besser.
Das Schönste an diesem Kalender passt in keine Tüte: die eine Minute am Morgen, in der ihr beide wisst, gleich passiert etwas. Ob dann ein Keks rauskommt oder ein Zettel für einen Schneespaziergang, ist deinem Hund ziemlich egal, solange du dabei bist.
Wenn du die Menge im Blick behalten willst, rechnet dir die Souldog-App den Tagesbedarf deines Hundes aus, und in der Giftliste kannst du jede Zutat schnell nachschlagen. Und falls es Silvester ruhig werden soll, findest du schon jetzt Tipps für den Silvesterabend mit Hund. Schöne Adventszeit euch beiden.