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Adventskalender für Hunde selber machen: Ideen und Mengen

24 Türchen, ein Hund und die Frage, was eigentlich hinein darf. Hier stehen Ideen mit und ohne Futter, die richtige Menge pro Tag, die Tabu-Liste und zwei Rezepte zum Selberbacken.

Corgi schnuppert neugierig an einem roten Geschenk, das gerade eingepackt wird
Foto von Julia Volk auf Pexels
Dein Hund hat Schokolade oder Plätzchen erwischt? Dann ruf jetzt deine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an, auch wenn dein Hund noch gesund wirkt. Löse kein Erbrechen aus, solange die Tierärztin oder der Tierarzt es nicht sagt. Halte Verpackung, geschätzte Menge, Uhrzeit und das Gewicht deines Hundes bereit.Zu den ersten Schritten
ERNÄHRUNG

rster Dezember, sieben Uhr morgens. Du hängst noch halb im Schlaf am Kaffee, und hinter dir sitzt jemand mit gespitzten Ohren und sehr klarer Erwartung. Er weiß nicht, was ein Kalender ist. Er weiß nur: Gestern hat es an dieser Stelle geraschelt, und Rascheln bedeutet Gutes.

Ein Adventskalender für den Hund ist genau so ein kleines Ritual, und gebastelt ist er an einem Nachmittag. Damit er nicht zur Kalorienbombe oder zur Verschluckungsfalle wird, lohnt sich ein kurzer Plan, bevor die erste Tüte hängt.

Das Wichtigste in Kürze

Einen Adventskalender für den Hund selber zu machen ist einfach: 24 Tüten oder Säckchen, gut erreichbar für dich und unerreichbar für deinen Hund. Befülle sie gemischt mit kleinen Leckerli, Kauartikeln, Spielzeug und Türchen ohne Futter, etwa einem Suchspiel. Alle Snacks eines Tages sollten zusammen höchstens etwa 10 Prozent seiner Tageskalorien ausmachen; die Hauptmahlzeit fällt an diesen Tagen etwas kleiner aus. Tabu sind Schokolade, Xylit, Rosinen, Nüsse und Weihnachtsgebäck.

Material: so baust du den Kalender

Soul, das Souldog-Maskottchen, mit Kochmütze, Kochlöffel und Napf

Du brauchst kein Bastelgeschick, nur etwas, das sich 24 Mal öffnen lässt. Bewährt haben sich diese Varianten:

Material: so baust du den Kalender5 Einträge
Variante Gut zu wissen
Papiertüten mit Wäscheklammer an einer Schnur schnell gemacht, Nummern draufmalen, fertig
Leere Klopapierrollen, Enden eingeklappt kostet nichts, Öffnen ist gleich ein kleines Spiel
Stoffsäckchen oder Jutebeutel jedes Jahr wiederverwendbar, auch für frische Snacks
Eierkartons (vier Stück à sechs) passt für Mini-Leckerli, stapelbar im Schrank
Eine Kiste mit 24 Briefumschlägen ideal für Türchen ohne Futter, etwa Zettel mit Ideen

Selbstgebastelter Adventskalender aus nummerierten Papiertüten an einer Schnur

Beim Aufhängen gilt eine einfache Regel: höher, als dein Hund springen kann, und weiter weg vom Sofa, als er denkt. Ein Kalender voller Leckerli auf Nasenhöhe überlebt keine Nacht.

Beim Verpacken selbst lohnt ein zweiter Blick. Schnüre, Bänder, Folie, Klebeband, Tackernadeln, Glitzer und Glöckchen gehören nicht in die Tüte und nicht an die Stelle, die dein Hund aufreißt. Verschluckt können sie den Darm verletzen oder verschließen. Wenn dein Hund die Tüte selbst öffnen darf, dann nur unter Aufsicht und nur bei Papier ohne Deko.

Was darf hinein, was nicht?

Kurz gesagt: alles, was dein Hund ohnehin gut verträgt, in kleinen Stücken. Weihnachtliches für Menschen bleibt draußen.

Was darf hinein, was nicht?15 Einträge
Zutat oder Idee Für den Kalender
Kleine Trainingsleckerli, getrocknetes Fleisch, Käsewürfel in Mini-Größe ja, in kleinen Mengen
Selbstgebackene Hundekekse ohne Zucker und Salz ja
Karotte, Apfel ohne Kerngehäuse, gekochter Kürbis ja
Kauartikel in passender Größe ja, nur unter Aufsicht
Spielzeug, das größer ist als sein Maul ja
Banane, Erdnussbutter ohne Xylit, Salz und Zucker nur wenig, sehr kalorien- oder zuckerreich
Zimt nur winzige Mengen, besser weglassen
Schokolade, Kakao, Pralinen nein, giftig
Kaugummi, zuckerfreie Bonbons, Produkte mit Xylit (Birkenzucker, E967) nein, giftig
Weintrauben, Rosinen, Sultaninen, Korinthen nein, können Nierenversagen auslösen
Macadamia, Walnüsse und andere Nüsse nein
Lebkuchen, Stollen, Marzipan, Plätzchen nein
Muskatnuss nein, giftig
Gekochte Knochen nein, splittern
Kleinteile, Folie, Lametta nein, Verschluckungsgefahr

Schokolade ist umso gefährlicher, je dunkler sie ist; Backkakao und Zartbitter sind besonders riskant. Weiße Schokolade enthält kaum Theobromin, ist aber so fett und süß, dass sie Magen und Bauchspeicheldrüse belasten kann. Xylit ist schon in sehr kleinen Mengen gefährlich und senkt den Blutzucker stark ab; prüfe deshalb bei Erdnussbutter jedes Mal die Zutatenliste. Bei Rosinen und Trauben gibt es keine sichere Menge, das betrifft auch Stollen und Plätzchen mit Rosinen.

Eine ausführliche Übersicht mit über 200 Einträgen findest du in unserer Giftliste für Hunde. Was im Alltag in den Napf darf, steht im Ratgeber Was dürfen Hunde essen?.

Wie viel pro Türchen?

Hier unterscheidet sich ein guter Hunde-Adventskalender von einem, der im Januar auf der Waage auffällt. Als Faustregel empfehlen Tierärzte: Alle Leckerli, Snacks und Kauartikel eines Tages zusammen höchstens etwa 10 Prozent der Tageskalorien. Rechne das Türchen also in diese 10 Prozent ein und gib an diesem Tag entsprechend weniger Hauptfutter.

Grobe Richtwerte für erwachsene, normal aktive Hunde:

Wie viel pro Türchen?5 Einträge
Gewicht Tagesbedarf, grob Davon höchstens für Snacks
2,5 kg ca. 220 kcal ca. 22 kcal
5 kg ca. 375 kcal ca. 38 kcal
10 kg ca. 630 kcal ca. 63 kcal
20 kg ca. 1.060 kcal ca. 106 kcal
30 kg ca. 1.440 kcal ca. 144 kcal

Ein Toypudel mit 2,35 Kilo hat also für den ganzen Tag nur rund 21 Kalorien Snack-Spielraum. Das Türchen ist bei ihm ein Leckerli so groß wie eine Erbse, kein Kauknochen. Welpen, sehr aktive, ältere oder kastrierte Hunde liegen teils deutlich darüber oder darunter. Den Bedarf deines eigenen Hundes rechnet dir der Futterrechner in der Souldog-App aus. Hat dein Hund ohnehin ein paar Gramm zu viel, hilft der Ratgeber Hund zu dick beim Gegensteuern.

Ein Trick für Vielfresser: Nimm einen Teil seines normalen Trockenfutters und verteile ihn auf die Türchen. Dann ist der Kalender Beschäftigung statt Extra-Portion.

24 Ideen für den Hunde-Adventskalender

Am meisten Freude macht die Mischung. Ein grobes Muster: an etwa der Hälfte der Tage etwas Essbares, an den übrigen Spielzeug, Kauen oder ein Erlebnis.

Zum Naschen: selbstgebackene Kekse, getrocknete Hähnchen- oder Rinderstreifen, ein Stück Karotte, Apfelscheibe ohne Kerngehäuse, Käsewürfel in Erbsengröße, ein Löffel Kürbispüree in einem Schleckspielzeug.

Zum Kauen: ein Kauartikel, der zur Größe deines Hundes passt, gefüllt in ein Kauspielzeug, ein Stück Trockenfisch, ein weicher Kaustreifen. Gib Kauartikel nur, wenn du dabei bist, und nimm große Reste wieder weg. Als Faustregel von Tierzahnärzten gilt: Lässt sich der Kauartikel nicht mit dem Daumennagel eindrücken, ist er eher zu hart; Geweih, Hufe oder Nylon können Zähne brechen lassen. Rohhaut kann im Hals stecken bleiben oder einen Darmverschluss auslösen.

Zum Spielen: ein neuer Ball, ein Zerrtau, ein Schnüffelteppich, ein Futterball, ein Quietschtier in passender Größe. Spielzeug, das kleiner ist als das Maul deines Hundes, gehört nicht in den Kalender.

Für die großen Tage: am Nikolaus ein neues Halsband oder ein Leuchthalsband für die dunklen Runden, an Heiligabend das Lieblingsspielzeug in Neu oder ein langer Ausflug zu seinem Lieblingsort.

Türchen ohne Futter

Gerade bei Allergikern, Diät-Hunden und kleinen Rassen sind diese Türchen Gold wert. Statt eines Leckerli steckt ein Zettel in der Tüte, und die Überraschung ist gemeinsame Zeit:

  • ein Suchspiel in der Wohnung mit seinem Lieblingsspielzeug
  • eine Schnüffelrunde, bei der er bestimmt, wohin es geht; mehr dazu im Ratgeber zum Schnüffelspaziergang
  • ein neuer Trick, fünf Minuten am Tag
  • eine Extra-Kuschelrunde mit Bürsten
  • Gassi an einem Ort, an dem ihr noch nie wart
  • ein Treffen mit seinem besten Hundekumpel

Für trübe Dezembertage findest du weitere Ideen im Ratgeber Hund beschäftigen bei Schlechtwetter.

Für Welpen, kleine Hunde, Allergiker und Senioren

Bei Welpen halte die Leckerli winzig und die Menge klein, und führe Neues lieber nacheinander ein, weil der junge Magen empfindlicher ist. Harte oder zähe Kauartikel und Rohhaut sind für junge Zähne ungeeignet. Wie viel ein Welpe insgesamt braucht, steht im Ratgeber Welpen füttern.

Toy-Rassen haben, wie oben gerechnet, kaum Spielraum. Hier lohnt es sich, Leckerli in Krümel zu teilen und öfter Türchen ohne Futter einzuplanen.

Hat dein Hund Allergien oder einen empfindlichen Magen, kommen nur Snacks in den Kalender, die er sicher verträgt; im Zweifel nimmst du Stücke seines gewohnten Futters. Getreidefreie Kekse backst du mit Hafer- oder Reismehl, sofern Hafer und Reis vertragen werden.

Ältere Hunde freuen sich über weiche Snacks statt harter Kauartikel, über kleine Mengen und über ruhige Türchen: ausgiebiges Bürsten oder die Lieblingsrunde im eigenen Tempo.

Zwei Rezepte zum Selberbacken

Beide Rezepte kommen ohne Zucker, Salz und Gewürze aus. Die Mengen ergeben jeweils grob 30 bis 40 kleine Kekse; bei kleinen Hunden lieber noch kleiner ausstechen.

Frau backt in der Küche, daneben ein Schäferhund mit aufmerksamem Blick

Kürbis-Hafer-Taler

  • 100 g feine Haferflocken
  • 80 g Kürbispüree, gekocht und ungewürzt
  • 1 Ei
  • nach Bedarf 1 bis 2 EL Wasser

Alles zu einem festen Teig verkneten, etwa einen halben Zentimeter dick ausrollen und kleine Taler ausstechen. Bei 170 °C Ober- und Unterhitze etwa 20 bis 25 Minuten backen, dann im ausgeschalteten Ofen bei leicht geöffneter Tür trocknen lassen. Die Kekse müssen vollständig durchgebacken sein, schon wegen des Eis.

Apfel-Karotten-Kekse

  • 150 g Mehl (bei Unverträglichkeit Hafer- oder Reismehl)
  • 1 kleine Karotte, fein gerieben
  • 1/2 Apfel ohne Kerngehäuse und Kerne, fein gerieben
  • 1 Ei

Zu einem Teig verkneten; ist er zu klebrig, etwas Mehl dazu. Ausrollen, Formen ausstechen und bei 170 °C etwa 25 Minuten backen, danach gut auskühlen und nachtrocknen lassen.

Selbstgebackenes hat keine Konservierungsstoffe. Bewahre die Kekse luftdicht im Kühlschrank auf und verbrauche sie innerhalb von etwa einer Woche; für den ganzen Advent backst du besser zweimal oder frierst einen Teil ein. Und auch Selbstgebackenes zählt zu den 10 Prozent.

Selber machen oder kaufen?

Fertige Hunde-Adventskalender gibt es in jeder Drogerie und im Zoofachhandel. Sie sind bequem, aber nicht immer passend: Ein Würfel für einen Labrador ist für einen Chihuahua schon eine halbe Mahlzeit. Wenn du kaufst, schau auf drei Dinge: die Zutatenliste (keine Zuckerzusätze, keine Unverträglichkeiten), die Kalorien pro Stück und die Größe im Verhältnis zu deinem Hund.

Beim selbstgemachten Kalender kennst du jedes Stück, kannst die Menge auf deinen Hund abstimmen und Türchen ohne Futter einbauen. Billiger ist er meistens auch.

Hund hat etwas Falsches erwischt: die ersten Schritte

Hat dein Hund Schokolade, Xylit, Weintrauben, Rosinen oder Weihnachtsgebäck gefressen:

  1. Ruf sofort deine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an. Warte nicht auf Symptome, sie kommen oft erst Stunden später.
  2. Löse kein Erbrechen aus, außer die Tierärztin oder der Tierarzt sagt es ausdrücklich.
  3. Halte bereit: Verpackung oder Sorte, geschätzte Menge, Uhrzeit und das Gewicht deines Hundes.

Auch verschluckte Kleinteile, Folie oder Schnüre gehören tierärztlich abgeklärt, vor allem bei Erbrechen, Würgen, Bauchschmerzen oder wenn kein Kot mehr kommt.

Der Weihnachtsstern auf der Fensterbank ist übrigens harmloser als sein Ruf. Er kann Maul und Magen reizen und zu Speicheln oder Erbrechen führen, ist aber kein tödliches Gift. Außer Reichweite steht er trotzdem besser.

Häufige Fragen

Was darf in einen Hunde-Adventskalender?
Kleine Leckerli, die dein Hund gut verträgt, selbstgebackene Kekse ohne Zucker und Salz, etwas Obst oder Gemüse wie Karotte oder Apfel ohne Kerngehäuse, passende Kauartikel, Spielzeug und Türchen ohne Futter wie ein Suchspiel oder eine besondere Gassirunde.
Wie viele Leckerli am Tag sind erlaubt?
Alle Snacks eines Tages zusammen sollten höchstens etwa 10 Prozent der Tageskalorien ausmachen. Bei einem 10-Kilo-Hund sind das grob 60 Kalorien, bei einem 2,5-Kilo-Hund nur etwa 20. Die Hauptmahlzeit fällt an diesen Tagen entsprechend kleiner aus.
Ab wann darf ein Welpe einen Adventskalender bekommen?
Sobald er feste Nahrung frisst und Leckerli verträgt, spricht nichts gegen einen Kalender mit winzigen Stücken, kleinen Mengen und vielen Türchen ohne Futter. Harte Kauartikel und Rohhaut sind für Welpen ungeeignet.
Was kann ich außer Leckerli hineinlegen?
Spielzeug, das größer ist als sein Maul, einen Schnüffelteppich, ein Leuchthalsband oder Zettel mit Ideen: Suchspiel, neuer Trick, Schnüffelrunde, Ausflug an einen neuen Ort, Treffen mit dem Hundekumpel.
Gibt es einen getreidefreien Adventskalender für Hunde?
Du kannst ihn ganz einfach selbst befüllen: mit Trockenfleisch, Gemüsestücken und Keksen aus Hafer- oder Reismehl, sofern dein Hund diese verträgt. Bei einer bekannten Allergie nimm im Zweifel Stücke seines gewohnten Futters.
Wie hänge ich den Kalender auf, damit mein Hund nicht drankommt?
Höher, als er springen oder sich aufrichten kann, nicht in der Nähe von Sofa, Stuhl oder Bett, und nicht an einer Tür, die er aufdrücken kann. Ein Schrank oder eine geschlossene Kiste ist die sicherste Variante.
Darf mein Hund Plätzchen oder Lebkuchen?
Nein. Weihnachtsgebäck enthält Zucker, Fett und oft Rosinen, Nüsse, Schokolade, Muskat oder Alkohol. Backe ihm lieber eigene Kekse ohne diese Zutaten.

24 kleine Momente

Das Schönste an diesem Kalender passt in keine Tüte: die eine Minute am Morgen, in der ihr beide wisst, gleich passiert etwas. Ob dann ein Keks rauskommt oder ein Zettel für einen Schneespaziergang, ist deinem Hund ziemlich egal, solange du dabei bist.

Wenn du die Menge im Blick behalten willst, rechnet dir die Souldog-App den Tagesbedarf deines Hundes aus, und in der Giftliste kannst du jede Zutat schnell nachschlagen. Und falls es Silvester ruhig werden soll, findest du schon jetzt Tipps für den Silvesterabend mit Hund. Schöne Adventszeit euch beiden.

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