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Welpen füttern: wie oft, wie viel und welches Futter

Der Welpe ist eingezogen, der Napf steht bereit, und plötzlich hast du tausend Fragen. Wie oft, wie viel, welches Futter? Hier bekommst du die Antworten Schritt für Schritt, mit dem einen Sicherheitspunkt, den viele Ratgeber auslassen.

Person füttert einen Beagle-Welpen aus der Hand auf dem Boden, Welpen füttern
Foto von Kampus Production auf Pexels
ERNÄHRUNG

Der erste Napf im neuen Zuhause ist ein kleines Drama in drei Akten. Erst schnüffelt der Welpe misstrauisch, dann schaut er dich an, als hättest du ihm einen Streich gespielt, und im dritten Akt verschwindet die Ration doch in Rekordzeit, meist zur Hälfte auch auf dem Boden. Du stehst daneben und fragst dich: War das jetzt zu viel? Zu wenig? Das Richtige?

elpenfütterung fühlt sich in den ersten Wochen an wie eine Prüfung, für die niemand dir den Stoff gegeben hat. Dabei lässt sich das meiste auf ein paar klare Regeln bringen. Und es gibt genau einen Punkt, bei dem Fehler wirklich teuer werden, besonders wenn du einen großen Hund großziehst. Den heben wir uns nicht bis zum Schluss auf, sondern erklären ihn in aller Ruhe.

Kurz gefasst: wie oft und wie viel

Kurz gesagt: Junge Welpen fressen häufig und in kleinen Portionen: bis etwa zum dritten Monat rund vier Mahlzeiten am Tag, danach drei, ab etwa dem sechsten Monat zwei. Gefüttert wird ein vollwertiges Welpenfutter mit der Deklaration „für das Wachstum" oder „für alle Lebensphasen". Die Menge richtet sich nach der Fütterungstabelle auf der Packung und nach der Figur, nicht nach Gefühl. Der wichtigste Grundsatz: einen Welpen lieber schlank halten als rundlich, denn zu schnelles Wachstum schadet den Gelenken.

Wie oft am Tag füttern?

Ein Welpenmagen ist klein, der Energiebedarf im Wachstum aber riesig. Deshalb verteilst du das Futter auf mehrere kleine Mahlzeiten statt auf ein oder zwei große. Mit zunehmendem Alter darf die Zahl sinken, weil der Magen wächst und die Portionen größer werden dürfen.

Wie oft am Tag füttern?4 Einträge
Alter des Welpen Mahlzeiten pro Tag
bis ca. 3 Monate 4
ca. 3 bis 6 Monate 3
ab ca. 6 Monaten 2
Toy- und Kleinstrassen, erste Monate 4 bis 6

Die Altersgrenzen sind Richtwerte, keine Stichtage. Manche Welpen gehen früher auf drei Mahlzeiten, andere brauchen länger vier. Feste Zeiten helfen dabei doppelt: Sie machen die Verdauung berechenbar und erleichtern die Stubenreinheit, weil auf feste Mahlzeiten auch berechenbares Lösen folgt.

Ein Punkt gehört gesondert betont, weil viele Ratgeber ihn übergehen: Sehr kleine Rassen wie Chihuahua, Yorkshire Terrier oder Toypudel sollten in den ersten Lebensmonaten besonders häufig fressen, ruhig vier- bis sechsmal täglich. Ihr winziger Körper kann den Blutzucker schlechter stabil halten, und eine zu lange Pause zwischen den Mahlzeiten kann gefährlich werden. Mehr dazu weiter unten bei den Warnzeichen.

Wie viel Futter braucht mein Welpe wirklich?

Kurz gesagt: Die beste Mengenangabe ist die Fütterungstabelle auf der Welpenfutter-Packung, abgelesen nach dem erwarteten Endgewicht und dem aktuellen Alter. Kontrolliere zusätzlich die Figur: Rippen leicht tastbar, eine Taille erkennbar. Im Zweifel lieber etwas schlanker füttern als zu üppig.

Es gibt Faustformeln über den Kalorienbedarf, etwa dass ein Welpe unter vier Monaten grob das Dreifache seines Ruheenergiebedarfs braucht und danach etwa das Doppelte. Für den Alltag sind sie aber zu grob, weil der Bedarf mit Rasse, Aktivität und Wachstumsphase stark schwankt. Verlass dich lieber auf die Herstellertabelle als Startpunkt und korrigiere über die Figur.

Beim Nachjustieren gilt eine andere Logik als beim erwachsenen Hund: Der klassische Body Condition Score ist für ausgewachsene Tiere gedacht. Beim wachsenden Welpen orientierst du dich besser an der Entwicklung über die Wochen, also regelmäßiges Wiegen und ein realistischer Blick auf die Figur. Die Kernbotschaft dahinter ist die vielleicht wichtigste dieses ganzen Textes und stammt aus einer über vierzehn Jahre laufenden Studie: Hunde, die ihr Leben lang schlank gehalten wurden, lebten im Schnitt fast zwei Jahre länger und brauchten deutlich später eine Behandlung wegen Arthrose. Ein moppeliger Welpe ist kein Zeichen von Fürsorge, sondern der Grundstein für spätere Gelenkprobleme.

Der wichtigste Unterschied: kleine gegen große Rassen

Jetzt zu dem Punkt, der über die anderen hinausragt. Wenn dein Welpe einmal ein großer Hund wird, also über etwa 25 Kilo, gelten für ihn strengere Regeln, und der Grund ist sein Skelett.

Wichtig bei großen Rassen

Niemals zusätzlich Kalzium, Knochenmehl oder große Mengen Milchprodukte zu einem fertigen Welpenfutter geben. Welpen können die Kalziumaufnahme aus dem Darm in den ersten Monaten nicht selbst regulieren. Überschüssiges Kalzium wird eingelagert und stört das kontrollierte Knochenwachstum. Die Folge können bleibende Skelettschäden sein, von Osteochondrose über Wachstumsstörungen bis zu Gelenkfehlstellungen. Ein gutes Alleinfutter deckt den Bedarf bereits vollständig ab.

Großrassen-Welpen brauchen ein spezielles Futter für große Rassen, das Kalzium und Energie bewusst begrenzt. Der Kalziumgehalt liegt bei solchen Futtern in einem kontrollierten Bereich, meist um 0,8 bis 1,2 Prozent in der Trockensubstanz, mit einem Kalzium-Phosphor-Verhältnis von etwa 1,1 bis 1,4 zu 1. Diese Zahlen musst du nicht selbst nachrechnen; das erledigt ein als vollwertig deklariertes Großrassen-Welpenfutter für dich. Was du wissen musst: Bei so einem Futter ist jede zusätzliche Kalziumquelle kein Bonus, sondern ein Risiko.

Fast ebenso wichtig wie das Kalzium ist die Gesamtmenge. Der stärkste Hebel für ein gesundes Skelett bei großen Rassen ist, den Welpen nicht zu schnell wachsen zu lassen. Zu viele Kalorien treiben das Wachstum an und erhöhen das Risiko für Hüft- und Ellbogenprobleme, unabhängig vom späteren Endgewicht. Deshalb füttert man große Welpen in abgemessenen Portionen und lässt den Napf nicht dauerhaft gefüllt stehen. Kleine und mittelgroße Rassen sind hier weniger empfindlich, profitieren aber ebenfalls von abgemessenen Mahlzeiten.

Warum Welpen ein spezielles Alleinfutter brauchen

Kurz gesagt: Ein Welpe braucht ein Futter, das als vollwertig für das Wachstum ausgewiesen ist, erkennbar an der Deklaration „für das Wachstum" oder „für alle Lebensphasen". Solche Futter sind so zusammengesetzt, dass alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Menge und im richtigen Verhältnis enthalten sind.

Wachstum ist die anspruchsvollste Phase im Hundeleben, ernährungstechnisch betrachtet. In wenigen Monaten baut ein Welpe Knochen, Muskeln und Organe auf, und dafür braucht er nicht einfach mehr Futter, sondern ein anderes Verhältnis der Nährstoffe als ein erwachsener Hund. Genau das leistet ein vollwertiges Welpen- oder Allphasenfutter. Ein reines Erwachsenenfutter ist auf diesen erhöhten Bedarf nicht abgestimmt.

Das ist auch der Grund, warum selbst gekochtes oder roh zusammengestelltes Futter beim Welpen besonders heikel ist. Ohne eine fachlich berechnete Rezeptur entstehen schnell Über- oder Unterversorgungen, und im Wachstum wirken sich gerade Fehler bei Kalzium und Phosphor gravierend aus. Wer seinen Welpen selbst zusammenstellen möchte, sollte das nur mit einer tierärztlich berechneten Ration angehen. Die Grundlagen und Fallstricke dazu findest du im Beitrag BARF beim Hund: ehrliche Grundlagen.

Australian-Shepherd-Welpe frisst aus einem Metallnapf

Wann auf Adultfutter umstellen?

Der Wechsel auf Erwachsenenfutter richtet sich nicht nach dem Kalender, sondern danach, wann das Knochenwachstum abgeschlossen ist. Und das hängt stark von der Größe ab: Ein kleiner Hund ist früh ausgewachsen, ein Riese lässt sich viel länger Zeit.

Wann auf Adultfutter umstellen?4 Einträge
Rassegröße Umstellung etwa ab
Klein- und Toyrassen 9 bis 10 Monaten
mittelgroße Rassen 12 Monaten
große Rassen 12 bis 18 Monaten
Riesenrassen 18 bis 24 Monaten

Lass dich nicht davon täuschen, dass ein großer Welpe schon mit einem halben Jahr riesig aussieht. Größe ist nicht dasselbe wie abgeschlossenes Wachstum; sein Skelett reift oft noch lange nach. Im Zweifel gibt dir deine Tierärztin die klarste Auskunft, wann der Wechsel dran ist. Umgestellt wird dann übrigens genauso behutsam wie jeder Futterwechsel, und wie das geht, steht im nächsten Abschnitt.

Futterumstellung Schritt für Schritt

Kurz gesagt: Neues Futter über sieben bis zehn Tage schrittweise unter das alte mischen, mit langsam steigendem Anteil. Ein abrupter Wechsel schlägt vielen Welpen auf den Magen. Bei weichem Kot verlangsamst du das Tempo, statt den neuen Anteil weiter zu erhöhen.
1
Tag 1 bis 2: ein Viertel neuRund 25 Prozent neues Futter, 75 Prozent altes, gut vermischt. Beobachte den Kot.
2
Tag 3 bis 4: zur HälfteEtwa halbe halbe. Bleibt der Kot fest, geht es weiter.
3
Tag 5 bis 6: drei Viertel neuRund 75 Prozent neues Futter. Der Magen hat sich jetzt weitgehend umgestellt.
4
Ab Tag 7: komplett neuVollständig auf das neue Futter. Bei empfindlichen Hunden ruhig noch zwei, drei Tage länger mischen.
5
Bei Durchfall: einen Gang zurückWird der Kot weich, gehst du eine Stufe zurück und bleibst dort, bis er sich normalisiert. Erst dann weiter erhöhen.

Häufige Fehler und Mythen

Rund ums Welpenfüttern kursieren ein paar hartnäckige Ratschläge, die gut gemeint, aber überholt oder sogar riskant sind. Der gefährlichste ist der vom Kalzium für starke Knochen: Bei einem fertigen Welpenfutter ist eine Kalziumzugabe nicht hilfreich, sondern riskant, gerade bei großen Rassen, weil der Bedarf schon gedeckt ist. In dieselbe Kerbe schlägt das Motto „viel hilft viel". Ein rundlicher Welpe wächst zu schnell, und das belastet die Gelenke. Schlank ist die sichere Wahl, nicht knausrig, aber auch nicht üppig.

Andere Klassiker stammen aus der Küche. Rohes Ei fürs glänzende Fell wirkt eher gegenteilig, weil rohes Eiklar Biotin bindet; wenn Ei, dann gekocht. Und das Schälchen Milch ist keine gute Idee, denn nach der Säugezeit verdauen die meisten Welpen Milchzucker schlecht, was zu weichem Kot führt. Wasser ist das einzige Getränk, das ein Welpe braucht.

Bleiben zwei Irrtümer beim Wie und Wann. Ein dauerhaft voller Napf, also freie Fütterung, treibt gerade große Rassen zu schnellem Wachstum an; abgemessene Mahlzeiten sind sicherer und machen den Hund nebenbei kooperativer. Und die Größe eines Welpen verführt zum vorschnellen Wechsel auf Erwachsenenfutter. Groß aussehen heißt nicht ausgewachsen sein, deshalb bleibst du beim Welpenfutter, bis das Wachstum wirklich abgeschlossen ist.

Warnzeichen: wann es sofort zum Tierarzt gehört

Die meisten Fütterungsfragen sind harmlos. Ein paar Situationen sind es nicht, und bei einem jungen Welpen zählt dann jede Stunde.

Notfall · sofort handeln

Unterzuckerung bei kleinen Welpen ist ein Notfall. Zittern, Schwäche, Teilnahmslosigkeit, wackeliger Gang bis hin zu Krämpfen oder Bewusstlosigkeit können bei Toy- und Kleinstrassen auf eine Unterzuckerung hindeuten. Wenn der Welpe noch schlucken kann, reibe etwas Traubenzucker oder Zuckerwasser auf das Zahnfleisch und fahre sofort in die Praxis. Ebenso dringend: blutiger, übelriechender Durchfall zusammen mit Erbrechen und starker Schwäche bei einem jungen, noch nicht vollständig geimpften Welpen. Das kann auf eine Parvovirose hindeuten, die unbehandelt lebensgefährlich ist.

Auch ohne Notfallcharakter gilt: Ein Welpe, der eine Mahlzeit auslässt, aber munter ist, ist meist unbedenklich. Frisst er dagegen wiederholt schlecht, wirkt matt, hat anhaltenden Durchfall oder einen aufgeblähten Bauch bei sonst dünnem Körper, lässt du das abklären. Ein aufgetriebener Bauch bei einem Welpen kann zum Beispiel auf Würmer hindeuten und gehört tierärztlich geprüft.

Häufige Fragen

Wie oft muss ein Welpe am Tag fressen?
Bis etwa zum dritten Monat rund vier Mahlzeiten am Tag, von drei bis sechs Monaten drei, ab etwa dem sechsten Monat zwei. Sehr kleine Rassen brauchen in den ersten Monaten häufiger Futter, ruhig vier- bis sechsmal, um den Blutzucker stabil zu halten.
Wie viel Futter braucht ein Welpe pro Tag?
Die zuverlässigste Angabe ist die Fütterungstabelle auf der Welpenfutter-Packung, abgelesen nach erwartetem Endgewicht und aktuellem Alter. Kontrolliere zusätzlich die Figur und füttere im Zweifel eher schlank als üppig, weil zu schnelles Wachstum den Gelenken schadet.
Welches Futter ist das richtige für meinen Welpen?
Ein vollwertiges Futter mit der Deklaration „für das Wachstum" oder „für alle Lebensphasen". Wird dein Hund einmal groß, also über etwa 25 Kilo, nimm ein spezielles Großrassen-Welpenfutter mit kontrolliertem Kalzium- und Energiegehalt.
Darf ich meinem Welpen Kalzium oder Knochenmehl zufüttern?
Nein, wenn er ein fertiges, vollwertiges Welpenfutter bekommt. Der Kalziumbedarf ist damit gedeckt, und zusätzliches Kalzium kann gerade bei großen Rassen das Knochenwachstum stören und bleibende Schäden verursachen.
Wann stelle ich von Welpen- auf Adultfutter um?
Kleine Rassen etwa mit 9 bis 10 Monaten, mittlere mit rund 12 Monaten, große mit 12 bis 18 Monaten, Riesenrassen erst mit 18 bis 24 Monaten. Entscheidend ist der Abschluss des Wachstums, nicht das Kalenderalter.
Mein Welpe frisst nicht, ist das schlimm?
Eine ausgelassene Mahlzeit bei einem sonst munteren Welpen ist meist harmlos, oft steckt Aufregung im neuen Zuhause dahinter. Frisst er wiederholt schlecht, wirkt matt oder kommen Durchfall, Erbrechen oder Zittern dazu, gehört er zeitnah in die Praxis. Bei sehr kleinen Rassen zählt das besonders schnell.

Ihr wachst da gemeinsam rein

Die Welpenzeit ist kurz, anstrengend und in der Rückschau viel zu schnell vorbei. Beim Füttern musst du kein Ernährungswissenschaftler werden: ein gutes Welpenfutter, feste Mahlzeiten, ein schlanker kleiner Körper und der eine Merksatz, dass man Kalzium nicht extra zufüttert. Damit hast du die wichtigsten Weichen gestellt.

Wenn du den Überblick behalten willst, hilft dir Souldog dabei: In der App legst du das Profil deines Welpen an, hältst sein Gewicht über die Wochen fest und siehst, ob die Entwicklung im gesunden Rahmen läuft. Und während du dich noch fragst, ob er nicht doch etwas zu dünn ist, wächst er dir ohnehin gerade aus jedem Halsband heraus, das ihr letzte Woche gekauft habt.