Deutschlandticket, Hundesteuer, EU-Verordnung, Landesgesetze, Tierarztkosten: Was 2027 wirklich gilt, was erst später kommt und was nur geplant ist. Stand 30. Oktober 2026.

ilvester, kurz vor Mitternacht. Du stehst mit Leine und Kotbeutel an der Tür, der Hund will noch einmal raus, und im Kopf rattert eine Frage: Was ist eigentlich ab morgen anders? Die ehrliche Antwort ist kürzer, als die vielen Ratgeber zum Jahreswechsel vermuten lassen.
Die drei wichtigsten Änderungen für 2027: Das Deutschlandticket kostet ab 1. Januar 2027 66,80 Euro statt 63 Euro. Einzelne Städte erhöhen die Hundesteuer, etwa München und Nürnberg auf 144 Euro und Heilbronn auf 132 Euro für den ersten Hund. Und die neue EU-Verordnung zu Hunden und Katzen ist beschlossen und schon in Kraft, gilt aber grundsätzlich erst ab 31. August 2028; die Chippflicht für private Halter greift erst in den 2030er Jahren. Ein neues bundesweites Hundegesetz für 2027 haben wir nicht gefunden. Alles Weitere, vom Tierschutzgesetz bis zu den Tierarztgebühren, ist geplant oder wird noch geprüft.
Die Tabelle trennt, was beschlossen ist, was schon gilt und was nur geplant ist. Steuern und Landesrecht sind Sache der Kommunen und Länder, deshalb betrifft vieles nicht jeden.
| Änderung | Gilt ab | Wen betrifft es | Status und Quelle |
|---|---|---|---|
| Deutschlandticket 66,80 Euro statt 63 Euro | 1.1.2027 | alle Fahrgäste, auch mit Hund | beschlossen; Bayerisches Verkehrsministerium, 30.9.2026 |
| Hundesteuer München: 144 Euro statt 100 Euro, Kampfhund 1.200 Euro | 2027 | Halter in München | beschlossen; Satzungsänderung vom 12.8.2026 |
| Hundesteuer Nürnberg: 144 Euro, jeder weitere Hund 168 Euro | 2027 | Halter in Nürnberg | beschlossen; Pressemitteilung der Stadt, 17.6.2026 |
| Hundesteuer Heilbronn: 132 Euro, jeder weitere Hund 264 Euro | 1.1.2027 | Halter in Heilbronn | beschlossen am 26.3.2026; Zeitungsbericht, Satzung nicht geprüft |
| EU-Verordnung 2026/1818 zu Hunden und Katzen | in Kraft seit Ende August 2026, Geltung ab 31.8.2028 | Halter, Züchter, Händler, Tierheime | beschlossen; EU-Parlament, EUR-Lex |
| Chip- und Registrierungspflicht für private Halter nach EU-Verordnung | Hunde 2036, Katzen 2041 | Halter, die kein Tier abgeben | beschlossen; Übergangsfristen laut Euronews und Fachpresse |
| Hundegesetz Niedersachsen: Sachkundenachweis für alle neuen Halter | kein Datum | Halter in Niedersachsen | geplant, noch nicht beschlossen; dpa, 21.1.2026 |
| Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) | offen | alle mit Tierarztkosten | geplant: Evaluierung, Ergebnis Ende 2026 erwartet; Bundestag |
| Hundeführerschein Bremen | gilt seit 1.7.2026 | neue Halter in Bremen | bereits in Kraft; Senatspressestelle Bremen |
| Neue EU-Reiseregeln für Heimtiere | gelten seit 22.4.2026 | alle, die mit Hund reisen | bereits in Kraft; Bundeslandwirtschaftsministerium |
Der Preis steigt zum 1. Januar 2027 von 63 Euro auf 66,80 Euro im Monat, das sind 3,80 Euro mehr. Das Bayerische Verkehrsministerium hat das am 30. September 2026 mitgeteilt. Erstmals bestimmt ein Preisindex aus Personal-, Energie- und allgemeinen Kosten den Preis; die Verkehrsministerkonferenz hat ihn im März 2026 einstimmig beschlossen und er soll künftig jedes Jahr angewendet werden.
Für deinen Hund ändert sich dadurch nichts, was wir finden konnten. Ob er mit dem Deutschlandticket kostenlos mitfährt, regelt weiterhin der jeweilige Verbund. Wie unterschiedlich das ausfällt, zeigt unser Städtevergleich der Hunderegeln: In Hamburg fahren Hunde ohne Ticket, in anderen Städten brauchst du einen Kinderfahrschein.
Die Hundesteuer ist eine Gemeindesteuer. Jede Stadt legt die Höhe selbst fest, deshalb gibt es kein bundesweites „2027“. Belegt haben wir drei Beschlüsse.
München erhöht am deutlichsten: Laut der geänderten Hundesteuersatzung vom 12. August 2026 kostet jeder Hund 144 Euro statt bisher 100 Euro, ein Kampfhund 1.200 Euro statt 800 Euro. Laut Vorlage des Finanzausschusses gilt der neue Satz ab 2027 (Satzung der Stadt München).
Nürnberg hebt den Satz erstmals seit 2005 an: Ab 2027 kostet der erste Hund 144 Euro statt 132 Euro, jeder weitere Hund im Haushalt 168 Euro. Gleichzeitig werden mehr Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis anerkannt, sodass mehr Halter unentbehrlicher Assistenzhunde befreit werden können.
Heilbronn erhöht zum 1. Januar 2027 den Satz für den ersten Hund von 110 Euro auf 132 Euro, für jeden weiteren Hund von 240 Euro auf 264 Euro. Für gefährliche Hunde gelten dort künftig 600 Euro und 1.200 Euro. Der Beschluss des Gemeinderats stammt vom 26. März 2026; wir stützen uns hier auf einen Zeitungsbericht und haben die Satzung selbst nicht gelesen.
Weitere Städte und die Regeln zu Anmeldung, Befreiung und Listenhunden haben wir im Ratgeber Hundesteuer 2027 zusammengestellt. Frag im Zweifel bei deiner Gemeinde nach, denn nur die Satzung vor Ort zählt.
Die Verordnung (EU) 2026/1818 über das Wohlergehen und die Rückverfolgbarkeit von Hunden und Katzen ist die erste EU-weite Regelung dieser Art. Das Parlament hat sie am 28. April 2026 angenommen, der Rat am 22. Mai 2026, im Amtsblatt erschien sie am 10. August 2026. Sie tritt 20 Tage nach der Veröffentlichung in Kraft, also Ende August 2026, und gilt grundsätzlich ab dem 31. August 2028.
Was sie vorsieht, lässt sich in vier Punkten sagen.
Hunde und Katzen sollen per Mikrochip gekennzeichnet und in einer mit anderen Staaten kompatiblen nationalen Datenbank registriert werden. Zucht naher Verwandter, etwa von Eltern mit Nachkommen oder Geschwistern, wird verboten, ebenso das Verstümmeln für Schauen oder Veranstaltungen. Gefährliche Ausrüstung wie Stachelhalsbänder und Halsbänder ohne geeigneten Verschluss wird eingeschränkt. Wer Tiere kommerziell aus Drittländern einführt, muss sie vorher chippen und registrieren; private Einführer müssen sich mindestens fünf Arbeitstage vor der Ankunft registrieren.
Die Fristen sind der wichtigste Punkt für 2027: Züchter, Händler und Tierheime haben vier Jahre Zeit (also bis etwa 2030), private Halter zehn Jahre bei Hunden und 15 Jahre bei Katzen. Nach Angaben der Fachpresse sind das der 31. August 2036 und der 31. August 2041 für Halter, die keine Tiere abgeben. Wer seinen Hund schon vor August 2028 mit einem passenden Transponder gekennzeichnet hat, soll die Pflicht erfüllt haben, solange der Chip lesbar bleibt. Den Verordnungstext selbst konnten wir nicht abrufen; die Fristen stützen sich auf Parlament, Euronews und österreichische Behördenseiten. Für den Alltag heißt das: 2027 musst du wegen dieser Verordnung nichts anmelden.
Deutsche Gesetze, die die Verordnung ergänzen oder ein bundesweites Heimtierregister regeln, haben wir bisher nicht gefunden.
Das Tierschutzgesetz wird gerade geändert, aber nicht für Hunde. Das „Fünfte Gesetz zur Änderung des Tierschutzgesetzes“ (Drucksache 21/6809) betrifft die Videoüberwachung in Schlachthöfen. Der Bundestag hat es am 9. Juli 2026 zum ersten Mal beraten und will am 5. November 2026 abstimmen. Zu Qualzucht, Kennzeichnung oder Onlinehandel mit Hunden enthält der Text laut Bundestag nichts.
Über Tierarztkosten wird immer wieder gestritten. Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) wurde zuletzt 2022 umfassend geändert und soll vier Jahre danach evaluiert werden. Eine Studie ist beauftragt, ihre Ergebnisse werden laut Bundestag zum Ende des Jahres 2026 erwartet. Eine konkrete Änderung ist nicht angekündigt, jede Anpassung würde von den Ergebnissen abhängen. Wer die Kosten im Blick behalten will, findet Hilfe in unserem Ratgeber zur Hundeversicherung.
Hundegesetze sind Ländersache. In Bremen gilt seit dem 1. Juli 2026 der Hundeführerschein für alle, die sich ab diesem Datum einen Hund anschaffen: Die Theorieprüfung kommt vor dem Hund, die Praxisprüfung innerhalb eines Jahres danach. Wer schon einen Hund hat, ist grundsätzlich ausgenommen; für als gefährlich eingestufte Hunde gibt es eine zweijährige Übergangsfrist. Das Gesetz verlangt außerdem eine Haftpflichtversicherung (mindestens 500.000 Euro für Personen- und 250.000 Euro für Sachschäden) sowie Chip und Registrierung; ein Startdatum dafür nennt die Pressemitteilung des Senats nicht.
In Niedersachsen plant die Landesregierung eine Reform, über die dpa im Januar 2026 berichtete. Vorgesehen sind ein Sachkundenachweis für alle, die einen Hund anschaffen (bisher sind Halter ausgenommen, die in den letzten zehn Jahren mindestens zwei Jahre einen Hund hielten), eine Meldepflicht bei Umzug oder Abgabe, keine Rasseliste und die Möglichkeit, dass als gefährlich eingestufte Hunde ihren Status wieder verlieren. Das ist geplant, nicht beschlossen, und ein Datum nennt der Bericht nicht. Ob Kabinett oder Landtag inzwischen beraten haben, haben wir nicht belegen können.
Für Berlin gibt es Debatten über Sachkundenachweis und Rasseliste, aber nach unserer Recherche keinen Beschluss. Eine Regel „in allen Bundesländern ab 2027“ gibt es nicht. Welche Leinenregeln und Hundewiesen in deiner Stadt gelten, steht in unserem Städtevergleich.
Wenn du 2027 mit Hund verreist, gelten bereits die neuen EU-Regeln für private Reisen mit Heimtieren (Delegierte Verordnung (EU) 2026/131), und zwar seit dem 22. April 2026. Nach dem Bundeslandwirtschaftsministerium dürfen höchstens fünf Tiere in einem Fahrzeug mitreisen; mehr gibt es nur bei Training, Wettbewerb, Schau oder Sportveranstaltung. Innerhalb der EU brauchst du Mikrochip, gültigen Heimtierausweis und gültige Tollwutimpfung. Bei der Einreise aus Nicht-EU-Staaten sind eine Gesundheitsbescheinigung und eine schriftliche Erklärung nötig; je nach Herkunftsland kann zusätzlich ein Tollwut-Antikörpertest verlangt werden. Für Finnland, Irland, Malta, Norwegen und Nordirland gilt zudem die Bandwurmbehandlung.
Wie lange ältere Heimtierausweise gültig bleiben, regelt eine Übergangsvorschrift. Das genaue Datum konnten wir im Verordnungstext nicht prüfen. Frag vor der Buchung deine Tierarztpraxis und schau auf die Seite des Ministeriums. Die komplette Reihenfolge von Chip, Impfung und Wartezeit steht in unserer Reise-Checkliste.
Das neue EU-Einreisesystem EES läuft laut Euronews seit April 2026 im gesamten Schengen-Raum, der Start von ETIAS ist verschoben. Beides betrifft Reisende aus Drittstaaten und nicht deutsche Staatsangehörige, und beides regelt nichts zu Hunden.
Unabhängig von allen Gesetzen lohnen sich ein paar Handgriffe. Lies den letzten Hundesteuerbescheid und schau bei deiner Gemeinde, ob die Satzung für 2027 geändert wurde. Prüfe, ob dein Hund einen lesbaren Chip hat und ob die Nummer bei einem Haustierregister hinterlegt ist; Pflicht ist das für dich privat noch lange nicht, aber hilfreich, wenn er einmal verschwindet. Plane Reisen mit Heimtierausweis, Impfzeitplan und Wartefristen früh. Und sammle Tierarztrechnungen und Impfdaten an einem Ort, zum Beispiel im Gesundheitsbereich der Souldog-App, damit du bei Fragen alles zur Hand hast.
Wir haben nur aufgenommen, was wir mit einer Quelle belegen konnten. Nicht belegt sind eine bundesweite Haftpflichtpflicht, ein deutsches Heimtierregister als Pflicht, weitere Städte jenseits von München, Nürnberg und Heilbronn (siehe Ratgeber zur Hundesteuer), und geänderte Hunderegeln im Nahverkehr zum Jahreswechsel. Ändert sich eine dieser Angaben, aktualisieren wir den Beitrag.
Das Gute am Jahreswechsel: Für die meisten Hundehalter bleibt 2027 ruhig. Schau auf Hundesteuer und Reisepläne, merk dir den 31. August 2028 für die EU-Regeln, und dann raus mit dem Hund. Wenn du dich für die Regeln und Wiesen deiner Stadt interessierst, startest du mit dem Städtevergleich oder mit der Hundewiese in der Nähe.