20 bis 25 cm Schulterhöhe, 3 bis 4 kg nach FCI-Standard und viel Freude an menschlicher Nähe: Hier erfährst du, wie Größe, Charakter, Pflege und Kosten eines Maltesers zu deinem Alltag passen.

Ein ausgewachsener Malteser ist nach FCI-Standard 20 bis 25 cm groß und wiegt 3 bis 4 kg. Er ist ein kleiner, anhänglicher Begleithund mit aufwendigem Fell. Für die Entscheidung zählen deshalb neben seiner Größe auch tägliche Pflege, Zeit für Gesellschaft und ein Budget für die laufende Haltung.
ier findest du die Größenunterschiede zwischen Rüden und Hündinnen, eine Kostenplanung ohne pauschales Preisversprechen und die wichtigsten Fragen zu Charakter und Gesundheit.
Der FCI-Rassestandard Nr. 65 nennt für ausgewachsene Malteser diese Maße:
| Merkmal | Rüde | Hündin |
|---|---|---|
| Schulterhöhe / Widerristhöhe | 21–25 cm | 20–23 cm |
| Gewicht nach FCI-Standard | 3–4 kg | 3–4 kg |
Die Schulterhöhe misst du vom Boden bis zum Widerrist, dem höchsten Punkt über den Schulterblättern, während der Hund steht. Das lange Fell und der aufrecht getragene Kopf zählen dabei nicht zur Höhe.
Die Standardmaße sind keine Diagnose für den einzelnen Hund. Ein Malteser außerhalb des Gewichtsbereichs ist nicht automatisch unter- oder übergewichtig. Dafür beurteilt die Tierarztpraxis auch Körperbau, Muskulatur und Fettpolster; die WSAVA empfiehlt dafür unter anderem den Body Condition Score. Notiere beim Wiegen den Verlauf, statt nur eine einzelne Zahl mit dem Rassestandard zu vergleichen.
Warum findest du im Internet auch niedrigere Gewichte? Der amerikanische AKC-Standard nennt unter 7 Pfund und bevorzugt 4 bis 6 Pfund, also etwa 1,8 bis 2,7 kg. Das ist eine andere Standardvorgabe für dieselbe Rasse, kein Anlass, einen Hund auf dieses Gewicht herunterzufüttern.
Das Markenzeichen ist das Fell: reinweiß, seidig glänzend, lang und schwer herabfallend, ganz ohne Unterwolle. Eine leichte elfenbeinfarbene Tönung ist nach Standard erlaubt. Weil die Unterwolle fehlt, gibt es keinen saisonalen Fellwechsel; das Haar wächst stattdessen kontinuierlich weiter, ähnlich wie Menschenhaar, und genau daraus ergibt sich der hohe Pflegeaufwand, zu dem wir gleich kommen.
Wer einen Malteser hält, hat selten einen Hund, der viel Abstand sucht. Diese Rasse will dabei sein, auf dem Schoß, neben dem Schreibtisch, im selben Raum. Das macht ihn zu einem wunderbaren Begleiter für Menschen, die viel Zeit mit ihrem Hund verbringen, und zu einer schlechten Wahl für alle, die ihn regelmäßig lange allein lassen müssen. Ob und wie lange ein Hund entspannt allein bleiben kann, hängt auch von seiner Erfahrung und dem schrittweisen Training ab. Wie du einem anhänglichen Hund das Alleinbleiben behutsam beibringst, liest du im Beitrag Hund alleine lassen.
Trotz seines feinen Auftretens ist der Malteser kein passives Sofakissen. Er ist aufgeweckt, spielt gern und lernt schnell. Seine Wachsamkeit hat eine Kehrseite: Manche Malteser melden zuverlässig jedes Geräusch und neigen zum Bellen, was sich mit früher, geduldiger Erziehung gut in Bahnen lenken lässt. Für ältere, rücksichtsvolle Kinder ist er ein toller Spielgefährte. Bei Kleinkindern gilt, wie bei allen Miniaturrassen, dass ein zierlicher Hund schnell verletzt werden kann und einen ruhigen Umgang braucht.
Er kann zu Ersthaltern passen, wenn diese Zeit für Erziehung und Pflege einplanen. Prüfe vor der Entscheidung drei konkrete Punkte: Wer übernimmt die Betreuung während deiner Abwesenheit? Kannst du ihn täglich behutsam bürsten? Und bist du bereit, mit ihm Ruhe, Alleinbleiben und Alltagssituationen zu üben? Seine geringe Größe nimmt dir diese Aufgaben nicht ab. Der FCI beschreibt einen lebhaften, zugewandten Hund; wie der einzelne Malteser mit Besuch, Kindern oder Geräuschen umgeht, lässt sich bei persönlichen Besuchen besser einschätzen.
Eine rassetypische Veranlagung bedeutet nicht, dass jeder Malteser erkrankt. Für die Anschaffung sind konkrete Befunde hilfreicher als die Zusage „gesunde Linie“: Die American Maltese Association nennt in ihrem Gesundheitsstatement unter anderem Untersuchungen von Kniescheiben und Herz sowie eine Abklärung angeborener Leberprobleme. Lass dir vorhandene Nachweise erklären; die Befunde der Elterntiere sind keine Gesundheitsgarantie für einen Welpen.
Das bekannteste Thema ist der portosystemische Lebershunt. Dabei umgeht ein fehlgeleitetes Blutgefäß die Leber, sodass Giftstoffe nicht richtig abgebaut werden. Der Malteser ist hier deutlich überrepräsentiert; in Fachliteratur und Fallserien taucht er regelmäßig unter den am stärksten betroffenen Rassen auf. Anzeichen können Wachstumsverzögerung, Benommenheit nach dem Fressen oder neurologische Auffälligkeiten sein. Eine Besonderheit erschwert die Diagnose: Bei gesunden Maltesern können bestimmte Leberwerte rassebedingt erhöht sein, was die Einordnung für die Tierärztin anspruchsvoller macht.
Dazu kommen die klassischen Kleinhund-Themen. Die mediale Patellaluxation, bei der die Kniescheibe aus ihrer Führung springt, ist beim Malteser eine bekannte Prädisposition und ein Standard-Untersuchungspunkt in seriösen Zuchtprogrammen; typisch ist ein kurzes, hüpfendes Lahmen. Zahnprobleme sind wegen des kleinen Kiefers und der gedrängten Zähne häufig, weshalb regelmäßige Zahnpflege kein Luxus, sondern Vorsorge ist. Und der Trachealkollaps, ein Nachgeben der Luftröhre, zählt beim Malteser zu den dokumentierten Risiken; ein anfallsartiger, gänsehaft klingender Husten ist ein Warnzeichen, das tierärztlich abgeklärt gehört.
Ein paar weitere Punkte werden oft genannt, sind aber schwächer belegt, und das sagen wir auch so. Für die Netzhauterkrankung PRA gibt es beim Malteser einen Gentest, belastbare Häufigkeitszahlen speziell für diese Rasse sind aber dünn. Das seltene White-Shaker-Syndrom, ein generalisiertes Zittern bei jungen weißen Hunden, ist nach Rassen wie dem Malteser benannt, bleibt aber selten und spricht meist gut auf Behandlung an. Auch ein angeborener Herzfehler, der offene Ductus arteriosus, wird beim Malteser als Prädisposition geführt; die kursierende Behauptung, er habe das höchste Risiko aller Rassen, lässt sich aber nicht sauber belegen. Für all das gilt dieselbe Konsequenz: Untersuchte Elterntiere und regelmäßige Vorsorge schlagen jedes Versprechen.
Das schöne Fell ist ein Vollzeitjob. Weil das Haar kontinuierlich wächst und keine Unterwolle abgeworfen wird, verfangen sich lose Haare im Fell und verfilzen, wenn nicht regelmäßig gebürstet wird. Tägliches Durchbürsten bis auf die Haut ist Pflicht, dazu ein Termin beim Groomer alle sechs bis acht Wochen, sei es für einen kurzen, praktischen Schnitt oder die Pflege der vollen Länge. Wie so eine Routine im Alltag aussieht, findest du im Beitrag zur Fellpflege bei Pudel, Maltipoo und Co..
Ein Thema, das fast jeden Malteser-Halter beschäftigt, sind die Tränensteine: die rötlich-braunen Streifen unter den Augen. Sie entstehen durch einen Farbstoff in der Tränenflüssigkeit und werden durch anatomische Faktoren und Haare im Augenwinkel begünstigt. Ganz vermeiden lässt sich das oft nicht, mit regelmäßiger, sanfter Augenreinigung und getrimmten Gesichtshaaren aber gut in Grenzen halten. Nehmen Tränenfluss oder Rötung plötzlich zu, gehört das tierärztlich abgeklärt, weil auch Entzündungen oder ein gestörter Tränenabfluss dahinterstecken können.
Wenig haaren ist nicht dasselbe wie hypoallergen. Der Malteser wird oft als Allergiker-Hund angepriesen, doch das wichtigste Hundeallergen sitzt im Speichel und in den Hautschuppen, nicht im Haar. Eine viel beachtete Studie fand bei angeblich hypoallergenen Rassen keine geringeren Allergenwerte, teils sogar höhere. Kein Hund ist nachweislich hypoallergen. Wer zu einer Allergie neigt, sollte den konkreten Hund über längere Zeit persönlich testen.

Trenne den Kaufpreis von den laufenden Kosten. Für einen Malteser gibt es keinen einheitlichen Preis. Der Deutsche Tierschutzbund nennt für Hunde vom Züchter allgemein bis zu mehrere Tausend Euro. Ein konkretes Angebot solltest du danach prüfen, welche Unterlagen und Untersuchungen vorliegen. Ein hoher Preis allein belegt keine gute Zucht. Der VDH empfiehlt unter anderem Besuche bei den Welpen und dem Muttertier sowie die Prüfung der Nachweise.
Als grobe Orientierung nennt der Tierschutzbund für Hunde 1.200 bis 1.350 Euro jährlich, rechnerisch 100 bis 112,50 Euro im Monat. Das ist eine allgemeine Mindestkostenschätzung, keine Malteser-Pauschale. Zusätzliche Tierarztbehandlungen und andere Sonderkosten kommen hinzu. Beim Malteser solltest du insbesondere die professionelle Fellpflege gesondert einplanen.
| Kostenposten | Was du vor der Anschaffung klären solltest |
|---|---|
| Kauf oder Adoption | Schriftlichen Gesamtpreis und enthaltene Unterlagen bei Zuchtstätte oder Tierheim erfragen |
| Erstausstattung | Passendes Geschirr, Leine, Schlafplatz, Transportmöglichkeit, Bürste und Kamm einplanen |
| Futter und Pflege | Tatsächliche Futterkosten sowie ein Angebot des Hundefriseurs für Fellzustand und gewünschten Schnitt einholen |
| Steuer und Versicherung | Örtliche Hundesteuer und Versicherungsbeiträge prüfen; Jahresbeträge auf zwölf Monate verteilen |
| Gesundheit | Regelmäßige Vorsorge und eine separate Reserve für unerwartete Behandlungen berücksichtigen |
| Betreuung | Bei Bedarf Kosten für Sitter, Urlaub oder Hundeschule ergänzen |
Rechne für deine persönliche Planung die jährlichen Pflegetermine zum übrigen Jahresbudget und teile die Summe durch zwölf. So wird aus einzelnen Rechnungen ein realistisches Monatsbudget. Welche Kosten eine Versicherung übernimmt und welche bei dir bleiben, hängt vom Vertrag ab; unser Ratgeber zur Hundeversicherung erklärt die Unterschiede zwischen Haftpflicht, OP- und Krankenversicherung.
„Teacup" ist kein Standard, sondern gezielte Verzwergung. Kein offizieller Rassestandard kennt den Begriff, und die organisierte deutsche Zucht schreibt ein Mindestgewicht vor und verbietet solche Extremzuchten. Künstlich verkleinerte Hunde tragen ein erhöhtes Risiko für schwere Probleme wie Wasserkopf, Atemnot, Unterzuckerung und brüchige Knochen. Ein niedliches Foto ist keinen leidenden Hund wert.
Bei einer beliebten Rasse wie dem Malteser gibt es viele Züchter, und nicht alle arbeiten seriös. Achte auf ein paar Dinge: Lässt sich der Züchter beim Muttertier und in der Wurfumgebung besuchen? Zeigt er Gesundheitsnachweise der Elterntiere, etwa zur Patella und zu den Augen? Wirken die Welpen gepflegt, munter und gut sozialisiert? Ein guter Züchter fragt umgekehrt auch dich aus, statt einfach zu verkaufen.
Ein Wort noch zu einem verbreiteten Missverständnis: Ein Rassehund ist nicht automatisch gesund, nur weil er dem Standard entspricht. Der Standard regelt Aussehen und Wesen, nicht die Gesundheit. Umgekehrt ist auch ein Malteser-Mix wie der Maltipoo nicht automatisch gesünder, denn wenn beide Elternrassen dieselben Anlagen mitbringen, kann sich ein Risiko sogar addieren statt verdünnen. Gesund wird ein Hund durch untersuchte Elterntiere, nicht durch ein Etikett.
Der Malteser ist eine gute Wahl, wenn du einen kleinen, anhänglichen Begleiter suchst, viel Zeit mit ihm verbringst und bereit bist, in die tägliche Fellpflege zu investieren. Er passt in eine Wohnung, freut sich über Gesellschaft und gibt einen aufmerksamen, verschmusten Hausgenossen ab. Für ruhige Haushalte und Menschen, die ihren Hund gern dabeihaben, ist er wie gemacht.
Weniger passt er, wenn du oft und lange außer Haus bist, wenig Zeit oder Budget für Pflege hast oder einen robusten Draußen-Hund für wilde Abenteuer suchst. Und wenn eine Allergie der Grund für die Rassewahl ist, verlass dich nicht auf das Etikett, sondern auf den echten, wiederholten Kontakt. Warum das für alle wenig haarenden Rassen gilt, liest du im Überblick zu kleinen Hunden, die wenig haaren. Wer lieber einen ähnlich charmanten, aber etwas robuster gebauten kleinen Hund möchte, findet im Bolonka Zwetna eine Alternative.
Der Malteser ist zu Recht seit Jahrtausenden beliebt: klein, treu, elegant und voller Persönlichkeit. Er ist aber kein pflegeleichter Anfängertraum, sondern ein Hund mit klaren Ansprüchen an Zeit, Nähe und Fellpflege. Wer das mitbringt, bekommt einen der charmantesten Begleiter überhaupt. Die kompakten Eckdaten zu Größe, Gewicht und Pflege findest du gesammelt im Malteser-Rasseporträt.
Für den Alltag kannst du Gewicht und Gesundheitsbeobachtungen im Profil deines Hundes in der Souldog-App festhalten. Ein Verlauf hilft dir, Veränderungen beim nächsten Tierarzttermin konkret zu beschreiben; er ersetzt keine Untersuchung.