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Malteser Hund: Charakter, Größe, Gesundheit und Kosten

Schneeweiß, seidig und seit der Antike ein Schoßhund: Der Malteser ist einer der ältesten Begleithunde der Welt. Hinter dem eleganten Fell stecken aber echte Themen, von der aufwendigen Pflege bis zu ein paar Gesundheitspunkten, die kein Verkaufsprospekt gern erwähnt. Hier findest du den ehrlichen Überblick.

Weißer Malteser mit seidigem Fell an einem sonnigen Tag im Freien, Malteser Rasse-Guide
Foto von Gundula Vogel auf Pexels
RASSEN & MISCHLINGE

Du kennst dieses Bild: ein schneeweißer kleiner Hund mit seidig herabfallendem Fell, der auf einem Kissen sitzt, als wäre er dafür geboren. Der Malteser sieht aus wie der Inbegriff des verwöhnten Schoßhundes, und tatsächlich begleitet er die Menschen schon seit der Antike. Auf griechischen und römischen Vasen sind kleine, langhaarige Hündchen abgebildet, die ihm verblüffend ähneln.

o elegant er wirkt, so bodenständig sind die Fragen, die vor einer Anschaffung wirklich zählen: Wie viel Pflege steckt in diesem Fell? Was bringt er gesundheitlich mit? Und stimmt es, dass er für Allergiker geeignet ist? Dieser Guide beantwortet das ehrlich, ohne Werbeglanz. Wie sich der Malteser zwischen seine kleinen Verwandten einreiht, liest du im großen Überblick zu den kleinen Hunderassen mit Locken.

Malteser im Steckbrief

Kurz gesagt: Der Malteser ist eine sehr alte, kleine Gesellschaftshund-Rasse aus dem Mittelmeerraum. Nach dem FCI-Standard wird er 20 bis 25 cm groß und 3 bis 4 kg schwer. Er gilt als anhänglich, lebhaft und menschenbezogen und wird meist 12 bis 15 Jahre alt. Sein reinweißes, seidiges Fell hat keine Unterwolle, haart daher wenig, verlangt aber viel Pflege. Zu seinen Gesundheitsthemen zählen der Lebershunt, die Patellaluxation, Zahnprobleme und ein empfindlicher Kehlkopf.

Größe, Gewicht und Aussehen

Der Malteser gehört klar zu den kleinen Hunden, ist aber kein zerbrechlicher Winzling. Der internationale FCI-Standard nennt eine Widerristhöhe von etwa 21 bis 25 cm bei Rüden und 20 bis 23 cm bei Hündinnen, das Gewicht liegt bei 3 bis 4 kg. Interessant für alle, die sich international informieren: Der amerikanische AKC-Standard sieht den Malteser deutlich leichter, mit bevorzugt unter drei Kilo. Beide meinen dieselbe Rasse, setzen aber die Gewichtsvorstellung unterschiedlich an.

Das Markenzeichen ist das Fell: reinweiß, seidig glänzend, lang und schwer herabfallend, ganz ohne Unterwolle. Eine leichte elfenbeinfarbene Tönung ist nach Standard erlaubt. Weil die Unterwolle fehlt, gibt es keinen saisonalen Fellwechsel; das Haar wächst stattdessen kontinuierlich weiter, ähnlich wie Menschenhaar, und genau daraus ergibt sich der hohe Pflegeaufwand, zu dem wir gleich kommen.

Wesen und Alltag

Kurz gesagt: Der Malteser ist ein anhänglicher, lebhafter und aufmerksamer Begleiter, der die Nähe zu seinen Menschen liebt. Er ist verspielt und lernfreudig, kann aber wachsam sein und zum Bellen neigen. Weil er so menschenbezogen ist, fällt ihm langes Alleinsein schwer. Für Familien mit rücksichtsvollen Kindern passt er gut, bei sehr kleinen Kindern ist wegen seiner Zierlichkeit Vorsicht geboten.

Wer einen Malteser hält, hat selten einen Hund, der viel Abstand sucht. Diese Rasse will dabei sein, auf dem Schoß, neben dem Schreibtisch, im selben Raum. Das macht ihn zu einem wunderbaren Begleiter für Menschen, die viel Zeit mit ihrem Hund verbringen, und zu einer schlechten Wahl für alle, die ihn regelmäßig lange allein lassen müssen. Ein Malteser, der zu oft und zu lange auf sich gestellt ist, entwickelt leicht Trennungsstress. Wie du einem anhänglichen Hund das Alleinbleiben behutsam beibringst, liest du im Beitrag Hund alleine lassen.

Trotz seines feinen Auftretens ist der Malteser kein passives Sofakissen. Er ist aufgeweckt, spielt gern und lernt schnell. Seine Wachsamkeit hat eine Kehrseite: Manche Malteser melden zuverlässig jedes Geräusch und neigen zum Bellen, was sich mit früher, geduldiger Erziehung gut in Bahnen lenken lässt. Für ältere, rücksichtsvolle Kinder ist er ein toller Spielgefährte. Bei Kleinkindern gilt, wie bei allen Miniaturrassen, dass ein zierlicher Hund schnell verletzt werden kann und einen ruhigen Umgang braucht.

Gesundheit: ehrlich betrachtet

Kurz gesagt: Der Malteser bringt einige rassetypische Gesundheitsthemen mit. Gut belegt sind der portosystemische Lebershunt, für den er überdurchschnittlich anfällig ist, die Patellaluxation, Zahnprobleme und ein empfindlicher Kehlkopf mit Neigung zum Trachealkollaps. Seltener und schwächer belegt sind bestimmte Augen- und Herzthemen. Der beste Schutz ist eine Zucht, die die Elterntiere gezielt untersuchen lässt.

Diesen Abschnitt führen wir ohne Schnörkel, denn hier zählt Genauigkeit. Ein weißes Fell macht keinen gesunden Hund; entscheidend ist, was in der Zuchtlinie steckt.

Das bekannteste Thema ist der portosystemische Lebershunt. Dabei umgeht ein fehlgeleitetes Blutgefäß die Leber, sodass Giftstoffe nicht richtig abgebaut werden. Der Malteser ist hier deutlich überrepräsentiert; in Fachliteratur und Fallserien taucht er regelmäßig unter den am stärksten betroffenen Rassen auf. Anzeichen können Wachstumsverzögerung, Benommenheit nach dem Fressen oder neurologische Auffälligkeiten sein. Eine Besonderheit erschwert die Diagnose: Bei gesunden Maltesern können bestimmte Leberwerte rassebedingt erhöht sein, was die Einordnung für die Tierärztin anspruchsvoller macht.

Dazu kommen die klassischen Kleinhund-Themen. Die mediale Patellaluxation, bei der die Kniescheibe aus ihrer Führung springt, ist beim Malteser eine bekannte Prädisposition und ein Standard-Untersuchungspunkt in seriösen Zuchtprogrammen; typisch ist ein kurzes, hüpfendes Lahmen. Zahnprobleme sind wegen des kleinen Kiefers und der gedrängten Zähne häufig, weshalb regelmäßige Zahnpflege kein Luxus, sondern Vorsorge ist. Und der Trachealkollaps, ein Nachgeben der Luftröhre, zählt beim Malteser zu den dokumentierten Risiken; ein anfallsartiger, gänsehaft klingender Husten ist ein Warnzeichen, das tierärztlich abgeklärt gehört.

Ein paar weitere Punkte werden oft genannt, sind aber schwächer belegt, und das sagen wir auch so. Für die Netzhauterkrankung PRA gibt es beim Malteser einen Gentest, belastbare Häufigkeitszahlen speziell für diese Rasse sind aber dünn. Das seltene White-Shaker-Syndrom, ein generalisiertes Zittern bei jungen weißen Hunden, ist nach Rassen wie dem Malteser benannt, bleibt aber selten und spricht meist gut auf Behandlung an. Auch ein angeborener Herzfehler, der offene Ductus arteriosus, wird beim Malteser als Prädisposition geführt; die kursierende Behauptung, er habe das höchste Risiko aller Rassen, lässt sich aber nicht sauber belegen. Für all das gilt dieselbe Konsequenz: Untersuchte Elterntiere und regelmäßige Vorsorge schlagen jedes Versprechen.

Fell und Pflege: viel Aufwand, wenig Haare

Kurz gesagt: Das seidige, unterwolllose Fell des Maltesers haart wenig, verlangt aber tägliches Bürsten und regelmäßige Termine beim Hundefriseur, sonst verfilzt es. Ein wiederkehrendes Thema sind Tränensteine, die rötlich-braunen Verfärbungen unter den Augen. Wenig Haarausfall bedeutet bei dieser Rasse also mehr Pflege, nicht weniger.

Das schöne Fell ist ein Vollzeitjob. Weil das Haar kontinuierlich wächst und keine Unterwolle abgeworfen wird, verfangen sich lose Haare im Fell und verfilzen, wenn nicht regelmäßig gebürstet wird. Tägliches Durchbürsten bis auf die Haut ist Pflicht, dazu ein Termin beim Groomer alle sechs bis acht Wochen, sei es für einen kurzen, praktischen Schnitt oder die Pflege der vollen Länge. Wie so eine Routine im Alltag aussieht, findest du im Beitrag zur Fellpflege bei Pudel, Maltipoo und Co..

Ein Thema, das fast jeden Malteser-Halter beschäftigt, sind die Tränensteine: die rötlich-braunen Streifen unter den Augen. Sie entstehen durch einen Farbstoff in der Tränenflüssigkeit und werden durch anatomische Faktoren und Haare im Augenwinkel begünstigt. Ganz vermeiden lässt sich das oft nicht, mit regelmäßiger, sanfter Augenreinigung und getrimmten Gesichtshaaren aber gut in Grenzen halten. Nehmen Tränenfluss oder Rötung plötzlich zu, gehört das tierärztlich abgeklärt, weil auch Entzündungen oder ein gestörter Tränenabfluss dahinterstecken können.

Gut zu wissen

Wenig haaren ist nicht dasselbe wie hypoallergen. Der Malteser wird oft als Allergiker-Hund angepriesen, doch das wichtigste Hundeallergen sitzt im Speichel und in den Hautschuppen, nicht im Haar. Eine viel beachtete Studie fand bei angeblich hypoallergenen Rassen keine geringeren Allergenwerte, teils sogar höhere. Kein Hund ist nachweislich hypoallergen. Wer zu einer Allergie neigt, sollte den konkreten Hund über längere Zeit persönlich testen.

Weißer Malteser liegt entspannt auf einer grünen Wiese

Was kostet ein Malteser?

Ein Malteser aus seriöser Zucht kostet als Welpe grob 1.000 bis 2.500 Euro, je nach Zuchtlinie, Region und den Untersuchungen der Elterntiere. Das ist kein Wucher, sondern spiegelt die Kosten verantwortungsvoller Zucht mit Gesundheitstests wider. Deutlich billigere Angebote sind fast immer ein Warnsignal.

Unterschätzt werden die laufenden Kosten, und hier ist die Fellpflege der große Dauerposten. Wer nicht selbst schert, zahlt beim Groomer ab etwa 60 Euro pro Termin, alle sechs bis acht Wochen. Dazu kommen Futter, Vorsorge, Impfungen, Versicherung und Rücklagen für den Krankheitsfall. In Summe solltest du mit laufenden Kosten im Bereich von rund 100 bis 200 Euro im Monat rechnen, ohne teure Einzelbehandlungen. Ein Malteser ist finanziell kein günstiger Hund, gerade wegen der Pflege.

Seriöse Zucht und die Teacup-Warnung

Finger weg von Teacup-Maltesern

„Teacup" ist kein Standard, sondern gezielte Verzwergung. Kein offizieller Rassestandard kennt den Begriff, und die organisierte deutsche Zucht schreibt ein Mindestgewicht vor und verbietet solche Extremzuchten. Künstlich verkleinerte Hunde tragen ein erhöhtes Risiko für schwere Probleme wie Wasserkopf, Atemnot, Unterzuckerung und brüchige Knochen. Ein niedliches Foto ist keinen leidenden Hund wert.

Bei einer beliebten Rasse wie dem Malteser gibt es viele Züchter, und nicht alle arbeiten seriös. Achte auf ein paar Dinge: Lässt sich der Züchter beim Muttertier und in der Wurfumgebung besuchen? Zeigt er Gesundheitsnachweise der Elterntiere, etwa zur Patella und zu den Augen? Wirken die Welpen gepflegt, munter und gut sozialisiert? Ein guter Züchter fragt umgekehrt auch dich aus, statt einfach zu verkaufen.

Ein Wort noch zu einem verbreiteten Missverständnis: Ein Rassehund ist nicht automatisch gesund, nur weil er dem Standard entspricht. Der Standard regelt Aussehen und Wesen, nicht die Gesundheit. Umgekehrt ist auch ein Malteser-Mix wie der Maltipoo nicht automatisch gesünder, denn wenn beide Elternrassen dieselben Anlagen mitbringen, kann sich ein Risiko sogar addieren statt verdünnen. Gesund wird ein Hund durch untersuchte Elterntiere, nicht durch ein Etikett.

Passt ein Malteser zu dir?

Der Malteser ist eine gute Wahl, wenn du einen kleinen, anhänglichen Begleiter suchst, viel Zeit mit ihm verbringst und bereit bist, in die tägliche Fellpflege zu investieren. Er passt in eine Wohnung, freut sich über Gesellschaft und gibt einen aufmerksamen, verschmusten Hausgenossen ab. Für ruhige Haushalte und Menschen, die ihren Hund gern dabeihaben, ist er wie gemacht.

Weniger passt er, wenn du oft und lange außer Haus bist, wenig Zeit oder Budget für Pflege hast oder einen robusten Draußen-Hund für wilde Abenteuer suchst. Und wenn eine Allergie der Grund für die Rassewahl ist, verlass dich nicht auf das Etikett, sondern auf den echten, wiederholten Kontakt. Warum das für alle wenig haarenden Rassen gilt, liest du im Überblick zu kleinen Hunden, die wenig haaren. Wer lieber einen ähnlich charmanten, aber etwas robuster gebauten kleinen Hund möchte, findet im Bolonka Zwetna eine Alternative.

Häufige Fragen

Wie alt wird ein Malteser?
Ein Malteser wird meist 12 bis 15 Jahre alt. Das ist eine breit konsistente Erfahrungsspanne, keine einzelne Studienzahl. Gute Pflege, gesundes Gewicht und regelmäßige Vorsorge helfen, das obere Ende zu erreichen.
Haart ein Malteser stark?
Nein, der Malteser haart wenig, weil ihm die Unterwolle fehlt und es keinen saisonalen Fellwechsel gibt. Dafür wächst das Haar kontinuierlich und verfilzt ohne tägliches Bürsten. Wenig Haarausfall heißt bei ihm mehr Pflege, nicht weniger.
Ist der Malteser für Allergiker geeignet?
Nicht garantiert. Er haart wenig, aber das wichtigste Hundeallergen steckt in Speichel und Hautschuppen, nicht im Haar. Kein Hund ist nachweislich hypoallergen. Wer zu einer Allergie neigt, sollte den konkreten Hund über längere Zeit persönlich testen und das mit einer allergologischen Abklärung begleiten.
Welche Krankheiten hat ein Malteser häufig?
Gut belegte Themen sind der portosystemische Lebershunt, für den er überdurchschnittlich anfällig ist, die Patellaluxation, Zahnprobleme und der Trachealkollaps. Untersuchte Elterntiere und regelmäßige Vorsorge sind der wichtigste Schutz.
Was kostet ein Malteser?
Ein Welpe aus seriöser Zucht kostet grob 1.000 bis 2.500 Euro. Dazu kommen laufende Kosten von etwa 100 bis 200 Euro im Monat, mit der Fellpflege als großem Dauerposten. Auffällig günstige Angebote sind ein Warnsignal.
Ist ein Teacup-Malteser eine eigene Rasse?
Nein. „Teacup" ist kein anerkannter Standard, sondern eine gezielte Verzwergung mit erhöhten Gesundheitsrisiken. Die organisierte Zucht in Deutschland verbietet solche Extremzuchten und schreibt ein Mindestgewicht vor. Von Teacup-Angeboten solltest du die Finger lassen.
Wie viel Pflege braucht ein Malteser?
Viel. Das seidige Fell braucht tägliches Bürsten bis auf die Haut und alle sechs bis acht Wochen einen Termin beim Hundefriseur. Dazu kommt die regelmäßige Augenreinigung gegen Tränensteine und konsequente Zahnpflege.

Ein alter Begleiter mit klaren Ansprüchen

Der Malteser ist zu Recht seit Jahrtausenden beliebt: klein, treu, elegant und voller Persönlichkeit. Er ist aber kein pflegeleichter Anfängertraum, sondern ein Hund mit klaren Ansprüchen an Zeit, Nähe und Fellpflege. Wer das mitbringt, bekommt einen der charmantesten Begleiter überhaupt.

Wenn er bei dir eingezogen ist, hilft dir Souldog, den Überblick zu behalten: In der App legst du sein Profil an, hältst Pflegetermine, Gewicht und Gesundheitsbeobachtungen fest und hast seine wichtigsten Daten immer griffbereit. Den Rest, das seidige Fell auf deinem Schoß, erledigt er schon selbst.