🍫 Lebensmittel · Gefahr hoch
Bärlauch (Allium ursinum) gehört botanisch zur selben Gattung wie Zwiebel, Knoblauch und Lauch und enthält ähnliche schwefelhaltige Verbindungen, sogenannte Cystein-Sulfoxide, die beim Zerkleinern der Pflanze zu reaktiven Schwefelmetaboliten umgewandelt werden. Diese Stoffe oxidieren das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen des Hundes und lösen sogenannte Heinz-Innenkörperchen aus, ein Vorgang, der die Zellen brüchig und funktionsuntüchtig macht. Hunde verfügen im Vergleich zum Menschen über eine geringere körpereigene Kapazität, diese oxidativen Schäden an den Erythrozyten abzupuffern, was sie deutlich empfindlicher für Lauchgewächse macht. Der Wirkmechanismus ist für die Gattung Allium insgesamt gut erforscht, während spezifisch zu Bärlauch im Vergleich zu Zwiebel und Knoblauch weniger eigenständige Studien vorliegen.
In den ersten Stunden nach der Aufnahme stehen Magen-Darm-Beschwerden im Vordergrund, Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Da sich die Schädigung der roten Blutkörperchen erst mit einer Verzögerung von etwa 1 bis 5 Tagen aufbaut, folgen erst danach die eigentlich besorgniserregenden Anzeichen der Blutarmut, blasse Schleimhäute, zunehmende Schwäche und Mattigkeit sowie ein rötlich-brauner Urin durch den Zerfall des Hämoglobins. Schreitet die Anämie unbehandelt fort, kann es zu beschleunigtem Herzschlag, Kreislaufschwäche und Kollaps kommen. Wegen dieser Verzögerung sollte auch dann tierärztlich untersucht werden, wenn der Hund nach dem Spaziergang zunächst wieder unauffällig wirkt.
Tierarzt kontaktieren und Menge sowie Zeitpunkt nennen. Bei blassen Schleimhäuten, Schwäche oder dunklem Urin sofort vorstellen, ein Blutbild sichert die Diagnose. Erbrechen nur auf tierärztliche Anweisung.
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Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren.