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Ab wann ist der Boden draußen zu heiß für Hundepfoten?

Heißer Asphalt ist nur eine von vielen Sommer-Gefahren für Hundepfoten. Hier liest du, wann der Boden zu heiß wird, welche Gefahren sonst noch lauern und was bei verletzten Ballen sofort hilft.

Hund läuft an einem heißen Sommertag auf einem schattigen Waldweg statt auf dem Asphalt
Foto von Claudia Solano auf Pexels
HUNDEGESUNDHEIT

Der Gehweg, auf dem dein Hund läuft, wird im Sommer viel heißer, als die Lufttemperatur vermuten lässt. Was sich für deine Schuhsohlen normal anfühlt, ist für nackte Pfoten schnell zu viel. Dunkler Asphalt heizt sich in der prallen Sonne so stark auf, dass die Ballen darauf Schaden nehmen können, oft schon an einem Tag, der gar nicht extrem warm wirkt.

undeballen sind erstaunlich robust, keine Frage. Aber sie sind eben doch Haut und keine Gummisohlen. Heißer Asphalt ist dabei nur eine von mehreren Gefahren, die im Sommer auf die Pfoten lauern, von heißem Sand über Grannen bis zu scharfen Kanten. Den großen Überblick über alle Sommerthemen gibt unser großer Ratgeber zum Hund im Sommer, hier geht es um die Pfoten im Detail. Die gute Nachricht: Du brauchst dafür kein teures Equipment, sondern eine Handbewegung und ein paar Gewohnheiten.

Die Pfoten-Gefahren im Sommer auf einen Blick

Bevor wir ins Detail gehen, hier die wichtigsten Gefahren für die Pfoten im Sommer in der Übersicht. Danach nehmen wir sie uns der Reihe nach vor.

Die Pfoten-Gefahren im Sommer auf einen Blick9 Einträge
Gefahr Worauf du achtest
Heißer Boden (Asphalt, Stein) 7-Sekunden-Test, Mittagshitze meiden
Heißer Sand am Strand Heizt sich wie Asphalt auf, dazu Salz und Scherben
Grannen und Ährenspitzen Bohren sich zwischen den Zehen in die Haut
Scharfe Objekte (Glas, Dornen) Schnittwunden an den Ballen
Heißes Metall (Gullideckel, Stege) Oft heißer als der Asphalt daneben
Behandelter Rasen (Dünger, Pestizide) Reizt die Pfoten, danach abspülen
Insektenstiche im Gras Plötzliches Humpeln, selten allergische Reaktion
Herbstgrasmilben (ab Spätsommer) Starker Juckreiz zwischen den Zehen
Trockene, rissige Ballen Durch Hitze und trockene Böden

Ab wann ist der Boden zu heiß für Hundepfoten?

Kritisch wird es für Hundepfoten ab einer Bodentemperatur von etwa 50 Grad. Haut nimmt zwar grundsätzlich schon ab rund 44 Grad Schaden, das braucht aber längeren Kontakt; für die kurze Zeit, die eine Pfote beim Laufen aufsetzt, zählt die 50-Grad-Marke. Das Tückische: Diese Werte erreicht dunkler Asphalt viel früher, als die Lufttemperatur vermuten lässt. Schon bei 25 Grad Luft heizt sich der Belag in der Sonne auf etwa 50 Grad auf, bei 30 Grad sind es rund 60.

Ab wann ist der Boden zu heiß für Hundepfoten?3 Einträge
Lufttemperatur Asphalt in der Sonne
25 °C ca. 50 °C
31 °C ca. 62 °C
35 °C ca. 65 °C

Dunkler Asphalt schluckt fast 90 Prozent des Sonnenlichts, speichert die Wärme und gibt sie nur langsam wieder ab. Deshalb ist der Boden auch am frühen Abend oft noch heiß, wenn die Luft längst angenehm geworden ist. Beton und Pflasterstein werden weniger heiß, eine Wiese im Schatten bleibt deutlich kühler. Und wie ernst die Lage wird, zeigt eine schlichte Zahl: Bei einer Oberfläche von rund 52 Grad kann die Haut der Ballen schon innerhalb einer Minute Schaden nehmen.

Der hartnäckige Glaube, Hundepfoten seien von Natur aus abgehärtet und hielten Hitze einfach aus, führt dabei oft in die Irre. Die Ballen haben zwar eine dicke Hornschicht, sind darunter aber Haut mit Nerven und Blutgefäßen und verbrennen ähnlich schnell wie eine menschliche Fußsohle.

Der 7-Sekunden-Test: die einfachste Faustregel

Statt im Kopf Temperaturen umzurechnen, fragst du einfach den Boden selbst. Leg deinen Handrücken sieben Sekunden lang flach auf die Stelle, über die ihr laufen würdet. Hältst du die Hitze keine sieben Sekunden aus, ist sie auch für die Pfoten deines Hundes zu heiß. Dann bleibt der Asphalt heute tabu.

Warum der Handrücken und nicht die Handfläche? Er ist empfindlicher und kommt dem nahe, was die Ballen spüren. Teste an der Stelle, die in der Sonne liegt, nicht im Schatten daneben, denn dazwischen liegen schnell zwanzig Grad. Und mach den Test ruhig noch einmal, wenn ihr abends losgeht. Die Luft kann sich täuschend kühl anfühlen, während der Belag von tagsüber noch glüht. Der Test gilt übrigens für jeden Untergrund, also auch für Sand, Stein und Metall.

Mehr als heißer Boden: die anderen Gefahren im Sommer

Der Asphalt ist der bekannteste Übeltäter, aber längst nicht der einzige. Diese Gefahren übersieht man an einem schönen Tag leicht.

Heißer Sand wird oft unterschätzt. Trockener Sand am Strand oder auf dem Spielplatz heizt sich in der Sonne genauso auf wie Asphalt und kann die Ballen in weniger als einer Minute verbrennen. Salzwasser trocknet die Haut zusätzlich aus, und in Muscheln, Steinen oder Glasscherben steckt Schnittgefahr. Nach einem Strandtag also kurz die Pfoten mit klarem Wasser abspülen und auf Verletzungen prüfen.

Eine ganz andere Baustelle sind Grannen, diese borstigen Spitzen von Gräsern und Getreide, die im Hochsommer überall an Wegrändern stehen. Sie setzen sich leicht zwischen den Zehen fest und bohren sich in die Haut. Leckt dein Hund auffällig an einer Pfote, humpelt plötzlich oder hat eine Schwellung zwischen den Zehen, gehört er in die Tierarztpraxis. Tief eingedrungene Grannen lassen sich nur dort sicher entfernen, sonst entzünden sie sich und bilden Abszesse.

Glasscherben, Dornen und spitze Steine schneiden schnell in die empfindlichen Ballen. Kleine Wunden spülst du sofort mit sauberem Wasser und stillst die Blutung mit gleichmäßigem Druck durch ein sauberes Tuch. Tiefe, klaffende oder stark blutende Wunden gehören umgehend zum Tierarzt.

Auch Metall heizt sich auf: Gullideckel, Metallgitter und Bootsstege werden in der Sonne oft noch heißer als der Asphalt daneben. Vorsicht ist außerdem bei frisch gedüngten oder mit Pestiziden behandelten Flächen geboten, denn die Stoffe reizen die Pfoten und gelangen beim Ablecken in den Körper. Meide frisch behandelte Bereiche, bis sie getrocknet sind, und spül die Pfoten danach ab.

Tritt dein Hund im Gras auf eine Biene oder Wespe, sticht sie ihn in den Ballen. Meist bleibt es bei einer harmlosen Schwellung. Zeigt dein Hund jedoch Schwellungen im Gesicht, Atemnot oder Kreislaufschwäche, ist das eine allergische Reaktion und ein Notfall für die Tierarztpraxis. Und ab dem Spätsommer kommen Herbstgrasmilben dazu, winzige orangerote Larven, die sich gern zwischen den Zehen festsetzen und starken Juckreiz auslösen. Kratzt oder leckt dein Hund dann ständig an den Pfoten, lohnt ein genauer Blick zwischen die Zehen.

Woran du verletzte oder verbrannte Pfoten erkennst

Hier hört das Augenzwinkern auf, denn verletzte Ballen schmerzen und werden leicht übersehen. Egal ob Verbrennung, Schnitt, Granne oder Stich, die ersten Anzeichen ähneln sich:

  • Dein Hund humpelt, lahmt oder bleibt auffällig oft stehen.
  • Er weigert sich weiterzulaufen oder will plötzlich getragen werden.
  • Er leckt oder knabbert ständig an den Pfoten.
  • Er zieht die Pfote weg oder jault, wenn du sie anfasst.
  • Die Ballen sind gerötet, geschwollen, dunkel verfärbt, blasig oder es fehlen Hautstücke.

Nahaufnahme der Pfotenballen eines Hundes, die man nach dem Spaziergang auf Risse und Verbrennungen prüft

Bei Verbrennungen unterscheidet man fachlich drei Schweregrade. Beim ersten sind die Ballen gerötet und geschwollen. Beim zweiten bilden sich Brandblasen, oder es fehlen bereits Hautteile. Beim dritten ist das Gewebe tief geschädigt oder verkohlt. Spätestens ab Blasen oder offenen Stellen ist das nichts mehr zum Beobachten, sondern ein Fall für die Tierarztpraxis.

Erste Hilfe bei Pfotenverletzungen

Wenn dein Hund sich die Pfoten verbrannt hat, zählt jede Minute, und zwar ruhig und der Reihe nach:

  1. Sofort weg vom heißen Boden. Ab auf Gras oder in den Schatten, notfalls trag deinen Hund.
  2. Mindestens 10 Minuten kühlen, mit zimmerwarmem, fließendem Wasser aus Flasche oder Gießkanne.
  3. Kein Eis und kein eiskaltes Wasser. Das schädigt das ohnehin gereizte Gewebe zusätzlich.
  4. Locker abdecken, mit einer sauberen Mullbinde oder zur Not einer sauberen Socke.
  5. Keine Salben, Cremes oder Hausmittel aus dem eigenen Schrank auf die Wunde.
  6. Ruf in der Tierarztpraxis an. Bei Blasen, offenen Stellen, mehreren betroffenen Pfoten, starkem Humpeln oder wenn dein Hund sichtbar leidet, gehört ihr dorthin, ohne abzuwarten.

Bei einer Schnittwunde gilt etwas anderes als bei einer Verbrennung: Spül sie mit sauberem Wasser, still die Blutung mit gleichmäßigem Druck durch ein sauberes Tuch und fahr bei tiefen, klaffenden oder stark blutenden Wunden in die Praxis. Steckt ein Fremdkörper tief im Ballen, zieh ihn nicht selbst heraus, das überlässt du dem Tierarzt. Nach einem Insektenstich beobachtest du die Schwellung; bei Schwellungen im Gesicht, Atemnot oder Schwäche fährst du sofort los.

Erste Hilfe bei Pfotenverletzungen4 Einträge
Situation Maßnahme
Ballen leicht gerötet, Hund sonst munter Schonen, kühlen, weiche Böden, genau beobachten
Blasen, fehlende Hautstücke, starkes Humpeln Kühlen und zeitnah in die Praxis
Tiefe Schnitte, steckende Fremdkörper, Granne Tierärztlich versorgen lassen
Mehrere Pfoten betroffen, Hund leidet sichtbar Notfall, sofort anrufen und hinfahren

So schützt du die Pfoten im Sommer

Der beste Schutz ist, dass es gar nicht erst so weit kommt, und das meiste davon kostet dich nichts außer ein bisschen Umdenken.

Verleg die Runde in den frühen Morgen und den späten Abend und lass die Mittagshitze aus. Denk daran, dass der Asphalt auch um neun Uhr abends noch nachglühen kann. Wähl bewusst den Untergrund: Wiese, Waldweg und schattige, unbefestigte Strecken sind angenehm für die Pfoten, blanker Asphalt, aufgeheizte Parkplätze, Metallgitter und heißer Sand dagegen nicht. Und mach den 7-Sekunden-Test zur Gewohnheit, eine Handbewegung an der Haustür reicht.

Ein guter Pfotenbalsam hält die Ballen geschmeidig und beugt rissiger, trockener Haut vor. Eine ehrliche Einordnung gehört aber dazu: Balsam macht die Pfoten nicht hitzefest und ersetzt den Test nicht, auf einer 60 Grad heißen Fläche hilft auch die beste Creme nicht. Greif nur zu Produkten, die für Tiere zugelassen sind, denn Salben für Menschen können Stoffe enthalten, die ein Hund nicht abbekommen sollte. Auf wirklich heißem oder rauem Boden sind gut sitzende Hundeschuhe der wirksamste echte Schutz; sie brauchen etwas Eingewöhnung und vor allem die richtige Passform, sonst landen sie nach zwei Schritten im Gebüsch.

Nach der Runde lohnt ein kurzer Check: Ballen ansehen, die Zehenzwischenräume nach Grannen absuchen und die Pfoten abspülen, besonders nach Strand, Schwimmbad oder frisch behandeltem Rasen. So sind Splitt, Sand, Salz und Chemie schnell weg, bevor sie Ärger machen.

Eine Sache noch, die größer ist als die Pfoten: Bei echter Hitze ist nicht nur der Boden das Problem, sondern die Überhitzung des ganzen Hundes. Wie du ihn an heißen Tagen richtig abkühlst, haben wir dir extra zusammengefasst. Und wird es richtig heiß, ist die kürzere oder ausgelassene Runde manchmal die klügste Entscheidung, auch wenn dein Hund das anders sieht.

Häufige Fragen

Ab welcher Temperatur ist der Boden zu heiß für Hunde?
Kritisch wird es ab einer Bodentemperatur von etwa 50 Grad. Die Haut reagiert grundsätzlich schon ab rund 44 Grad, allerdings erst bei längerem Kontakt. Asphalt erreicht diese Werte früh: Bei 25 Grad Lufttemperatur sind es in der Sonne rund 50 Grad, bei 30 Grad etwa 60. Verlass dich nicht aufs Thermometer, sondern auf den 7-Sekunden-Test.
Wie funktioniert der 7-Sekunden-Test?
Leg deinen Handrücken sieben Sekunden lang flach auf den Boden, an die Stelle, über die ihr laufen würdet. Hältst du die Hitze keine sieben Sekunden aus, ist sie auch für die Pfoten deines Hundes zu heiß. Der Handrücken ist empfindlicher als die Handfläche und kommt dem näher, was die Ballen spüren.
Sind Grannen im Sommer wirklich gefährlich für die Pfoten?
Ja. Grannen bohren sich zwischen den Zehen in die Haut, wandern weiter und können sich entzünden. Anzeichen sind plötzliches Humpeln, ständiges Lecken an einer Pfote und eine Schwellung zwischen den Zehen. Tief sitzende Grannen gehören in die Tierarztpraxis, allein bekommst du sie selten vollständig heraus.
Muss ich die Pfoten nach dem Strand oder Schwimmbad abspülen?
Ja, das ist sinnvoll. Salzwasser und Chlor trocknen die Ballen aus, und im Sand stecken Muscheln und Scherben. Ein kurzes Abspülen mit klarem Wasser entfernt Salz, Chemie und Splitt und beugt rissigen, gereizten Pfoten vor.
Wie merke ich, dass mein Hund sich die Pfoten verletzt hat?
Typisch sind Humpeln, häufiges Stehenbleiben, die Weigerung weiterzulaufen und ständiges Lecken oder Knabbern an den Pfoten. Die Ballen können gerötet, geschwollen, dunkel verfärbt oder blasig sein, im schlimmen Fall fehlen Hautstücke. Spätestens bei Blasen, offenen Stellen oder einer Schwellung zwischen den Zehen gehört dein Hund in die Praxis.
Was hilft sofort, wenn der Hund sich die Pfoten verbrannt hat?
Zuerst weg vom heißen Boden, dann die Pfote mindestens 10 Minuten mit zimmerwarmem, fließendem Wasser kühlen. Kein Eis und kein eiskaltes Wasser, das schadet zusätzlich. Danach locker mit einer sauberen Binde abdecken, keine Salben auftragen und in der Tierarztpraxis anrufen. Bei Blasen, offenen Stellen oder starkem Humpeln nicht abwarten.
Hilft Pfotenbalsam gegen heißen Asphalt?
Pfotenbalsam pflegt die Ballen und beugt rissiger, trockener Haut vor, er macht die Pfoten aber nicht hitzefest. Auf wirklich heißem Boden schützt er nicht vor Verbrennungen und ersetzt den 7-Sekunden-Test nicht. Verwende nur Produkte, die für Tiere zugelassen sind.
Sind Hundeschuhe im Sommer sinnvoll?
Auf heißem oder rauem Untergrund sind gut sitzende Hundeschuhe der wirksamste echte Schutz für die Pfoten. Wichtig sind die richtige Passform und ein bisschen Geduld bei der Eingewöhnung, denn schlecht sitzende Schuhe stören mehr, als sie nützen. Die meisten Hunde laufen mit der Zeit problemlos darin.
Bei welcher Hitze sollte ich gar nicht mehr Gassi gehen?
Eine feste Gradzahl gibt es nicht, weil Alter, Gewicht, Fell und Vorerkrankungen mitspielen. Als Faustregel gilt: Verleg die Runde in die kühlen Morgen- und Abendstunden, mach den Bodentest, und bei großer Mittagshitze ist die kurze oder ausgelassene Runde oft die klügere Wahl. Denk dabei auch an die Überhitzung des ganzen Hundes, nicht nur an die Pfoten.

Sieben Sekunden, die viel ersparen

Sommer mit Hund heißt eigentlich nur, ein paar kleine Gewohnheiten dazuzunehmen: kurz die Hand auf den Boden, den Blick auf den Untergrund und nach der Runde ein schneller Check der Pfoten. Eine Abendrunde über die Wiese ist allemal schöner als verbrannte Ballen oder eine Granne zwischen den Zehen. Und falls doch mal etwas passiert, weißt du jetzt, woran du eine verletzte Pfote erkennst und wann sie in die Praxis gehört.

Weil solche Einschätzungen unterwegs schwerfallen, hat Souldog einen Erste-Hilfe-Bereich und einen Tierarzt-Finder direkt in der App, damit du im Ernstfall schnell siehst, wie dringend es ist und wo die nächste Praxis liegt. Hitze macht übrigens nicht nur den Pfoten zu schaffen: Sie kann auch auf den Magen schlagen und Durchfall auslösen, gerade an den ersten warmen Tagen.

Du findest Souldog im App Store und im Play Store.