Hund im Sommer schützen: der große Gefahren-Guide

Sommer heißt für Hund und Mensch viel Zeit draußen, und genau dann passieren die meisten vermeidbaren Notfälle. Hier sind die größten Sommergefahren und wie du jede einzelne entschärfst.

Collie rennt an einem sonnigen Sommertag fröhlich über eine Wiese vor einem Haus
Foto von Elina Volkova auf Pexels
HUNDEGESUNDHEIT

Es ist der erste lange, warme Tag des Jahres, die Sonne steht hoch, und dein Hund liegt schon nach der kurzen Runde flach. Sommer ist die Jahreszeit, in der Hund und Mensch am meisten zusammen draußen sind, und gleichzeitig die, in der die meisten vermeidbaren Notfälle passieren. Der Grund ist ein altes Missverständnis: Wir spüren Hitze anders als unsere Hunde und unterschätzen deshalb, was ein schöner Tag mit ihnen macht.

in Hund schwitzt nämlich fast gar nicht. Ein paar Schweißdrüsen sitzen in den Pfotenballen, der ganze Rest der Kühlung läuft übers Hecheln. Bei schwüler Luft oder dichtem Fell stößt dieses System schnell an seine Grenzen. Was sich für dich nach einem entspannten Nachmittag anfühlt, ist für ihn dann schon Schwerstarbeit. Die gute Nachricht: Fast alles davon lässt sich mit ein paar Gewohnheiten abfangen. Gehen wir die wichtigsten Gefahren der Reihe nach durch.

Die größten Sommergefahren im Überblick

Wenn du nur dreißig Sekunden hast, hier das Wichtigste vorweg: Die größte Gefahr ist die Hitze selbst, denn sie macht fast alles andere schlimmer. Dann kommen die stillen Begleiter wie Dehydrierung, heißer Boden, lauernde Gefahren im Wasser, Sonnenbrand, Parasiten, Stiche und sogar die Leckerlis in deiner Tasche.

Diese Bereiche schauen wir uns gleich einzeln an:

  • Hitze und Hitzschlag, der eigentliche Notfall
  • Dehydrierung, der leise Begleiter jeder Hitze
  • Heiße Böden und Pfoten
  • Wasser, von Blaualgen bis verschlucktem Wasser
  • Sonne und Sonnenbrand
  • Parasiten und Reisekrankheiten
  • Insekten, Kröten und Schlangen
  • Leckerlis, die in der Wärme kippen

Mensch gibt einem Hund im Sommer Wasser aus einem Napf

Hitze und Hitzschlag: der Notfall, der zählt

Die Hitze ist nicht eine Gefahr unter vielen, sie ist der Rahmen, in dem fast alle anderen Sommerprobleme schlimmer werden. Eine feste Gradzahl, ab der es kritisch wird, gibt es nicht, denn das hängt stark vom einzelnen Hund ab. Manchen macht schon ein mäßig warmer, schwüler Tag zu schaffen, vor allem bei Bewegung, und ein Hitzschlag ist ein echter Notfall, bei dem Minuten zählen.

Warum Hunde so empfindlich sind. Weil die Kühlung übers Hecheln läuft, steigt die Körpertemperatur bei Belastung oder Schwüle schnell an. Übersteigt sie dauerhaft etwa 41 Grad, beginnen Organe Schaden zu nehmen, Kreislauf, Nieren, Leber und die Blutgerinnung können kippen. Besonders gefährdet sind kurznasige Rassen wie Mops, Französische und Englische Bulldogge, deren verkürzte Atemwege kaum Kühlung schaffen. Dazu kommen nordische Rassen mit dichter Unterwolle, alte Hunde, Welpen, übergewichtige Tiere und alle mit Herz- oder Atemwegsproblemen.

Die Warnzeichen, vom ersten Hinweis bis zum Alarm.

Hitze und Hitzschlag: der Notfall, der zählt3 Einträge
Stadium Anzeichen
Früh Hektisches, immer schnelleres Hecheln, viel Speichel, Unruhe
Fortgeschritten Knallrote Zunge, Taumeln, Erbrechen oder Durchfall, Schwäche
Schwer Bläuliche Zunge, Teilnahmslosigkeit, Krämpfe, Bewusstlosigkeit

Spätestens ab den mittleren Zeichen ist das keine Frage des Abwartens mehr.

Erste Hilfe. Bring deinen Hund sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum. Das Herunterkühlen hat jetzt oberste Priorität, und zwar bevor und während ihr zur Praxis fahrt. Übergieße oder besprühe ihn großzügig mit kühlem Wasser, vor allem an Nacken, Bauch, Innenschenkeln und Pfoten, und sorge für Luftzug, etwa mit einem Ventilator. Kühles Wasser ist dabei wirksam: Die früher verbreitete Warnung, bloß kein kaltes Wasser zu verwenden, gilt heute als überholt, schnelles Kühlen rettet Leben. Wichtig ist nur, dass das Wasser in Bewegung bleibt, wechsle nasse Tücher also ständig aus, statt sie liegen zu lassen, denn liegengebliebene Tücher stauen die Wärme. Biete kühles Wasser zum Trinken an, aber zwing ihn nicht und schütte ihm nichts ins Maul. Und dann geht es in die Praxis, auch wenn es ihm unterwegs schon besser zu gehen scheint, denn innere Schäden zeigen sich oft erst Stunden später.

Vorbeugen. Verleg die Spaziergänge in den frühen Morgen und den späten Abend, in der Mittagshitze reicht höchstens eine kurze Schattenrunde. Nimm auf jeder längeren Tour Wasser mit. Plane kein Toben, Joggen oder Radfahren bei Hitze, denn Hunde brechen aus Eifer nicht von selbst ab. Und der wichtigste Satz überhaupt: Lass deinen Hund niemals im geparkten Auto warten. Der Innenraum heizt sich auch im Schatten und bei gekipptem Fenster innerhalb weniger Minuten auf lebensgefährliche Werte auf.

Dehydrierung: die leise Gefahr hinter der Hitze

Während der Hitzschlag laut und plötzlich kommt, arbeitet die Dehydrierung leise. Sie ist selten der erste Gedanke, aber oft die Vorstufe und ständige Begleiterin aller Hitzeprobleme. Beim Hecheln verliert dein Hund nämlich nicht nur Wärme, sondern auch ständig Feuchtigkeit. Trinkt er an einem heißen Tag zu wenig, oder kommen Erbrechen oder Durchfall dazu, kippt der Flüssigkeits- und Salzhaushalt, das Blut wird dickflüssiger, Kreislauf und Nieren geraten unter Druck. Genau deshalb verschärft ein ausgetrockneter Hund jede andere Sommergefahr: Er überhitzt schneller und erholt sich langsamer.

Wer besonders betroffen ist. Welpen und alte Hunde, kranke Tiere, sehr aktive Hunde, die im Spiel das Trinken vergessen, und ein unterschätzter Klassiker: wählerische Hunde, die unterwegs oder im Urlaub das fremde Wasser verschmähen und deshalb stundenlang nichts zu sich nehmen.

Die Warnzeichen, die du selbst prüfen kannst. Der bekannteste Test ist der Hautfalten-Test: Zieh die Haut im Nacken oder zwischen den Schulterblättern sanft nach oben und lass sie los. Bei einem gut versorgten Hund schnellt sie sofort zurück, bei einem ausgetrockneten bleibt sie kurz stehen oder sinkt nur zögerlich. Ein zweites Zeichen ist das Zahnfleisch: Statt feucht und glatt fühlt es sich klebrig oder trocken an, der Speichel wird zäh. Drückst du kurz mit dem Finger darauf, sollte die Farbe binnen ein bis zwei Sekunden zurückkehren, dauert es länger, ist das ein Alarmsignal. Dazu kommen oft eingefallene, matte Augen, Trägheit, Appetitlosigkeit und anhaltendes Hecheln.

Erste Hilfe. Ab in den Schatten oder ins Kühle, und biete frisches, kühles Wasser an, aber in kleinen Mengen und lieber öfter, statt ihn auf einen Schlag einen halben Eimer leeren zu lassen. Zu hastiges Saufen kann Erbrechen auslösen. Bei einem leicht angeschlagenen Hund reichen Wasser, Ruhe und Abkühlung meist aus. Trinkt er aber gar nicht mehr, erbricht, wirkt deutlich schwach oder bleibt die Hautfalte stehen, gehört er zügig zum Tierarzt, dort bekommt er Flüssigkeit unter die Haut oder über die Vene zurück. Schütte ihm kein Wasser gewaltsam ins Maul, und improvisiere keine menschlichen Sportgetränke, die enthalten oft Zucker oder Süßstoffe, die nicht hineingehören. Eine geeignete Elektrolytlösung gibt es im Bedarfsfall vom Tierarzt.

Vorbeugen. Wasser muss immer und überall verfügbar sein. Nimm auf jeden Spaziergang einen faltbaren Napf mit und biete an jeder Pause etwas an, auch wenn dein Hund nicht von selbst fragt. An heißen Tagen hilft es, dem Futter etwas Wasser oder Nassfutter beizumischen. Und wenn dein Hund unterwegs heikel beim Trinken ist, nimm vertrautes Wasser von zu Hause mit, damit er nicht aus Sturheit austrocknet.

Heiße Böden und empfindliche Pfoten

Was von oben kommt, ist das eine. Was von unten kommt, wird oft komplett übersehen. Bodenbeläge speichern die Sonnenwärme und geben sie an die empfindlichen Ballen weiter, lange nachdem sich die Luft schon wieder angenehm anfühlt. Bei 25 Grad Lufttemperatur heizt sich Asphalt in der Sonne auf rund 50 Grad auf, heiß genug, um die Ballen zu verbrennen.

Die schnelle Faustregel ist der Handrücken-Test: Leg deinen Handrücken sieben Sekunden flach auf den Boden. Hältst du es kaum aus, ist es für die Pfoten deines Hundes definitiv zu heiß. Der Gehweg ist dabei nicht der einzige Übeltäter, auch Metallgitter, Gullideckel und heller Sand werden in der Sonne zur Falle. Und nach Runden über Felder und Wiesen lohnt der Blick in die Zehenzwischenräume, denn dort verfangen sich gern Grannen, die kleinen spitzen Ährenteile, die sich durch die Haut bohren.

Zeigt dein Hund nach dem Laufen Anzeichen verbrannter Ballen, also Rötung, dunkle Stellen oder Blasen, dann kühlst du die Pfote mit kühlem Wasser und gehst bei Blasen oder offenen Stellen zum Tierarzt. Pfotenbalsam pflegt die Ballen und beugt rissiger Haut vor, macht sie aber nicht hitzefest und ersetzt den 7-Sekunden-Test nicht.

Wasser: vom Badespaß zur Gefahr

Das kühle Nass ist das Sommerhighlight schlechthin, und doch steckt im Wasser eine ganze Reihe von Gefahren, die von harmlos bis tödlich reichen.

Blaualgen. Die größte davon sind Blaualgen, genauer Cyanobakterien, die sich in warmem, stehendem Wasser massenhaft vermehren. An der Oberfläche bilden sie grünlich-blaue Schlieren oder einen teppichartigen Schaum, das Wasser wirkt trüb wie verdünnte Farbe. Ihre Gifte greifen Leber, Nieren und Nervensystem an, und schon kleine Mengen reichen. Hunde nehmen sie nicht nur beim Trinken auf, sondern auch, indem sie sich das nasse Fell ablecken. Die Symptome kommen schnell, bei den Nervengiften oft schon innerhalb der ersten Stunde, bei den Lebergiften manchmal erst nach einigen Stunden: starkes Speicheln, Erbrechen, Durchfall, blasse Schleimhäute, Schwäche, Zittern, in schweren Fällen Krämpfe und Atemnot. Eine Blaualgenvergiftung ist ein sofortiger Notfall. Die einzige verlässliche Vorbeugung ist Konsequenz: Sieht ein Gewässer trüb-grün oder schaumig aus oder warnt ein Schild, bleibt dein Hund komplett draußen, auch zum Trinken.

Zu viel Wasser auf einmal. Weniger bekannt, aber real: Wer beim Apportieren immer wieder ins Wasser stürmt oder mit offenem Maul hinter dem Ball hertaucht, schluckt dabei große Mengen. Das verdünnt den Salzhaushalt im Körper, das Gehirn kann anschwellen. Anzeichen sind Benommenheit, Erbrechen, ein aufgeblähter Bauch und Koordinationsprobleme. Begrenze deshalb ausgiebige Wasser-Apportierspiele, leg Pausen ein und nutze flache Spielzeuge, bei denen weniger Wasser mitkommt.

Salzwasser. Am Meer ist das Trinken größerer Mengen das Hauptproblem, denn Salzwasser zieht Wasser in den Darm und führt zu Erbrechen und Durchfall, in größeren Mengen wird es richtig gefährlich. Biete unterwegs immer frisches Süßwasser an, dann ist die Versuchung kleiner.

Die stilleren Wasserthemen. Hat dein Hund beim Baden Wasser eingeatmet, kann das Stunden später zu Atemproblemen führen. Hustet er nach dem Schwimmen auffällig, wirkt schlapp oder atmet schwer, gehört er zum Tierarzt. Nach langem Schwimmen hängt manchmal die Rute schlaff herab und schmerzt, die sogenannte Wasserrute, das verschwindet meist von selbst, sollte aber abgeklärt werden. Und schließlich die Ohren: Bleibt nach dem Baden Feuchtigkeit im Gehörgang, ist das ein idealer Nährboden für Entzündungen, tupf die Ohren danach also trocken.

Labrador schwimmt an einem Sommertag in einem ruhigen See

Sonne und Sonnenbrand

Dass auch Hunde einen Sonnenbrand bekommen, überrascht viele. Betroffen sind vor allem die Stellen mit wenig oder hellem Fell: der Nasenrücken, die Ohrränder, der Bauch, die Leistengegend und die Lefzen. Besonders empfindlich sind weiße, kurzhaarige und haarlose Hunde sowie alle mit rosa Hautpartien. Ein Sonnenbrand ist nicht nur kurzfristig schmerzhaft, wiederholte UV-Schäden können über die Jahre zu Hautkrebs führen, etwa zum Plattenepithelkarzinom.

Schützen. Für die gefährdeten Stellen gibt es spezielle Sonnencremes für Tiere. Wichtig ist, dass sie für Hunde gemacht sind, denn manche Wirkstoffe aus Menschenprodukten, etwa Zinkoxid, sind giftig, wenn der Hund sie ableckt. Dazu kommt der gesunde Menschenverstand: in der Mittagssonne den Schatten suchen und den hellen Hund nicht stundenlang in der prallen Sonne liegen lassen.

Der häufigste Pflegefehler. Hunde mit dichtem Unterfell solltest du im Sommer nicht radikal scheren. Das Fell isoliert nämlich in beide Richtungen: Es hält im Winter die Kälte und im Sommer die Hitze und die UV-Strahlung ab. Eine Kahlschur nimmt diesen natürlichen Schutz weg, die Haut verbrennt leichter und der Hund heizt sich teils sogar stärker auf. Der bessere Weg ist gründliches Ausbürsten und fachgerechtes Ausdünnen der Unterwolle, damit Luft an die Haut kommt, ohne den Schutzmantel zu opfern.

Parasiten und Reisekrankheiten

Der Sommer ist Hochsaison für alles, was sticht und beißt, und manches davon überträgt mehr als nur Juckreiz.

Zecken. Sie sind die bekanntesten Plagegeister und können beim Hund Babesiose (im Volksmund Hundemalaria), Ehrlichiose, Borreliose und örtlich die FSME übertragen, an der Hunde allerdings nur selten erkranken. Such deinen Hund nach jedem Ausflug gründlich ab, gerade an Kopf, Ohren, Hals und zwischen den Beinen, und entferne gefundene Zecken zügig mit einer Zeckenzange, möglichst nah an der Haut und ohne zu quetschen.

Grasmilben. Die winzigen Larven der Herbstgrasmilbe sitzen im Gras und lösen heftigen Juckreiz aus, vor allem an Pfoten, Bauch und Ohren. Gefährlich sind sie selten, lästig dafür umso mehr.

Mücken und das Urlaubsthema. Wer mit dem Hund in den Süden fährt, holt sich ein zusätzliches Risiko ins Gepäck. Sandmücken übertragen die Leishmaniose, eine Infektion, die unbehandelt zu schweren Haut- und Organschäden führen kann und oft lebenslang bleibt. Stechmücken übertragen den Herzwurm, der sich in Herz und Lungengefäßen ansiedelt. Beide Erreger sind rund ums Mittelmeer verbreitet. Der Schutz besteht aus zwei Teilen: einem Parasitenmittel, das nicht nur Zecken, sondern ausdrücklich auch Stech- und Sandmücken abwehrt, und dem richtigen Verhalten vor Ort, also den Hund in der Dämmerung und nachts nicht draußen lassen, denn dann sind die Mücken am aktivsten. Eine geplante Reise besprichst du wegen der passenden Prophylaxe am besten ein paar Wochen vorher mit dem Tierarzt.

Insekten, Kröten und Schlangen

Nicht jede Sommergefahr lauert im Wasser oder fällt von der Sonne herab. Manche summt, hockt im Gras oder liegt zusammengerollt am Wegrand, und ein neugieriger Hund findet sie zuverlässig.

Wespen und Bienen. Ein Stich in die Pfote oder Flanke ist meist nur kurz schmerzhaft. Richtig gefährlich wird es, wenn dein Hund nach dem Insekt schnappt und der Stich in Maul, Zunge oder Rachen sitzt, denn die Schwellung kann dort die Atemwege verengen. Das ist ein Notfall, der sofort in die Praxis gehört. Steckt ein Bienenstachel in der Haut, streif ihn seitlich heraus, statt ihn mit den Fingern zu packen, beim Quetschen würdest du den Rest des Gifts erst recht hineindrücken. Beobachte deinen Hund nach jedem Stich eine Weile, denn ein stark anschwellendes Gesicht, Nesselausschlag, Erbrechen oder Schwäche können auf eine allergische Reaktion hindeuten.

Kröten. Kröten sondern über ihre Haut ein Gift ab. Nimmt dein Hund eine Kröte ins Maul oder leckt daran, führt das schnell zu starkem Speicheln, Schaum vorm Maul und Unruhe. Spül in so einem Fall das Maul mehrere Minuten mit Wasser aus, und zwar so, dass das Wasser nach vorn aus dem Maul läuft und dein Hund es nicht schluckt, und fahr dann zum Tierarzt.

Schlangen. In manchen Gegenden ist die Kreuzotter unterwegs. Ein Biss, meist in Schnauze oder Pfote, schwillt stark an und ist schmerzhaft. Halte deinen Hund möglichst ruhig, trag ihn wenn möglich, statt ihn laufen zu lassen, und bring ihn zügig in die Klinik. Auf keinen Fall aussaugen, abbinden oder die Wunde aufschneiden.

Eichenprozessionsspinner. Die Raupen dieses Falters tragen feine Brennhaare mit einem Nesselgift. Schon das Schnüffeln am Boden unter befallenen Eichen kann zu schmerzhaften Reizungen an Maul, Zunge und Atemwegen führen. Meide gekennzeichnete Befallsgebiete, und bei Symptomen wie Speicheln, geschwollener Zunge oder Atemproblemen geht es direkt zum Tierarzt.

Leckerlis, die in der Hitze kippen

Diese Gefahr trägt man sich selbst herum, ohne es zu merken: das Leckerli-Beutelchen, die Handtasche, der Rucksack, in dem die Belohnungen den ganzen Tag stecken. Bleibt die Tasche in der Sonne liegen oder wandert sie über Stunden mit, wird ihr Inneres zu einer kleinen, warmen Brutkammer, und genau dort verderben Leckerlis deutlich schneller als im Schrank zu Hause.

Warum Wärme das Problem ist. Hitze beschleunigt zwei Vorgänge auf einmal. Zum einen wird Fett ranzig und bekommt einen öligen, säuerlichen Geruch, und das betrifft ausgerechnet die beliebtesten Sorten: getrocknetes Fleisch mit hohem Fettanteil, Käsewürfel, Wurst, Leberstückchen. Zum anderen schwitzen weiche und halbfeuchte Leckerlis, ihre Restfeuchte plus die Wärme im Beutel sind ideale Bedingungen für Bakterien und Schimmel. Ein Beutel, der nie ganz leer wird, sammelt außerdem alte Krümel und Fettreste als Nährboden für den nächsten Befall.

Warum das nicht harmlos ist. Ranziges Fett und verdorbene Leckerlis können Erbrechen, Durchfall und Magenverstimmungen auslösen, Schimmel bildet im schlimmsten Fall echte Gifte. Verlass dich dabei nicht darauf, dass dein Hund Schlechtes von selbst verschmäht, viele fressen aus Gier weiter, was längst gekippt ist.

So machst du es richtig.

  • Greif im Sommer für die Tagestasche eher zu trockenen, harten Leckerlis. Getrocknete Kausnacks oder feste Kekse stecken Wärme viel besser weg als weiche oder halbfeuchte.
  • Füll den Beutel täglich mit einer kleinen frischen Portion, statt den Wochenvorrat ständig mitzutragen.
  • Halte Tasche oder Beutel im Schatten, nicht aufs Armaturenbrett oder in die pralle Sonne. Das aufgeheizte Auto ist der schlechteste Lagerort überhaupt.
  • Für längere Touren oder den Urlaub lohnt sich eine kleine Kühltasche, wenn empfindliche Sorten mitsollen.
  • Mach vor dem Geben die Geruchsprobe: ölig, säuerlich oder einfach komisch heißt wegwerfen.
  • Nutz eine luftdichte, auswischbare Dose und reinige sie regelmäßig, denn Fettfilm plus Wärme ist genau die Kombination, die Bakterien lieben.

Sommer mit Hund auf einen Blick

  • Früh und spät spazieren, mittags in den Schatten, niemals im geparkten Auto warten lassen.
  • Vor dem Losgehen die Bodenprobe mit dem Handrücken.
  • Immer Wasser und einen faltbaren Napf dabei, an jeder Pause anbieten und auf die Trinkmenge achten.
  • Nach Strand, Feld und Wald die Pfoten und das Fell absuchen, Ballen pflegen.
  • Trübes oder schaumiges Wasser konsequent meiden, Wasser-Apportieren dosieren, die Ohren nach dem Baden trocknen.
  • Helle Hautstellen vor der Sonne schützen und das Unterfell nicht wegrasieren.
  • Lückenlosen Parasitenschutz fahren, im Süden zusätzlich gegen Mücken, in der Dämmerung drinnen bleiben.
  • Leckerlis im Sommer trocken wählen, täglich frisch nachfüllen, im Schatten halten und vor dem Geben kurz daran riechen.

Häufige Fragen

Ab welcher Temperatur wird es für Hunde im Sommer gefährlich?
Eine feste Gradzahl gibt es nicht, das hängt stark von Rasse, Alter, Gewicht und Fell ab. Kurznasige, alte, übergewichtige oder dichtfellige Hunde kommen schon an mäßig warmen, schwülen Tagen an ihre Grenzen, besonders bei Bewegung. Steigt die Körpertemperatur dauerhaft über etwa 41 Grad, drohen Organschäden. Verlass dich also weniger auf die Lufttemperatur als auf Schatten, Pausen und genug Wasser.
Wie erkenne ich einen Hitzschlag beim Hund?
Frühe Zeichen sind hektisches, immer schnelleres Hecheln, viel Speichel und Unruhe. Später kommen eine knallrote bis bläuliche Zunge, Taumeln, Erbrechen, Teilnahmslosigkeit und Krämpfe dazu. Spätestens ab den mittleren Zeichen ist es ein Notfall.
Was hilft sofort bei einem Hitzschlag?
Raus aus der Hitze, sofort großzügig mit kühlem Wasser übergießen, besonders an Nacken, Bauch und Pfoten, und für Luftzug sorgen, am besten schon auf dem Weg zur Praxis. Kühlen hat Vorrang, und kühles Wasser ist wirksam. Danach immer zum Tierarzt, auch wenn es deinem Hund schon besser geht.
Woran merke ich, dass mein Hund zu wenig trinkt?
Achte auf den Hautfalten-Test (die Haut bleibt stehen statt zurückzuschnellen), klebriges Zahnfleisch, eingefallene Augen und Trägheit. Bei diesen Zeichen, oder wenn dein Hund gar nicht mehr trinkt, gehört er zum Tierarzt.
Darf mein Hund im Sommer aus Seen und Teichen trinken?
Aus klarem, fließendem Wasser meist ja. Aber niemals aus trübem, grünlichem oder schaumigem Wasser, denn Blaualgen können tödlich sein. Frisches Trinkwasser dabeizuhaben senkt die Versuchung deutlich.
Bekommen Hunde einen Sonnenbrand?
Ja, besonders an Nase, Ohrrändern, Bauch und an hellen, dünn behaarten Stellen. Spezielle Tier-Sonnencreme schützt, und wiederholte UV-Schäden können über die Jahre Hautkrebs begünstigen.
Sollte ich meinen Hund im Sommer scheren?
Hunde mit dichtem Unterfell besser nicht kahl scheren. Das Fell isoliert auch gegen Hitze und UV-Strahlung. Besser ist gründliches Ausbürsten und fachgerechtes Ausdünnen der Unterwolle.
Welcher Schutz ist im Sommerurlaub im Süden wichtig?
Ein Parasitenmittel, das auch Sand- und Stechmücken abwehrt (gegen Leishmaniose und Herzwurm), plus in der Dämmerung drinnen bleiben. Die passende Prophylaxe besprichst du am besten ein paar Wochen vor der Reise mit dem Tierarzt.
Können Leckerlis in der Hitze schlecht werden?
Ja. In einer warmen Tasche werden fettige und weiche Sorten schnell ranzig oder schimmeln. Im Sommer also trockene Leckerlis wählen, täglich frisch nachfüllen, im Schatten lagern und vor dem Geben kurz daran riechen.
Wann muss ich mit meinem Hund im Sommer zum Tierarzt?
Bei Anzeichen von Hitzschlag, anhaltendem Erbrechen oder Durchfall, Verdacht auf Blaualgen, starker Schwellung nach einem Stich im Maul, Atemproblemen nach dem Baden oder einem Schlangenbiss. Im Zweifel lieber einmal mehr anrufen.

Entspannt durch den Sommer

So lang die Liste wirkt, der rote Faden ist kurz: Hitze, Wasser und kleine Plagegeister werden vor allem dann gefährlich, wenn man sie unterschätzt. Wer früh und spät spazieren geht, Wasser dabeihat, trübe Gewässer meidet und die kleinen Signale ernst nimmt, fängt den allergrößten Teil ab, bevor etwas passiert.

Weil so eine Einschätzung unterwegs trotzdem schwerfällt, hat Souldog einen Erste-Hilfe-Bereich und einen Tierarzt-Finder direkt in der App, damit du im Ernstfall schnell siehst, wie dringend es ist und wo die nächste Praxis liegt. Und wenn es ums Futter geht, hilft der Blick auf was Hunde essen dürfen und was giftig ist.

Du findest Souldog im App Store und im Play Store.